Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Doktor Gordon Hoffmann zur aktuellen Corona-Situation

Corona-Impfpflicht wie bei Masern: Wasserburgs Romed-Chef ist dafür

Ein ständiger Kampf um das Leben der Patienten – das bedeutet die Arbeit auf der Intensivstation.Romed-Verbund
+
Ein ständiger Kampf um das Leben der Patienten – das bedeutet die Arbeit auf der Intensivstation.Romed-Verbund
  • VonLars Becker
    schließen

Doktor Gordon Hoffmann, Direktor der Wasserburger Romed-Klinik blickt auf eineinhalb Jahre der Pandemie zurück. Die fehlende Impfpflicht beim Klinikpersonal stößt bei ihm auf Unverständnis.

Wasserburg – Aktuell läuft auch in Wasserburg unter dem Krankenhaus-Personal des Romed-Verbunds die Abfrage zum Thema Corona-Impfungen. Auf „80 bis 85 Prozent“ schätzt man intern die Zahl derjenigen, die den Piks schon bekommen haben oder genesen sind. Bleibt immer noch eine beachtliche Zahl an Nichtgeimpften unter den medizinischen und pflegerischen Angestellten und damit ein erhöhtes Infektions-Risiko in Sachen COVID 19 – für das Personal genauso, wie für die Patienten, von denen noch deutlich mehr ungeimpft sind.

Eine Impfpflicht – zumindest für das Personal in Kranken-, Pflege und Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kitas - wird von der Politik trotzdem immer wieder abgelehnt. Das kann Krankenhauschef Dr. Gordon Hoffmann nicht nachvollziehen.

„Kein Masernpatient, aber sehr viele Covid-Patienten“

„Ich wundere mich über die Diskussion. Eine Impfpflicht für Masern gibt es doch bereits für das Krankenhauspersonal. Ich habe in meiner ganzen Zeit hier noch nicht einen Masernpatienten gesehen, dafür aber sehr viele Covid-Patienten. Letztendlich sind das jedoch Entscheidungen, die vonseiten des Gesetzgebers zu treffen sind“ sagt der Ärztliche Direktor des Romed-Klinikums Wasserburg im Gespräch mit der Wasserburger Zeitung.

Lesen Sie auch: Busanbindung der neuen Klinik in Wasserburg ist „ein Unding sondergleichen“

„Während die Masern-Impfpflicht für Kinder und Personal in Pflege- und Gemeinschaftseinrichtungen inzwischen längst akzeptiert wird (siehe Kasten), löst schon die Diskussion über eine Corona-Impfpflicht einen regelrechten öffentlichen Aufschrei aus“, gibt er zu Bedenken.

Hoffmann findet das unverständlich. Schließlich erlebt er in Wasserburg live mit, wie gefährlich und tödlich das Virus sein kann. Noch immer stehen in der Intensivstation zwei Betten für Corona-Patienten zur Verfügung. Eins ist aktuell belegt. Von den 41 in den vergangenen Wochen im gesamten Romed-Verbund behandelten Corona-Intensivpatienten waren 39 ungeimpft.

Interner Corona-Ausbruch im Winter 2020/21

Wasserburg war in der schlimmsten Zeit der Pandemie neben Rosenheim im Romed-Verbund als Corona-Klinik aktiv. Es gab eine eigene, abtrennbare Station. Im vergangenen Winter 2020/2021 musste die Klinik wegen eines internen Corona-Ausbruchs für die meisten Nicht-Covid-Patienten sogar zwischenzeitlich geschlossen werden.

Das Risiko für ähnliche Ausnahmesituationen besteht natürlich auch weiterhin. „Aber ich habe die Hoffnung, dass es nicht so sein wird. Wir haben in dieser Welle den Scheitelpunkt der Inzidenz hoffentlich erreicht und könnten dann etwas durchatmen. Aber das wird nicht die letzte Welle gewesen sein“, sagt Hoffmann.

Dr. Gordon Hoffmann, Ärztlicher Direktor am Romed-Klinikum Wasserburg.

Auch neue Varianten des Virus könnten erhöhte Risiken bringen. Insgesamt glaubt Hoffmann, dass aus der weltumspannenden „Pandemie eine endemische Situation“ werden könnte. Also eine stetig wiederkehrende Krankheit wie die Grippe: „Ich wüsste nicht, warum Corona verschwinden sollte.“

Auch interessant: Zwischen Cannabisöl und Klangschale: So kämpft die Klinik Haag gegen Schmerzen

Mit noch mehr Impfungen und wachsender Immunität könnte Corona etwas von seinem Schrecken verlieren. Allerdings bringt das auch neue Probleme mit sich. Da der Katastrophenfall in der derzeit laufenden vierten Corona-Welle nicht mehr gilt, fehlt auch die rechtliche Grundlage für eine Verteilung der Corona-Kranken unter den Kliniken. Für den Romed-Verbund ist das ein großes Problem, weil Rosenheim momentan deutschlandweit zu den absoluten Hotspots gehört: Die Romed-Klinik in Rosenheim ist in Sachen Corona-Patienten wieder an der Belastungsgrenze angelangt.

Kein Patient wegen Impfschäden auf Station behandelt

Trotzdem ist Dr. Gordon Hoffmann zumindest für Wasserburg optimistisch: „Im Frühjahr 2020 haben wir die schlimmsten Erfahrungen gemacht. Später haben die Impfungen der Risikogruppen und der Älteren für eine spürbare Entlastung gesorgt.“ Dem ärztlichen Direktor ist in seiner Klinik übrigens „kein Patient bekannt“, der wegen Impfschäden stationär behandelt werden musste.

Jetzt wünscht sich Hoffmann, „dass irgendwann wieder richtig Normalität einkehrt“. Aber noch immer kämen weniger Patienten mit anderen Erkrankungen in die Romed-Klinik Wasserburg als vor Corona.

Das könnte Sie auch interessieren: Das alte Klinikgebäude in Wasserburg wird abgerissen – Zukünftige Nutzung des Areals offen

So aber hat Hoffmann auch etwas mehr Zeit, sich um den 2022 bevorstehenden Umzug in den Neubau mit dem Inn-Salzach-Klinikum zu kümmern: „Ich hoffe, dass das Schlimmste in Sachen Corona überstanden ist.“ Mit mehr Impfungen wäre die Chance darauf freilich viel größer.

Kommentare