Im Gespräch mit der JU Haag

Corona hat er am eigenen Leib erlebt – und Hasstiraden auch: Mühldorfs Landrat Heimerl erzählt

Max Heimerl, Landrat des Landkreises Mühldorf, stellte sich den Fragen der Jungpolitiker in einer Videokonferenz.
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Max Heimerl, Landrat des Landkreises Mühldorf, stellte sich den Fragen der Jungpolitiker in einer Videokonferenz.

Er hat die Pandemie bereits in ihrer frühen Phase am eigenen Leib erlebt: Mühldorfs Landrat Max Heimerl. Das interessierte natürlich die Nachwuchskommunalpolitiker der JU aus Haag, die ihn in einer Videokonferenz interviewten.

Von Michaela Schneider

Haag – Landrat Max Heimerl hat sich den Fragen von Nachwuchspolitikern in einer Videokonferenz gestellt. Organisiert wurde die Veranstaltung von Julian Wahl, dem Ortsvorsitzenden der Jungen Union Haager Land. Ziel war es, den politischen Austausch auch während des Lockdown nicht abreißen zu lassen. Die Folgen der Pandemie standen naturgemäß auch im Fokus der Online-Konferenz.

Anstieg der Impfbereitschaft feststellbar

Heimerl informierte die Mitglieder der Jungen Union Haager Land über die aktuelle Entwicklung der Corona-Pandemie im Landkreis Mühldorf. Hier würden die geplanten Impfungen weitestgehend gut ablaufen, ein Problem stelle der nicht ausreichende Impfstoff dar.

Julian Wahl, Ortsvorsitzender der Jungen Union Haager Land und Organisator der Veranstaltung, hatte zur Videokonferenz eingeladen.

Anschließend hatten die Mitglieder der Jungen Union Gelegenheit, ihre Fragen zu stellen. Direkt aufs Impfen bezogen, wollten sie wissen, ob überhaupt alle Personen geimpft werden könnten. Generell sei dies möglich, bei einigen Personen wäre aber eine Impfung aufgrund von Vorerkrankungen nicht ratsam. Auch das Impfinteresse war Thema. Dies sei generell hoch, so Heimerl. Auch ein deutlicher Anstieg der Impfbereitschaft bei Jüngeren und bei Pflegekräften sei feststellbar.

Abseits des Corona-Themas kam die Frage auf, was Heimerl seit Beginn seiner Amtszeit umsetzen habe können. Im Moment nehme das Krisenmanagement die überwiegende Zeit in Anspruch, trotzdem habe er doch einige Vorhaben realisiert, so Heimerl. Die Geburtshilfe bleibe in Mühldorf, auch das Thema ÖPNV sei weiter in Arbeit, gestalte sich aber schwierig, auch aufgrund der Pandemie-Situation. Auch bezahlbarer Wohnraum sei auf den Weg gebracht.

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Zum Ende der Veranstaltung beantwortete Heimerl auch persönliche Fragen der Moderatorin. Hier stand ebenfalls die Corona-Pandemie im Zentrum. Landrat Heimerl hat die Pandemie bereits in einer frühen Phase der Verbreitung am eigenen Leib erlebt. Auf die Frage nach seiner Erfahrung im Krankheitsverlauf, antwortete er, auch ihm sei vor allem der Geschmacksverlust aufgefallen. Allgewärtig sei die Sorge vor einem schweren Krankheitsverlauf gewesen: „Man horcht in sich hinein“, so Heimerl. Nachwirkungen spüre er heute keine mehr, er habe aber in den Monaten nach der Erkrankung immer wieder wellenartig Schwächephasen erlebt.

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Regelmäßig steht Heimerl als Krisenmanager im Brennpunkt. Auf die Frage, wie er mit der belastenden Situation umgehe, antwortet er, dass ihm die Verantwortung im Vorfeld sehr bewusst gewesen wäre und er gut vorbereitet gewesen sei. Nicht alle Menschen sind mit den Corona-Maßnahmen einverstanden, reagieren teilweise feindselig. Auch Heimerl hat schon Anfeindungen in Bezug auf seine Person erlebt. Diese kämen aber nur von einem kleinen, dafür sehr lautstarken Kreis, berichtete er.

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Dass die Corona-Pandemie langfristige Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung haben wird, glaubt der Landrat nicht. Es könne sicherlich eine „Delle“ geben, danach aber wieder aufwärtsgehen. Aus gesellschaftlicher Perspektive gesehen rücken die Menschen trotz Abstand im übertragenen Sinne näher zusammen, so könnte die Pandemie auch positive Auswirkungen haben, findet er.

Ausbildung in Pandemie-Zeiten darf kein Nachteil sein

Einige Jugendliche befinden sich jetzt – mitten in der Pandemie – in einer entscheidenden Phase ihrer Schul- oder Lehrausbildung. Ihnen rät Landrat Heimerl, sich trotz der Krise nicht vom Weg abbringen zu lassen, ihre Ziele zu verfolgen und angebotene Unterstützung anzunehmen. Niemandem dürfe aufgrund eines Abschlusses während der Pandemie-Zeit ein Nachteil entstehen.

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