Bürgermeister von Wasserburg: „Rezession macht vor uns nicht halt“

Die Corona-Pandemie drückte auch der letzten Sitzung des alten Stadtrates den Stempel auf – nicht nur durch einen ungewöhnlichen Tagungsraum im großen historischen Rathaussaal, nicht nur durch Maskenpflicht und weit auseinander sitzende Mitglieder, nicht nur durch die Tatsache, dass die Festivitäten zur Verabschiedung der ausscheidenden Stadträte ausfielen, sondern auch durch einen Bericht des Bürgermeisters, der deutlich machte, wie ernst die Lage ist.

Von Heike Duczek

Wasserburg – Das gab es noch nie: Kurzarbeit im öffentlichen Dienst, eigentlich gar nicht vorgesehen. Doch für Mitarbeiter des geschlossenen Badrias ist es, wie berichtet, rückwirkend zum 1. April soweit. Der Rest der Verwaltung arbeitet im Schichtbetrieb – in Teams, die sich nicht begegnen. Auch Mitarbeiter der Stadt sind positiv getestet worden und waren oder sind erkrankt. Ein Schwerpunkt lag laut Bürgermeister Kölbl im Kindergartenbereich. Alle haben die Viruserkrankung gut überstanden, berichtete er.

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Der Krisenstab der Stadt mit Vertretern der Verwaltungsspitze ist mittlerweile zur Dienstbesprechung mit den Fraktionsvorsitzenden ausgeweitet worden. Auch er tagt einmal in der Woche montags im großen Sitzungssaal.

Noch nicht abschätzen kann die Stadt die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf den Stadthaushalt. Es liegen etliche Stundungsanträge für Steuern, Mieten und Pacht vor, berichtete Kölbl.

„Die Rezession macht vor uns nicht halt“, zeigte sich Kölbl überzeugt. Die Stadt Wasserburg sei zwar gut aufgestellt dank neun Millionen Euro Rücklagen und nur sechs Millionen Euro Schulden – per saldo also schuldenfrei. Doch Steuereinbrüche seien zu erwarten, wie hoch und was das für die Finanzen der Stadt bedeute, sei nach wie vor offen. „Könnte sein, dass morgen die Haushaltssperre vor der Tür steht“, warnte Kölbl.

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