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Bürgermedaille für Biathlon-Star Franziska Preuß: „Schee, dass ma di do ham“

Ausnahme-Biathletin Franziska Preuß.
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Ausnahme-Biathletin Franziska Preuß.

Grillen, plaudern, Autogramme bekommen, Musik, Böllerschützen und interessante Einblicke in das Leben einer Weltklasse-Leistungssportlerin erhalten – in den Genuss all dessen kamen die Besucher, als die Biathletin Franziska Preuß die Bürgermedaille ihrer Heimatgemeinde Albaching entgegennahm.

Albaching– Für diese Veranstaltung hatten sich Bürgermeister Franz Sanftl und die Fans samt Skiclub Haag und weitere Ehrengäste einiges ausgedacht und für einen lockeren, unterhaltsamen Rahmen in Biergartenstimmung bei idealem Wetter vor dem Bürgersaal gesorgt.

Musiker Kowol spielte für sie

„Gerne“, das wusste der Bürgermeister, hätte die Sportlerin im vergangenen Jahr das Konzert des hiesigen Musikers Paul Kowol gehört, und so lud man den jungen Musiker ein, auf dass er ein paar Stücke aus seinem Programm spielte.

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Er zeigte sich unterhaltsam und sehr flexibel, indem er sogleich die läutenden Kirchenglocken in sein Stück mit einbaute.

Höhen und Tiefen beleuchtet

Der Vorsitzende des Fanclubs, Hans Bubb, zählte zuerst bekannte Stationen aus der Karriere von Franzi Preuß auf, ihre Erfolge, Auszeichnungen, „Höhen und Tiefen mit gesundheitlichen Rückschlägen“, auch dass sie aus einer sportlich-engagierten Familie stammt und „sehr schnell“ Erfolge erzielte. Außerdem sei sie mit 19 Jahren bereits Olympiateilnehmerin gewesen, so dass man als „Fangemeinde mit 130 Leuten nach Ruhpolding“ gefahren sei. Preuß habe an 23 Weltcuprennen teilgenommen und sich stets unter den neun Besten im Gesamt-Weltcup bewegt.

Erholungsbedürftig nach langem Winter

Um aber noch mehr über die Albachingerin zu erfahren, holte er sie auf die Bühne und ließ die 25-Jährige auf ihre eigene Art antworten, „wie ihr der Schnabel gewachsen ist“, was überaus unterhaltsam war.

Demnach fliege das Jahr an ihr vorbei. Erholungsbedürftig sei sie nach einem langen Winter, bis im Mai wieder das Training beginne. Ab September drehe sich alles um die Deutsche Meisterschaft. „Gefühlt ist schon Winter“, wenn sich das Training nach Norwegen verlagere, „und dann ist schon wieder März.“ Beim Training, verriet sie, benötige man eine „klare Linie“, denn „andere Nationen trainieren das ganze Jahr über auch saugut“. Die Kunst sei es, die Kräfte einzuteilen, dann könne man auch einmal bei einem Show-Wettkampf mitmachen.

Weltmeisterschaft schöner als Olympiade

Verbunden sei all das eher mit einem „Lagerkoller bei sechs Mädels drei Wochen lang“, von Wellness sei nichts zu spüren. Das meide man sogar, denn niemand dürfe sich irgendwo anstecken. Während Südtirol die Sportler recht verwöhne, habe man in Russland derart „abgefuckte Buden“ kennengelernt, die aber „fast schon wieder cool“ gewesen seien.

Weltmeisterschaft oder Olympiade? Eine Weltmeisterschaft sei immer schöner, da seien Zuschauer, „die das wenigstens interessiert“, während die Aufmerksamkeit bei einer Olympiade gestreuter sei. Zudem bekomme man vom „olympischen Flair“ nichts mit, das sei zu viel Stress. Etwa wenn man „in Plastik verpackten“ Wohnungen lebe, weil die nach der Olympiade sofort verkauft würden.

Dopingkontrolle nach dem Zieleinlauf

Nach dem Zieleinlauf mit den Fans plaudern? Nein, das gehe leider nicht, so Preuß. Es gebe anschließende Dopingkontrollen, Termine mit Sponsoren und Besprechungen etwa zur Technik, so dass man selber oft „erst ganz spät was essen kann“. „Wir müssen da einfach funktionieren“, bat sie um Verständnis. Wichtig seien die Dopingkontrollen schon, täglich sei dafür der Übernachtungsort anzugeben, zuverlässige Erreichbarkeit Pflicht. Sonst drohe schnell eine Sperre von zwei Jahren. Das sei schon „irgendwo nervig, andererseits gehört es einfach zum Job dazu“, wofür sie spontanen Beifall erhielt.

Zu ihren schönsten Momenten, erinnerte sie sich, zählte der überraschende Sieg im finnischen Kontiolahti, während es im russischen Sotschi „nicht so gut lief“. Maximal vier Wochen Urlaub habe sie, Hobbies? Fehlanzeige. Ihr genüge Kochen, Heimfahren, oder mit Freunden was machen. „Mir geht da aber auch nichts ab“, sagt sie. Jetzt fühle sie sich fit, war zuletzt aber zwei Wochen im Traunsteiner Krankenhaus aufgrund einer Verletzung an der Lunge.

Josef Huber, Inhaber des Bachmehringer Holzbauunternehmens, gratulierte mit einem Geschenkgutschein für thailändisches Essen. Sie habe „die Auszeichnung verdient“, meinte Huber, denn sie habe etwas geleistet und „dabei auf vieles verzichtet“.

Albachinger lieben sie

Warum diese Auszeichnung? Bürgermeister Sanftl erklärte dazu: „Du hast mit deiner sportlichen Leistung und deiner herzlichen Art den Namen Albaching weit über die Grenzen bis in die ganze Welt bekannt gemacht.“ Und: „Schee dass ma di do ham“; sprachs, und die Böllergruppe der Forstinger Steinbuchschützen unterstrichen diese Worte lautstark.