Keine Entwarnung zum Wochenende

Corona-Ausbruch in Wasserburger Klinik: 10 Patienten erst negativ, jetzt positiv getestet

Die RoMed-Klinik in Wasserburg: Das Haus verfügt über 130 Planbetten und ist als Krankenhaus der Grundversorgung im Bayerischen Krankenhausplan aufgenommen.
Rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter versorgen jährlich ca. 7.000 stationäre und 11.000 ambulante Patienten. 
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Die RoMed-Klinik in Wasserburg: Das Haus verfügt über 130 Planbetten und ist als Krankenhaus der Grundversorgung im Bayerischen Krankenhausplan aufgenommen. Rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter versorgen jährlich ca. 7.000 stationäre und 11.000 ambulante Patienten. 
  • Rosi Gantner
    vonRosi Gantner
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Am Romed Klinikum in Wasserburg ist in Sachen Corona-Ausbruch noch keine Ruhe eingekehrt: Bei zehn Patienten, die bei Aufnahme in dieser Woche einen negativen Test hatten, liegen inzwischen positive Testergebnisse vor. Diesen Patienten geht es den Umständen entsprechend gut.

Update, 11. Dezember 2020:

Wasserburg - Insgesamt werden aktuell 26 positiv getestete Patienten behandelt. Dabei sind auch die Covid-Patienten eingerechnet, die von Anfang an positiv getestet waren bzw. wegen Covid stationär aufgenommen wurden. Insofern kommt es zu der Zahlenkorrektur bei den Neuinfektionen.

Bei den Mitarbeiter-Testungen liegen mittlerweile 318 Ergebnisse vor, 10 davon sind positiv.

Die gute Nachricht: Die Geburtshilfe der Klinik bleibt weiterhin geöffnet für Schwangere mit Wehen, die nicht in andere Kliniken verlegt werden können, weil die Entbindung unmittelbar bevorsteht. Bei Unsicherheiten und Fragen rufen Schwangere bitte gerne in der Geburtshilflichen Abteilung an - Telefonnummer 08071 / 77 –305 oder -360.

(Pressemitteilung ROMed-Kliniken)

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Update, 10. Dezember 2020:

Über 450 Personen untersucht- Acht weitere Mitarbeiter positiv getestet

Wasserburg - Der Corona-Ausbruch am ROMed-KLinikum in Wasserbirg weitet sich aus: Zunächst waren fünf Patienten und ein Mitarbeiter der RoMed Klinik Wasserburg am Inn positiv getestet worden. Nach nun mehr vorliegenden zusätzlichen Testergebnissen sind weitere acht Patienten mit dem Corona-Virus infiziert.

Von den insgesamt über 450 getesteten Mitarbeitern liegen bisher 164 Ergebnisse vor. Danach sind ebenfalls acht weitere Mitarbeiter positiv getestet worden. Die Infektionen verteilen sich auf mehrere Stationen.

Schwangere, die zur Entbindung angemeldet sind, werden kontaktiert und jetzt vorsorglich – soweit möglich – in andere Kliniken umgeleitet.

„Die hohe Erkrankungsrate covid-positiver Menschen in der Gesamtbevölkerung zeigt sich natürlich auch bei Reihentestungen in Krankenhäusern. Alle Patienten werden zwar bei Aufnahme getestet. Leider wissen wir, dass ein Teil dieser Patienten erst zwei bis drei Tage später corona-positiv werden kann“, weist RoMed-Geschäftsführer Dr. Jens Deerberg-Wittram auf unvermeidbare Ungenauigkeiten bei den Testungen hin.

Die stationären Patienten der Klinik werden selbstverständlich weiterhin behandelt und versorgt. Je nach Testergebnis werden die Patienten aus hygienischen Schutzmaßnahmen einzeln isoliert oder zusammengelegt (kohortiert).

