Chance für Künstler aus dem Wasserburger Land: Neues Leben im Gimplkeller?

Ein Konzerterlebnis im Gimplkeller von 2018: Es spielten die Duos „Blue Mood“ (Gesang: Sarah Wiegand; Gitarre: Andreas Rother) sowie „Bluevoizz“ (Gesang: Isabella Kaiser, Piano: Jörg Müller) jazzigen Neuinterpretationen
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Ein Konzerterlebnis im Gimplkeller von 2018: Es spielten die Duos „Blue Mood“ (Gesang: Sarah Wiegand; Gitarre: Andreas Rother) sowie „Bluevoizz“ (Gesang: Isabella Kaiser, Piano: Jörg Müller) jazzigen Neuinterpretationen

Es war der bisher letzte Auftritt einer Band im Gimplkeller in Wasserburg: das Konzert der Roß Killermann-Connection am 21. Februar. Dann kam Corona. Im August entschloss sich der Betreiber der Kleinkunstbühne,Heiko Rüsse, die Pforten ganz zu schließen. Doch es gibt neue Hoffnung.

Wasserburg – In Zeiten von Corona sah Rüsse keine Zukunft mehr für den Veranstaltungskeller mitten in der Altstadt. Doch im kommenden Jahr könnte – sowie die Pandemie dies zulässt – wieder Leben in den Gimplkeller einziehen. Der Kulturkreis Wasserburg, der Dachverband der Wasserburger Kunst- und Kulturschaffenden, hat bei seiner Jahreshauptversammlung sein Interesse bekundet.

Als Veranstaltungsort gut ausgerüstet

Wie die Kulturreferentin der Stadt, Wasserburgs Dritte Bürgermeisterin Edith Stürmlinger, bei der Versammlung darlegte, endet der Mietvertrag von Heiko Rüsse im Dezember. „Natürlich wissen wir nicht, wie es mit den ganzen Corona-Beschränkungen weitergeht, auf jeden Fall aber wäre es schade, wenn der Gimplkeller als Veranstaltungs- und Probenort verloren ginge.“ Sie habe bereits Vorgespräche mit den Vermietern geführt, die eine Fortführung des Betriebes unter bestimmten Auflagen zugestimmt hätten.

Stürmlinger: „Jede Menge Interessenten“

Es gebe bereits eine Menge Interessenten, die sich Auftritte und Konzerte im Gimplkeller vorstellen könnten. „Ich habe unter anderem ein sehr positives Gespräch mit Christian Wimmer von Fichters Kulturladen in Ramsau gehabt“, so Stürmlinger. Der Gimplkeller sei als Veranstaltungsort von Heiko Rüsse bestens ausgerüstet worden. Es gebe neben der Bestuhlung auch eine tolle Licht- und Soundanlage.

Angebot des Rotary Clubs

Um diese Ausstattung ging es dem Wasserburger Architekten Richard Kröff, der als aktueller Präsident des Rotary Clubs Wasserburg bei der Hauptversammlung des Kulturkreises als Gast zugegen war. „Ich habe mir für meine Präsidentschaft beim Rotary Club die Förderung der heimischen Kultur auf die Fahne geschrieben. In diesem Zusammenhang möchte ich anbieten, dass der Rotary Club das Equipment des Gimplkellers von Heiko Rüsse kauft und dem Kulturkreis als Spende überlässt.“

Der Gimplkeller sei ein toller Raum und biete vielfältigste Möglichkeiten, so Kröff weiter. „Ich habe dort selbst bereits viele schöne Abende bei Konzerten und Auftritten erlebt.“

Uwe Bertram, Leiter des Theaters Wasserburgs und Gründungsmitglied des Kulturkreises, sieht in der Übernahme des Gimplkellers eine „einzigartige Chance“ für den Dachverband. „Das könnte dem Kulturkreis einen neuen Sinn einhauchen.“ Auch wenn er sich derzeit corona-bedingt eher keine Veranstaltungen im Gimplkeller vorstellen könne, sei dies sicher ein sinnvolles Projekt für die Zukunft. Allerdings müsse man sich überlegen, wie das Betreiben durch den Kulturkreis genau aussehen könnte, wer letztlich verantwortlich für den Betrieb sei. „Die Idee kann gut sein, die praktische Umsetzung ist dann oft nicht so einfach.“

Für jede Aufführung einen Paten

Dr. Markus Brezina, Vorsitzender des Kulturkreises, kann sich in diesem Zusammenhang vorstellen, dass man für jeden Aufführungsabend eine Art Paten aus dem Kulturkreis benennen könnte. „Ich glaube schon, dass wir das alle zusammen leisten können, wenn wir das auf mehrere Schultern verteilen.

Das sah auch Georg Machl, Chef der Stadtkapelle, so. „Eine tolle Investition in die Zukunft.“ Allerdings merkte er an, dass man bei der Vergabe des Raumes an die Künstler Fingerspitzengefühl entwickeln müsste. „Nicht, dass wir da nur günstigen Bühnenraum für Bands aus München und Stuttgart schaffen und die heimischen Künstler mit dem Ofenrohr ins Gebirge schauen.“

Anfang Oktober Ortstermin

Die Versammlung beschloss, sich des Projektes anzunehmen. Jetzt soll Anfang November ein Ortstermin im Gimplkeller stattfinden, bei dem Nägel mit Köpfen gemacht werden.

Als Formalie standen auf der Tagesordnung der Hauptversammlung auch Neuwahlen der Vorstandschaft. Einstimmig wurde Gründungsmitglied Christian Huber (Bürgerspiel) zum neuen Ersten Vorsitzenden gewählt. Ebenfalls ohne Gegenstimme bestimmten die Versammlungsteilnehmer Josef Christandl (Theaterkreis) zu seinem Stellvertreter. Die Kasse übernimmt Dr. Markus Brezina.

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