Christkindlmarkt präsentiert 1995 den kleinsten Zirkus der Welt

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Wasserburg – Der Wasserburger Christkindlmarkt startet 1995 mit dem kleinsten Zirkus der Welt in die achte Runde.

Die Werbung für Veranstaltungen in Wasserburg findet künftig nach neuen Regeln statt: Wo plakatiert werden darf, hat der Stadtrat festgelegt. Dies waren die lokalen Hauptthemen in der Wasserburger Zeitung vor genau 25 Jahren.

Wasserburg – Bereits die ganze Woche waren die Mitarbeiter des Bauhofes damit beschäftigt, den Platz rund um das Rathaus sowie die Hofstatt für den achten Wasserburger Christkindlmarkt zu gestalten. Das Dorf wurde in diesem Jahr von Sylvia Gahr um ein Gebäude erweitert: In einem „Stall“ werden erstmals Maroni und Crêpes angeboten. Neu ist diesmal auch ein Künstler aus dem Landkreis, der vor allem Wasserburg auf seinen Bildern festgehalten hat. Ein Drechsler aus Meißen sah einen Bericht über den Wasserburger Christkindlmarkt im Fernsehen und bewarb sich spontan. Tierisch geht es diesmal in der Hofstatt zu. Dort gastiert der laut „Guinness Buch der Rekorde“ kleinste Zirkus der Welt. Rund 70 Tiere sind dabei die Hauptakteure und zeigen erstaunliche Kunststücke, wie beispielsweise die Katze, die ohne Zögern über einen Balken läuft, auf dem als „Hindernisse“ mehrere weiße Ratten sitzen.

Viel Mühe machte sich der Stadtrat mit einer Sache, die schon für einigen Ärger gesorgt hatte: In Einzelabstimmung wurden die Stellen festgelegt, an denen künftig in der Stadt Plakatständer als Werbung für Veranstaltungen aufgestellt werden dürfen. Dabei trafen harte Positionen aufeinander: „Höchstens acht“, meinte die CSU, „mindestens zwölf“ die SPD. Viele Veranstalter möchten auf diesem Weg werben, wie drei zur Stadtratssitzung vorgelegte Briefe verdeutlichten. Man sei auf kostengünstige Werbemöglichkeiten angewiesen, hatten da rin Terres des hommes, Initiative Eine Welt und Theater Belacqua geschrieben. Am Ende stand eine deutliche Mehrheit hinter den beschlossenen Spielregeln. So darf mit Plakatständern im Stadtgebiet nur für Veranstaltungen in Wasserburg geworben werden. Stehen dürfen sie frühestens zehn Tage vor der Veranstaltung, am zweiten Werktag danach müssen sie entfernt sein. Wahlen sind ausgenommen – für sie gelten eigene Plakatregeln.

Weitere Meldungen in der Woche vom 30. November bis zum 6. Dezember 1995:

Frankfurt – Trotz des Booms in der Luftfahrt ist nach Ansicht der deutschen Flugsicherung noch genügend Platz am deutschen Himmel. Ein Engpass bei den Flugbewegungen sei „auf Jahre nicht zu befürchten“, wenn Kontroll- und Funktechnik verbessert würden, berichtete die Deutsche Flugsicherung. Anlass war die Ankunft des bundesweit zweimillionsten, in diesem Jahr von der DFS kontrollierten Instrumentenfluges.

Wien – Mit einem Schock hat die UN-Ozonkonferenz in Wien begonnen. Das Ozonloch über der Antarktis erreichte in diesem Jahr einen neuen Rekordwert. Anfang Oktober hatte das Loch über der Antarktis mit einer Ausdehnung von 20 Millionen Quadratkilometern die doppelte Größe Europas erreicht.

Erstmals Frauen imFeuerwehrdienst

Straubing – Das bayerische Kabinett hat die Änderung des Bayerischen Feuerwehrgesetzes beschlossen. Danach sind, basierend auf einer Forderung des Bundesverfassungsgerichts, künftig auch Frauen zum Dienst in der freiwilligen Feuerwehr verpflichtet, wenn die erforderliche Personaldecke sonst nicht ausreicht. Angesichts von derzeit 345 000 Angehörigen der freiwilligen Feuerwehr in Bayern seien Einberufungsbescheide für Frauen aber nicht zu befürchten, so Innenminister Günther Beckstein.

Piacenza – Für die im italienischen Piacenza stationierten Bundeswehrmannschaften mit ihren Tornado-Flugzeugen heißt es vorerst warten. Die im Juni den UN für Einsätze auf dem Balkan unterstellten deutschen Flieger sollen bald unter NATO-Führung für den Erhalt dauerhaften Friedens in Ex-Jugoslawien eingesetzt werden. Dazu bedarf es allerdings noch der Zustimmung des Bundestags.

Neuherberg – Kiefern schützen sich mit Lichtschutzmitteln vor einem „Sonnenbrand“. Dieses überraschende Ergebnis hatten Untersuchungen am Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit in Neuherberg ergeben. Dort wurde die Struktur von zwei Sonnenschutzpigmenten aus Nadelbäumen aufgeklärt. Die Substanzen sind fast identisch mit künstlich hergestellten Lichtschutzmitteln.

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