Breitband: Warten auf präzise Zahlen

Einen Schritt weiter ist der Maitenbether Gemeinderat mit dem Breitbandausbau in der Gemeinde. Ingenieur Paul Roither von der Planungsfirma Corwese hatte dazu Neuigkeiten.

Maitenbeth - Der Ingenieur berichtete von zwei eingegangenen Antworten. "Kabel Deutschland" habe mitgeteilt, dass es auf einen regulären Ausbau aus eigener Initiative verzichte, genauso wie die Telekom. So bleibt nur dieses Verfahren mit hohem staatlichen Zuschuss. Allerdings lieferte die Telekom eine Karte mit den Datenübertragungs-Geschwindigkeiten im untersuchten Gebiet mit.

Gut versorgt sei demnach der Ort selber und von dort weiter entlang der Bundesstraße mit Straßmaier. Zu berücksichtigen seien entlang der Gemeindegrenzen die Nachbarn Haag und Albaching, idealerweise ergänze sich deren Ausbau mit dem eigenen Vorhaben, dann könne man dort anknüpfen und umgekehrt. Dafür informiere man sich noch über deren eingesetzte Technik.

In der Gemeinde seien so genannte DSLAMs zu montieren, erklärte Roither. Diese Verteiler würden mit Glasfaser angesteuert, von da aus führten Kupferkabel weiter in die Häuser. Glasfaser halte die Geschwindigkeit, sei aber sehr teuer. Kupfer sei hingegen bereits überall verlegt, drossele aber mit zunehmender Entfernung erheblich die Geschwindigkeit.

Welche Technologie ist die zukunftssichere?

Bei den Beratungen dazu fiel die Frage nach der zukunftssichersten Technologie, zumal die Übertragungsraten in den letzten Jahren ständig gestiegen seien. "Ganz klar Glasfaser", zeigte sich Roither überzeugt. Die andere Technik mit Kupferkabel verbessere sich zwar auch ständig, hinke aber absehbar der Übertragung mit Licht hinterher.

Also sollte man, das meinten mehrere Gemeinderäte, Glasfaser auch dort verlegen, wo es irgendwie geht. Das schaffe aber Ungleichheit, meinte Bürgermeister Josef Kirchmaier dazu, denn im Ort liege Kupferkabel, während der Außenbereich dann schneller angebunden sei.

Im schlimmsten Fall "liegt da Glasfaser und keiner schließt an", befürchtete Susanne Djermester (Grüne). Weil alle Möglichkeiten auf den Tisch sollen, will der Ingenieur dazu Zahlen liefern. Im Groben ging der Bürgermeister von geschätzten zwei Millionen Euro aus, das sei aber derzeit nicht zu finanzieren. Hinzu komme, dass der Staat nur Anschlüsse fördere, die unter 30 Megabit in der Sekunde liegen, da falle einiges weg. Bei der Verlegung gebe es noch Möglichkeiten zur Einsparung, wenn der Eigentümer für den Hausanschluss selber zuständig sei. Zudem könne man Obergrenzen bei den Kosten festlegen, etwa bei Löfflmoos und Rappolten, das teuer komme. Denn alleine für diese sieben Anwesen liege die Schätzung bei 150000 Euro.

Hier sei noch zu klären, ob das von Haag aus versorgt werden könne; genauso die südlichen Gemeindeteile, die oft näher an der Infrastruktur von Albaching lägen. Eine Klärung könne aber noch drei Monate dauern.

Allgemein dürfe man mit 50000 Euro für den Kilometer Glasfaser rechnen, der Anschluss eines Hauses komme auf durchschnittlich 15000 Euro. Insgesamt koste das bisher 700000 Euro, nach Abzug des Zuschusses müsste die Gemeinde 112000 Euro aufbringen.

Der Rat war geneigt, sogleich zu starten und die Planung bei neuen Ergebnissen anzupassen. Das sei aber "doppelte Arbeit", meinte der Bürgermeister dazu. Deshalb sollen erst die Zahlen für den optimalen Ausbau auf dem Tisch liegen.

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