(Pressemitteilung ROMed-Kliniken)

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Der Original-Artikel vom 9. Dezember 2020

Corona-Ausbruch in Wasserburger Klinik: Aufnahme von Patienten gestoppt

Wasserburg – Corona-Ausbruch im Romed-Krankenhaus Wasserburg: Ein Arzt war bei einer Routinekontrolle positiv getestet worden. Außerdem sind fünf Patienten Corona-positiv. Über die Klinik wurde aktuell ein Aufnahmestopp verhängt.

Routinetestungen, die laut Romed bislang im Turnus von sieben Tagen im Wasserburger Krankenhaus durchgeführt wurden, haben die Treffer geliefert: einen Arzt sowie drei Patienten in dessen Umfeld – laut Romed alle mit nur leichten Symptomen und inzwischen isoliert. Hinzu kamen bei der Testreihe zwei weitere Corona-positive Patienten auf unterschiedlichen Stationen. „Reine Zufallstreffer, aber zum Glück noch rechtzeitig rausgefischt“, erklärt Romed-Geschäftsführer Dr. Jens Deerberg-Wittram. Beide Patienten seien bei ihrer Aufnahme noch negativ getestet worden. „Zwei Tage später nun der positive Befund.“ Betroffen waren in diesen Fällen die Handchirurgie und die Station 4.

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Bis auf Weiteres ist nun für das Wasserburger Krankenhaus ein Aufnahmestopp verhängt. Aktuell werden über 450 Mitarbeiter und alle 72 Patienten einer weiteren Reihentestung unterzogen. Mit den Ergebnissen wird heute, Donnerstag, gerechnet. In enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt Rosenheim werde dann beraten, ab wann Neuaufnahmen wieder zugelassen werden können. „Im Idealfall erhalten wir schon am Freitag die Freigabe“, erklärt Deerberg-Wittram im Gespräch mit unserer Zeitung. Kämen jedoch weitere positive Fälle hinzu, könnte sich die Wiedereröffnung weiter verzögern. Zudem habe man nun auch im Wasserburger Haus die Testfrequenz erhöht. „Wir testen jetzt alle zwei Tage“, betont der Romed-Chef.

Die Ausnahmen des Aufnahmestopps

Ausgenommen vom aktuellen Aufnahmestopp des 130-Betten-Hauses ist die zentrale Notaufnahme am Wasserburger Krankenhaus. Notfallbehandlungen finden Romed zufolge nach wie vor statt. Allerdings müssten die Patienten dann im Anschluss in eine andere Klinik weiterverlegt werden. Auch die Geburtshilfe soll für akute Entbindungen erreichbar bleiben. Vorerst geöffnet bleiben zudem die Arztpraxen in der Klinik (HNO etc.) mit Zutritt über eigene Eingänge.

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Kleiner Lichtblick: Covid-Patienten könnten in Wasserburg durchaus aufgenommen werden. Deerberg-Wittram: „Das könnte uns helfen, falls es in Rosenheim zu einer Überlastung kommen sollte.“

Klinik-Chef in Corona-Sorge: „Wir sind bereits jetzt in allen Kliniken total voll.“

Aktuell befinden sich im Romed-Verbund 76 Corona-Patienten in stationärer Behandlung, davon elf auf Intensivstation. „Diesen Stand hatten wir zuletzt am 24. April.“ Eine Entwicklung, die dem Klinik-Chef durchaus Sorgen bereitet: „Wir sind bereits jetzt in allen Kliniken total voll.“ Zum einen aufgrund der reduzierten Bettenzahl – aufgrund verschärfter Hygienemaßnahmen würden Drei- und Vierbettzimmer nun nicht mehr voll belegt. „Damit fällt uns bei vier Häusern unterm Strich eine Klinik weg.“ Zum anderen: Im Gegensatz zur ersten Welle, als sich die Region in einer Art Schockstarre befunden habe, fielen nun die Notfallbehandlungen nicht mehr weg. „Wir haben viele Notfälle und dringliche Eingriffe, eine völlig andere Situation als noch im Frühjahr.“ Der Klinik-Chef hofft deshalb inständig: Dass die Zahl der Covid-Patienten nicht weiter – und schon gar nicht sprunghaft ansteigt.

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