Corona-Held Philipp Hufschmid aus Wasserburg: Student springt ein beim Tafelmanagement

Philipp Hufschmid (Mitte) hat spontan die Organisation der Wasserburger Tafel übernommen. Rieger
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Philipp Hufschmid (Mitte) hat spontan die Organisation der Wasserburger Tafel übernommen. Rieger

Er heißt Philipp Hufschmid, ist jung, dynamisch und scheinbar nicht aus der Ruhe zu bringen. Beste Eigenschaften, um die Aufgabe zu bewältigen, der er sich seit Kurzem verschrieben hat, nämlich die An- und Auslieferung bei der Wasserburger Tafel zu organisieren. Ohne ihn hätte diese schließen müssen.

Wasserburg –Philipp Hufschmid sorgt für einen reibungslosen Ablauf bei der Verteilung von Lebensmitteln für die besonders Bedürftigen der Stadt, die im Zeichen der Corona-Krise nicht mehr wie gewohnt wöchentlich selbst die Räume der Tafel in der Brunhuberstraße aufsuchen können. Zur Seite stehen Hufschmid derzeit zahlreiche ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die spontan einsprangen, um bei veränderten Rahmenbedingungen das soziale Netz der Stadt zu erhalten.

Wie würden Sie sich selbst beschreiben, Herr Hufschmid?

Philipp Hufschmid: Zielstrebig, ehrgeizig, positiv denkend, sozial engagiert und hilfsbereit.

Sie haben schon früher Erfahrungen mit der Tafel gemacht. Wie sind sie damals dazu gekommen?

Hufschmid: Ich wollte mich sozial engagieren und nach meiner Recherche habe ich mich mit Frau Elke Pawelski (frühere Leiterin der Tafel Wasserburg) in Verbindung gesetzt. Nach einem sehr freundlichen Telefonat mit ihr lud sie mich ein, einfach mal vorbeizuschauen. Der freundliche Umgang und die tolle Einbindung haben mir damals so gut gefallen, dass ich öfters geholfen habe.

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Was hat Sie bewogen jetzt wieder verantwortlich mitzuwirken?

Hufschmid: Corona hat auch mein persönliches Leben verändert – durch die Ausgangsbeschränkung kann ich nicht wie gewohnt in München studieren und arbeiten. Da ich aber unbedingt etwas machen wollte und stets sehr positiv auf meine Zeit bei der Tafel Wasserburg zurückgeblickt habe, habe ich entschlossen, mich dort wieder zu engagieren.

Das Wort Corona prägt derzeit das öffentliche Leben. Wie sehr prägt das Virus die Tätigkeit und die Abläufe im Tafelbetrieb?

Hufschmid: Enorm. Vor allem, da die meisten unserer üblichen Ehrenamtlichen der Risikogruppe angehören, hat sich hier einiges geändert. Auch der Umzug in den provisorischen neuen Standort der Turnhalle der Grundschule am Gries und das Ausliefern der Lebensmittel von vielen freiwilligen Helfern wurden wegen Corona nötig.

Anpackend: Student Philipp Hufschmid sorgt für einen reibungslosen Ablauf der Tafel. Rieger

Wie viele Helferinnen und Helfer waren am Montag im Einsatz? Wie viele Stunden sind zusammengekommen?

Hufschmid: Insgesamt waren 20 Helferinnen und Helfer am Montag beschäftigt. Viele von ihnen haben uns beim Anliefern, Aussortieren, Packen der Kisten und Ausliefern bis in die späten Abendstunden geholfen. Wie viele Stunden zusammenkamen, kann ich gar nicht genau sagen.

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Sicherheit vor Ansteckung hat Vorrang, vor allem, wenn es um gemeinsames Handeln geht. Welche Maßnahmen wurden diesmal ergriffen, um alle Helfer zu schützen?

Hufschmid: Zum einen haben alle Helfer selbstgenähte, wiederverwendbare Masken von Jeanette Kampshoff erhalten. Zum anderen hatten wir auch Einweghandschuhe, Desinfektionsmittel für Hände und Flächen sowie Flüssigseife vor Ort. Und zuletzt haben wir stets versucht, auf den Mindestabstand zu achten.

Die Turnhalle der Grundschule war erstmals Verteilungszentrum. Was hat sich hier bewährt, was könnte man noch verbessern?

Hufschmid: Die Turnhalle der Grundschule war optimal, da diese zentral gelegen ist, genügend Platz vorhanden war und Sanitäreinrichtungen vorhanden sind. Optimierungsbedarf ist sicher noch vorhanden, hier bin ich momentan noch in Absprache mit meinen Helferinnen und Helfern.

Damit es den Kindern während der Ausgangsbeschränkungen über die Osterfeiertage nicht zu langweilig wird, hat der Verein Wunschbaum e.V., der sonst seinen Schwerpunkt in der Verteilung von Weihnachtsgeschenken an bedürftige Kinder sieht, diesmal Spiele, Puzzles und Bastelmaterial verteilt. Jeannette Kampshoff, Leiterin der Wasserburger Tafel, freute sich über die unerwartete Spende. 

Zusätzlich zu den üblichen Lebensmittelspenden sind von Vereinen und Firmen Hilfen und Spenden angeboten worden. Was wurde hier von wem zusätzlich eingebracht?

Hufschmid: Zum einen unterstützt uns der TSV Wasserburg bei der Anlieferung der Lebensmittel. Auch über den Wunschbaum e.V. erhielten wir tolle Überraschungen, die noch an bedürftige Kinder verteilt werden. Die Wasserburger Rotarier packten Ostertüten. Das Genussladerl in Edling hat uns mit einer selbstgekochten Mahlzeit und einer Geldspende in Höhe von 1000 Euro unterstützt. Das Engagement der vielen Firmen und Vereinen macht mich wirklich glücklich.

Gibt es etwas, was die Tafelkunden für den nächsten Auslieferungstermin am Dienstag, 14. April, wissen müssen?

Hufschmid: Wir haben den Familien auch bereits eine kleine Nachricht auf ihren Kisten für die nächste Lieferung hinterlassen. Diese ist am Dienstag, 14. April Im Anschluss daran wird die Lieferung wieder montags sein. Bei Fragen stehe ich aber weiterhin unter 0157 3447 4774 gerne jederzeit zur Verfügung.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Hufschmid: Ich wünsche mir, dass sich weiter so viele Menschen ehrenamtlich engagieren. Zusätzlich möchte ich hier noch einmal recht herzlich Danke sagen an die vielen Helferinnen und Helfer, die mich am Montag mit vollem Einsatz und tollem Engagement unterstützt haben. Ich weiß nicht, wie ich das sonst geschafft hätte. Sonst würde ich mich sehr freuen, wenn der ein oder andere Helfer der Tafel Wasserburg uns längerfristig ehrenamtlich unterstützen würde. Interview: Karlheinz Rieger

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