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500 Tage Bürgermeister (Teil 7)

Konrad Linner aus Amerang sagt: „Das Nachkarteln beim Wirt hat lange gefehlt“

„Man braucht als Bürgermeister Mut zu Entscheidungen, damit Entwicklung möglich ist“, sagt Bürgermeister Konrad Linner aus Amerang.
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„Man braucht als Bürgermeister Mut zu Entscheidungen, damit Entwicklung möglich ist“, sagt Bürgermeister Konrad Linner aus Amerang.
  • VonChrista Auer
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Die Corona-Pandemie, die Millionensanierung der Mittelschule Eiselfing und die Ansiedlung eines Discounters – Konrad Linner, Bürgermeister in Amerang, steht im Interview zu seinen ersten 500 Tagen im Amt Rede und Antwort.

Amerang – Seit der Kommunalwahl im Jahr 2020 sind im Altlandkreis Wasserburg exakt 13 neue Bürgermeister in Amt und Würden. Unsere Heimatzeitung fragte nach, wie die ersten 500 Tage ihrer Amtszeit verlaufen sind. Lesen Sie heute die Antworten von Konrad Linner (Gemeindeliste Amerang), Bürgermeister in Amerang.

Wie hat Corona in den ersten 500 Tagen Ihrer Amtszeit mitregiert?

Konrad Linner: Das Thema war leider ständig präsent, dazu haben auch die sich ständig ändernden politischen Rahmenbedingungen beigetragen. Immer wieder tauchen Fragen auf, die zum Beispiel im Zusammenhang mit der Mittagsbetreuung in der Schule nicht eindeutig aus den Beschlüssen der Staatsregierung abzuleiten sind.

Die Pandemie ist immer noch täglich präsent, nicht nur durch unsere Teststation im Rathaus.

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In der politischen Arbeit für die Gemeinde haben wir uns jedoch nicht bremsen lassen. Durch die Nutzung von Homeoffice und Online-Besprechungen waren wir immer arbeitsfähig und konnten so alle Projekte weiterführen und neue anstoßen. Und wir haben es fast die gesamte Zeit geschafft, den Bürgerinnen und Bürgern den Zugang zum Rathaus zu ermöglichen.

Das Gemeinschaftsgefühl im Gemeinderat hat sich trotzdem gut entwickelt, auch wenn das „Nachkarteln beim Wirt“ lange gefehlt hat.

Die viel diskutierte Millionensanierung der Mittelschule Eiselfing und der Erhalt des Schulstandorts erhitzt die Gemüter. Wie positionieren Sie sich in dieser Frage?

Linner: Bei allem Verständnis für Emotionen die hier mitschwingen, sehe ich es als Aufgabe der gewählten Vertreter, in erster Linie sachlich an das Thema heranzugehen.

Es geht hier um die Frage, wie wir ein bestmögliches Bildungsangebot für unsere Kinder organisieren, aber auch einen verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeldern im Blick haben.

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Weder die Standortfrage noch die Kosten dürfen allein entscheidend sein. Für diese Gesamtbetrachtung liegen aber noch nicht alle Fakten auf dem Tisch. Deshalb wird die Entscheidung erst im Laufe des Herbstes möglich sein. Dass wir in den Schulverbund Wasserburger Land eingebunden sind und mit der Mittelschule Wasserburg eine sehr gute Alternative haben, gibt jedenfalls Sicherheit.

Thema Nahversorgung: Ist im Zusammenhang mit dem Bau der Ameranger Spange bei der Überplanung des Areals der Bau eines Einkaufsmarktes oder eines Discounters, wie bereits vor einigen Jahren schon einmal diskutiert, in den aktuellen Überlegungen?

Linner: Die Verbindungsstraße von der Kreisstraße RO 36 und der Staatstraße 2360 ist erstmal nur aus verkehrspolitischen Gründen wichtig. Die „Spange“ soll einen wesentlichen Teil des Verkehrsaufkommens aus dem Gewerbegebiet aufnehmen, der dann nicht mehr durch die Ortsmitte fahren muss.

Eine Überplanung der angrenzenden Flächen wird vorerst nicht angedacht, auch wenn wir sie im Flächennutzungsplan neu bewertet haben. Die Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes ist zwar weiterhin nicht ausgeschlossen, aber aktuell nicht auf der Tagesordnung.

„Amerang angenehm anders“ – diesen Leitspruch hat sich der Gewerbeverein bereits vor vielen Jahren gegeben und er scheint auch für die Gemeinde zu gelten. Viele zukunftsweisende Entscheidungen beispielsweise in puncto Gewerbesteuersatz, Energiewende, Bebauungspläne oder aktuell auch die Verwendung der Luca-App wurden auch mit der Aussicht auf Gegenwind getroffen. Woher kommt der Mut, immer wieder auch „heiße Eisen“ anzufassen und ist es schwierig, dafür Mehrheiten im Gemeinderat zu finden?

Linner: Mein Wahlspruch bei Amtsantritt war „Mut und Demut“. Demut vor der Verantwortung für eine positive Entwicklung der gesamten Gemeinde und den vielfältigen Aufgabestellungen, aber auch Mut zu Entscheidungen, damit Entwicklung möglich ist. Immer in dem Bewusstsein gut abzuwägen ob es dem Gemeinwohl dient, ist es mir wichtig dabei immer ehrlich und transparent zu arbeiten.

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Dies ist vermutlich auch ein Baustein für die sehr gute sachorientierte Zusammenarbeit im Gemeinderat. Von den pandemiebedingten Einschränkungen haben wir uns nicht abhalten lassen, auch im Gemeinderat alle Themen ausführlich zu behandeln und mehrere Sondersitzungen beziehungsweise einen Klausurtag abzuhalten und damit den Grundstein für verschiedene Projekte, aber auch die sehr produktive Zusammenarbeit von Gemeinderat und Verwaltung gelegt.

Die Gemeinderäte investieren hier sehr viel Zeit und Engagement, zum Beispiel beim Thema Neubau des Hauses für Kinder in Amerang, um am Ende in mehrfacher Hinsicht ein gutes Ergebnis erzielen zu können.

Worauf freuen Sie sich morgens, wenn Sie ins Rathaus gehen?

Linner: Ich freue mich auf hoch engagierte und professionell arbeitende Mitarbeiter*innen und die stets angeregten Diskussionen um die Projekte und Ziele in allen Bereichen der Gemeindeentwicklung.

Wenn Sie einen Wunsch für Ihre Gemeinde frei hätten, dann …

Linner: Würde ich mir wünschen, dass das ehrenamtliche Engagement wieder lebendiger und sichtbarer werden kann und das Gemeindeleben auch in Zukunft so vielfältig prägt wie vor der Pandemie.

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