Bruno Bibinger wird neuer Stadtpfarrer von Wasserburg

Der neue Stadtpfarrerder beiden Pfarreien St. Jakob und St. Konrad heißt Bruno Bibinger und tritt sein Amt im September an. re

Stadtpfarrer Dr. Paul Schinagl tritt im Herbst in den Ruhestand. Jetzt steht sein Nachfolger fest: Er wechselt aus einem Pfarrverband mit langer Historie und einer der berühmtesten Kirchen in der Erzdiözese nach Wasserburg.

Von Heike Duczek

Wasserburg – Zum September wird Pfarradministrator Bruno Bibinger, bisher Leiter des Pfarrverbandes Tuntenhausen-Schönau, neuer Pfarrer für St. Jakob und St. Konrad. Dies teilte das Stadtpfarramt mit.

Weil Gottesdienste in Wasserburg aufgrund der nicht umsetzbaren Hygieneregeln noch nicht stattfinden können, wird die Nachfolgeregelung den Gläubigen per Aushang bekannt gegeben.

Vom Bankkaufmann zum Priester

Bibinger (37) wurde am 28. Juni 2014 zum Priester geweiht. Er kam über einen Umweg zum Pfarrerberuf. Seine Kindheit war zwar stark geprägt durch das kirchliche Leben und einen Ortspfarrer, der ein Vorbild darstellte. Als Bub war Bibinger Ministrant und Oberministrant, später sogar Mesner. Trotzdem entschied er sich zuerst für den Beruf des Bankkaufmanns. Zwei Jahre war Bibinger bei der Sparkasse Miesbach-Tegernsee tätig, bevor er sich doch noch entschloss, das lange und schwierige Studium der Theologie anzupacken und seinen Traumberuf zu erlernen.

2006 trat er in das Priesterseminar in München ein. Das Studium der Theologie und der Philosophie absolvierte Bibinger in München und Luzern. Anschließend arbeitete er ein Jahr in der Hausverwaltung eines Altenheims in Unterhaching – „eine sehr wichtige Station für meinen weiteren beruflichen Weg“, wie er heute sagt.

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Vor seiner Priesterweihe wirkte Bibinger als Diakon im Pfarrverband Bergkirchen-Schwabhausen bei Dachau. Seine Kaplanzeit verbrachte er in Neumarkt-Sankt Veit. Während seiner Zeit als Leiter des Pfarrverbands Tuntenhausen war er zudem Wallfahrtskustos und Rektor der allfahrt von Tuntenhausen. Hier begleitete er unter anderem auch die Renovierung der Basilika.

Bibinger nennt seinen Wechsel nach Wasserburg „eine stimmige Entscheidung“. Ihm sei die Aufgabe angetragen worden. Die Tatsache, dass es in Tuntenhausen ein Wallfahrtsbild gebe, das auch Wasserburger Szenen zeige, und er vom Jakobsberg in Tuntenhausen nach St. Jakob in Wasserburg wechseln werde, bezeichnet er als „Fingerzeig Gottes“. Seine neue Wirkungsstätte hat der Geistliche allerdings erst einmal besucht – und das ist schon einige Jahre her. Er musste jedoch nicht lange überlegen, um nach Jahren in großen Landpfarreien jetzt Ja zu sagen zur Chance, „an eine ehrwürdige Stadtpfarrei“ und „an die „Perle des Inns“ zu wechseln.

Am Herzen liegt Bibinger die Seelsorge

Hier und an seinen vorherigen Wirkungsstätten hat der zukünftige Stadtpfarrer stets gerne mit jungen Menschen zusammengearbeitet. Auch die kirchlichen Feste liegen ihm am Herzen. Ebenso die Bibelarbeit – nicht nur im Gottesdienst, sondern auch die Vermittlung der hier verankerten christlichen Botschaften in Bibelkreisen oder in Vorträgen. Bibinger legt außerdem Wert auf die Seelsorge: Er nimmt sich nach eigenen Angaben die Zeit für die Einzelbegleitung von Gläubigen. Das sei trotz vieler administrativer Aufgaben schwierig, aber möglich. „Man kann als Pfarrer nicht alles selber machen“, zeigt er auf, dass er auf aktive Mitarbeit der kirchlichen Gremien setzt und dieses Engagement der Ehren- und weiteren Hauptamtlichen zu würdigen weiß.

Privat hört der Geistliche gerne Musik. Er liest viel und liebt Spaziergänge. Bibinger interessiert sich sehr für Kunst und Architektur. „Ich bin gerne der Geschichte auf der Spur“, sagt er. Auch deshalb ist die historische Stadt Wasserburg für ihn der ideale Arbeitsplatz.

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Sein neues Amt tritt er in schwierigen Zeiten an. „Wir müssen flexibel sein, lange vorausplanen, das geht seit Beginn der Corona-Pandemie nicht mehr“, bedauert er. „Aus den Möglichkeiten was machen“, lautet sein Credo.

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Sein Vorgänger Schinagl wird übrigens in Wasserburg wohnen bleiben. „Von Abschied will ich derzeit nichts wissen, dann kommen mir die Tränen“, räumt er offen ein. Doch Schinagl, der 25 Jahre Stadtpfarrer war, ist überzeugt: „Mein Nachfolger wird in die Aufgabe hineinwachsen – und so wie ich auch ein Wasserburger werden.“

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