B15NEU

Bürgerbeteiligung endet mit dem April

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Die B15neu, ein sehr umstrittenes Verkehrsprojekt, ist im Bundesverkehrswegeplan 2030 dem „weiteren Bedarf mit Planungsrecht“ zugeordnet. Allerdings mit zwei Trassen. Wer dem Bundesverkehrsministerium seine Meinung kundtun will, welche Trasse es denn irgendwann werden soll, kann das noch bis Ende April tun.

Altlandkreis – Als es vor ein paar Wochen hieß, die B 15neu, auch genannt „Autobahn mit gelben Schildern“, sei nur im erweiterten Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes (BVWP) 2030, war in vielen Gemeinden Aufatmen zu hören (wir berichteten). Nach Meinung vieler Ausbaugegner zu früh, denn der Zusatz „mit Planungsrecht“ bedeute ja, dass an den zwei eingereichten Trassen weitergeplant werden könne. Einige Skeptiker sind der Auffassung, dass „mit Planungsrecht“ gar heiße, es könne eine relativ kurzfristige Hochstufung des Projektes geben, was Wasserburgs Bürgermeister Michael Kölbl anders sieht: „Alles in weiter Ferne. Die Planung konkretisiert sich höchsten bei den Ortsumgehungen.“

Angemeldet sind derzeit sowohl die 28 Meter breite Trasse von Obertaufkirchen über Stierberg, Ramsau, Lengmoos, Allmannsau bis nach Ferchensee in der Gemeinde Rechtmehring, wo die Neubaustrecke die bestehende B 15 erreicht, erst bei Attel und Ramerberg noch einmal abweicht, und der von vielen Gemeinden und Bürgern favorisierte Ausbau der bestehenden B 15 mit Ortsumgehungen von Taufkirchen, Dorfen, St. Wolfgang und Rott.

Mitten durch das Gemeindegebiet

Diesen Ausbau, der wohl auch schneller und kostengünstiger wäre, als eine in großen Teilen komplett neue Straße, will unter anderem auch der Ramerberger Gemeinderat. Denn Ramerberg wäre von der neuen Trasse besonders getroffen: Sie führte, käme sie denn, mitten durch den ebenen Teil des Gemeindegebietes. Deswegen hat der Gemeinderat die im vergangenen Jahr beschlossene ablehnende Resolution gegen diese Trasse auch erneut ans Ministerium weitergereicht. „Ich bin ein vehementer Verfechter von Alternativen zur B 15neu“, so Bürgermeister Georg Gäch, „ich halte von der Planung überhaupt nichts. Wenn es nach mir ginge, sollte man auch nach Möglichkeiten suchen, die B 15 mittels anderer Verkehrsmittel – zum Beispiel der Bahn – zu entlasten.“

Ganz anders ist die Sicht in St. Wolfgang. Dort befürchtet der Gemeinderat eine dramatische Zunahme des Verkehrs auf der B15. Das Gremium hat sich nach Bekanntgabe des neuen BVWP daher mit der neuen Situation des BVWP befasst und eine Stellungnahme beschlossen. Bürgermeister Ullrich Gaigl und der Gemeinderat forderten, die B15 neu müsse in den „vordringlichen Bedarf“ des BVWP. Gebaut werden soll die Entlastungsstraße auf der bisher raumgeordneten Osttrasse bei Schwindegg. Die Gemeinde fordert zudem, dass eine Entscheidung über die Trassenführung noch heuer getroffen werden muss.

Michael Kölbl ist relativ entspannt: Stadtverwaltung und Stadtrat bevorzugen weiterhin die sogenannte 2+1-Variante, also den Ausbau mit wechselnden Überholspuren und Ortsumgehungen entlang der bestehenden Trasse. „Momentan ist unseren Wünschen entsprochen“, so Kölbl, „und auch der Regionalplan ist bereits entsprechend geändert.“

Stellung nehmen bis Ende April

Der Verein der Gegner der B 15neu mit Mitgliedern aus 25 Gemeinden kann mit der Variante der Ortsumgehungen leben, da diese auch aus finanzieller, umweltbezogener, landwirtschaftlicher und Anwohner-Sicht die bessere Lösung darstelle. Der Verein verweist darauf, dass jeder Bürger im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung bis Ende April eine Stellungnahme abgeben kann. Und zwar unter http://www.bvwp-projekte.de/. hew/fxm/syl

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