Närrische Saison nicht abgeschrieben

Corona & Fasching - das geht doch: Diese beiden sind das Online-Prinzenpaar des TSV in St. Wolfgang

Prinz Zeno und Prinzessin Laura tanzten und daraus wurde ein Videoclip gemacht.
+
Prinz Zeno und Prinzessin Laura tanzten und daraus wurde ein Videoclip gemacht.
  • vonHermann Weingartner
    schließen

Nicht unterkriegen lässt sich die Faschingsabteilung des TSV St. Wolfgang und schreibt die närrische Saison noch nicht ganz ab. Das Prinzenpaar Laura und Zeno wurde online proklamiert. Und die Nachfolge von Tanz-Urgestein Anni Staab ist auch geregelt. Die 80-Jährige Ballettlehrerin wird abgelöst von Juliane Zdera.

St. Wolfgang – „Uns ist der Ernst der Lage im Land sehr bewusst, aber wir lassen uns von Corona nicht unterkriegen“, beteuerten der Vorsitzende des TSV St. Wolfgang Rudolf Müller-Brunnhuber und der TSV-Faschingskoordinator Anton Schwimmer im Gespräch mit der Wasserburger Zeitung. Man wolle diese Faschingssaison noch nicht komplett abschreiben. Zu Ende ging indes eine Ära in St. Wolfgang: Tanzlehrerin Anni Staab hat aufgehört.

Gesucht wird: „Online“-Prinzenpaar

Seit vielen Jahrzehnten stellt der TSV das St. Wolfganger Prinzenpaar und auch heuer konnte man Faschingsregenten präsentieren: Aufgrund der Corona-Situation und den Beschränkungen allerdings online.

Derzeit sei zwar wegen Corona nicht an Fasching zu denken, bedauert Schwimmer, aber sollte die Corona-Situation bei verantwortbaren Bedingungen Veranstaltungen erlauben, sei man beim TSV kurzfristig bereit. Dazu seien Alternativen überlegt worden. Die Garde und Tanzgruppen seien bereit und könnten zusammen mit dem „Online“-Prinzenpaar dann mit einem Kurzprogramm auftreten.

Närrisches „Urgestein“ tanzt aus der Reihe

Auch der für 9. Januar geplante traditionelle „Bunte Abend“ im Schex-Saal sei noch nicht abgeschrieben, versicherte Schwimmer. Vielleicht könnte die Faschingsgaudi mit sicher deutlich weniger Zuschauern später im Fasching stattfinden. Die meisten Akteure von 2019 würden auch da kurzfristig mitmachen. Für den Abend brauche es natürlich ein ausgeklügeltes Hygienekonzept. Eine andere Idee sei das Garde-Tanzfestival an einem Sonntagnachmittag als Open-Air zu veranstalten. Denkbar sei auch, dass man zum Faschingsfinale mit einem Faschingswagen durch St. Wolfgang fahre und die Gaudi zu den Leuten bringe.

Das könnte Sie auch interessieren: Fasching in Prien fällt wegen Corona aus: Das sagt das noch geheime Prinzenpaar

Bei allem Überlegungen und Ideen für mögliche Veranstaltungen, betonten der Vorsitzende und Schwimmer, werde der TSV die aktuelle Corona-Gesamtsituation berücksichtigen. Es werde kein gesundheitliches Risiko für Akteure und Besucher eingegangen: „Mit Gewalt machen wir nix“.

Unzertrennbar mit dem St. Wolfganger Fasching verbunden ist Anni Staab. Die inzwischen 80-jährige Tanzlehrerin ist sozusagen ein närrisches „Urgestein“ und tanzt jetzt erstmals aus der Reihe: Die quirlige Seniorin beendet ihre aktive Zeit im Fasching.

Auch interessant: Faschingsgilde Rosenheim bläst trotz Corona kein Trübsal – Auszeit für kreative Pause

Jahrzehnte lang hat sie selbst mit ungeübten St. Wolfganger Prinzenpaaren ein flottes Tanzprogramm einstudiert. Ihre Tanzschule ist eine Institution, aus der viele Schülerinnen bei der TSV Garde und Showtanzgruppe aktiv sind und waren. Für tänzerisches Aufsehen sorgten seit vielen Jahren ihre Nachwuchstanzgruppen.

Jetzt habe Anni Staab nach über 30 Jahren ihre Ballettschule „übergeben“, berichtete der TSV-Vorsitzende.

Blumen zur offiziellen Übergabe der Tanzschule Anni Staab (von links): TSV-Vorsitzender Rudolf Müller-Brunnhuber, Tanzlehrerin Anni Staab und Nachfolgerin Juliane Zdera.

Die 80-Jährige habe „bis zum Schluss Aufstellungen und Choreografien ihrer Tanzgruppen mit ihrem großartigen Wissen und ihrer Empathie für jeden Einzelnen federführend und liebevoll angewiesen und geleitet“. Dabei habe sich die Tanzlehrerin großes Vertrauen bei den St. Wolfgangern erarbeitet. Ihr sich abzeichnender Abschied sorgte zunächst für Verunsicherung in den Reihen der Faschingsabteilung des TSV.

Es sei „nun gut zu wissen“, wie es künftig weiter gehe. Seit Oktober habe Juliane Zdera die Tanzschule übernommen. Mit ihr habe man „eine besondere Frau für die Sache gewinnen können“.

Die Ballett- und Gymnastikpädagogin habe Staab bereits in den vergangenen drei Jahren zunehmend in ihrem Tagesgeschäft unterstützt und „sich bereits die Herzen der Kinder, Jugend und Erwachsenen erobert“.

Damit sei es nahe liegend gewesen, dass Zdera aus dem Blickwinkel der TSV Vorstandschaft „die Wunschkandidatin war und nun auch so gekommen ist“, sagte Müller-Brunnhuber. Nun habe man „wieder eine hoch professionelle Vertreterin der Tanz-Kunst in den Reihen des TSV, die unserer Jugend das Tanzen sehr tiefschichtig lehrt und Nahe bringen kann“.

Lesen Sie auch:Faschingsgesellschaft Flintsbach-Fischbach bringt am 11.11. Gaudi ins Wohnzimmer

Kommentare