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Friseur, Hotel, Fitnessstudio, Bar

3G-Regeln wegen Corona: So funktioniert es bei den Geschäftsleuten in der Region

Viele Gaststätten in Wasserburg weisen so wie dieses Lokal schon am Eintritt auf die neuen Regeln hin.
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Viele Gaststätten in Wasserburg weisen so wie dieses Lokal schon am Eingang auf die neuen Regeln hin.
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  • Heike Duczek
    Heike Duczek
  • Petra Maier
    Petra Maier
  • Sophia Huber
    Sophia Huber

Geimpft, genesen, getestet: In einigen Branchen ist seit Montag im Landkreis der Nachweis der 3G notwendig. Die Wasserburger Zeitung hat bei Betrieben nachgefragt, wie sie damit umgehen.

Wasserburg – Die krisenerprobten Geschäftsleute gehen es nach dem Motto „was muss, das muss“ an. Und haben Lösungen entwickelt.

Schnelltest vor dem Haareschneiden

Beim Friseursalon Zettl gibt es die Möglichkeit, sich direkt vor dem Haarschnitt auf Corona testen zu lassen. „Wir haben Schnelltests parat, die kann der Kunde dann unter den Augen unserer Mitarbeiter selbst durchführen“, erklärt Tanja Zettl. Die 3G-Regel müsse im Salon exakt umgesetzt werden. Die Kunden seien aber auch bereit dazu. Momentan müssten auch Kinder ab dem 6. Geburtstag einen negativen Test vorweisen. „Wenn demnächst die Schule wieder anfängt, dann werden sie dort jeden zweiten Tag getestet, das vereinfacht dann für sie wieder die Einhaltung der Corona-Regeln wieder“, hofft die Friseurin.

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Ihre Kunden würden aber trotzdem kommen, wenn auch die Termine momentan etwas spontaner ausgemacht würden, als vor Corona-Zeiten.

Dienstleistung für den Hotelgast

„Die neue Corona-Situation hat uns im Hotel Fletzinger schon einen kleinen Rückgang bei der Auslastung beschert“, räumt Hotelchefin Anna Steinbacher offen ein. Aber sie lasse sich dadurch nicht verschrecken, stellt sie im nächsten Atemzug klar. Momentan sei sie gerade dabei, sich und einige Mitarbeiterinnen für eine Schulung bei den Johannitern anzumelden, „Damit wir die nötigen Schnelltests künftig bei uns im Hotel durchführen können.“

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Zwar seien 80 Prozent der Hotelgäste inzwischen geimpft oder genesen, aber sie wolle auch den anderen 20 Prozent entgegenkommen, die sich bisher nicht für die Spritze entschieden hätten, macht Steinbacher deutlich. „Man darf einfach nicht stehenbleiben. Ich sehe die Tests im eigenen Haus als Dienstleistung am Hotelgast. Er soll sich bei uns so wohl wie möglich fühlen“, erklärt sie.

Sie selbst sei in diesen unsicheren Zeiten mit vielfach wechselnden Corona-Vorgaben dankbar für die Unterstützung durch den Hotel- und Gaststättenverband Dehoga, der sie mit allen wichtigen Informationen über die aktuellen Corona-Maßgaben versorge. Derzeit, bei einem Inzidenzwert von über 50 im Landkreis Rosenheim, dürften beispielsweise 25 Personen in den Innenräumen des Hotels gemeinsam feiern, wobei die Geimpften und Genesenen nicht mitgezählt würden. „Aber wer weiß, wie lange diese Regel wieder gilt?“, stellt sie fragend in den Raum.

Fitnessstudio hat „vorgebaut“

Nur wer die 3G erfüllt, darf seit Montag im Fitnessstudio trainieren. Die Nachweispflicht nennt Hans Enzinger, Betreiber des Sportparks Fit & Fun, „einen neuen lästigen Verwaltungsakt“, für den er jedoch eine Softwarelösung gefunden hat. Wer zum ersten Mal seit der Neuregelung kommt, lässt registrieren, dass er oder sie genesen oder geimpft ist. Beim zweiten Besuch erkennt das System diese Information automatisch. Die Registrierung kann auf dem Smartphone, über die Homepage oder – wichtig für alle, die nicht so internetaffin sind – beim Personal durch Vorzeigen des Impfpasses erfolgen.

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Wer weder geimpft noch genesen sei, müsse jetzt jddoch einen Test vorzeigen. Auch diese behördlich angeordnete Forderung akzeptiere die große Mehrheit der Besucher. Es gebe jedoch auch Kunden, „die sauer reagieren“. „Da fallen auch mal böse Worte, obwohl wir ja gar nichts dafür können. Wir sind halt der Prellbock der Politik“, bedauert Enzinger. Es gebe außerdem sogar Gäste, die aussagen würden, über die neuen Regeln nicht informiert zu sein.

Die Mehrheit der Kunden ist nach Erfahrungen von Enzinger jedoch geimpft. Viele nutzten sogar die drei niederschwelligen Sonderimpfaktionen im Sportpark selber – „wir haben also gut vorgebaut“, sagt der Betreiber. Auf die Besucherresonanz hat die Testnachweispflicht für alle, die nicht genesen oder geimpft sind, bisher nur wenig Einfluss, stellt er fest. Vor dem 23. August, als die neuen Regeln eingeführt wurden, sei die Besuchshäufigkeit im Fitnessstudio sogar höher gewesen als in den Vorjahren. „Die Leute wollen wieder fit werden oder sich fit halten und ihre Abwehrkräfte stärken.“

Unsicherheit bei Barbesuchern

Amir Bajric, Inhaber der Cocktailbar El Paso, hat sich im Betriebsurlaub mal aus der Corona-Politik „ausgeklinkt“, wie er sagt. Sorgen macht er sich trotzdem. „Es ist definitiv ein Rückschritt“, findet er, den Menschen werde durch die neue 3G-Regel ein Stück ihrer Freiheit genommen. Als Unternehmer erwartet er deshalb auch einen Rückgang in den Einnahmen. Im Herbst werde das Wetter schlechter, dadurch könnten die Menschen auch nicht draußen sitzen und würden in die Innenräume drängen, gibt Bajric zu bedenken.

Zudem herrsche große Unsicherheit bei seinen Kunden. Bereits am Samstag, einige Tage vor der Einführung der neuen Regeln, hätten ihn viele Fragen erreicht, nicht nur zu den Regeln, sondern auch zu den Tests selbst. „Klar, es gibt viele, die das regelmäßig in der Arbeit machen“, sagt Bajric, „aber es gibt auch einige, die solche Tests noch nie gemacht haben.“ Und diese Unsicherheit würde sie möglicherweise von einem Besuch abhalten.

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