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Westlicher Landkreis Mühldorf als Hotspot

Borna-Virus mit zwei Toten in der Region: Warum die Maitenbether jetzt Blut abgeben sollen

Die Spitzmaus gilt als Überträger des Bornavirus. Weil es in Maitenbeth zwei Infektionen gab, soll dort jetzt eine Studie durchgeführt werden, an der die Bürger teilnehmen sollen.
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Die Spitzmaus gilt als Überträger des Borna-Virus. Nun soll untersucht werden, warum die Region im westlichen Landkreis Mühldorf besonders stark betroffen ist. Zwei der drei Infektionen gab es in der kleinen Gemeinde Maitenbeth.
  • Markus Honervogt
    VonMarkus Honervogt
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Zwei Tote, ein Kranker: Der Landkreis ist zum Borna-Virus-Hotspot geworden, zwei Kranke gab es in Maitenbeth, einen im westlichen Landkreis. Die Häufung der Fälle dieser seltenen Krankheit in Maitenbeth mit nur gut 2000 Einwohnern hat Behörden dazu gebracht, dort eine Studie zu initiieren. Das kommt auf die Maitenbether zu und so kann man sich schützen.

Mühldorf/Maitenbeth – Landratsamt, Landesgesundheitsamt und eine Universität wollen alle erwachsenen Maitenbether auf Spuren des Borna-Virus untersuchen. Die Einwohner sollen dazu eine Blutprobe und Nasenabstrich abgeben und einen Fragebogen ausfüllen.

Drei Fälle in nur vier Jahren - weit über dem Durchschnitt

Das Robert-Koch-Institut spricht von nur zwei bis sechs Infektionen mit der meist tödlich verlaufenden Krankheit deutschlandweit im Jahr. Insofern ist die Region um Maitenbeth mit zwei Fällen in Maithenbeth und einem weiteren im westlichen Landkreis seit 2019 auffällig. Grund genug für die Behörden, dort eine Studie anzufertigen.

Infektionen ohne Symptome finden

Laut Bayerischem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) kann die Übertragung des Borna-Virus über die Feldspitzmaus erfolgen. Infizierte Feldspitzmäuse scheiden die Viren unter anderem über Speichel, Urin und Kot aus. Weitere Verbreitungen durch den Kot von Katzen oder Pferde sind möglich, die Verbreitung von Mensch zu Mensch ist nicht bekannt.

Studie soll Infektionswege aufzeigen

Mit der Studie in Maitenbeth will das LGL in Zusammenarbeit mit der Uni Regensburg herausfinden, ob es – neben den häufig tödlich verlaufenden schweren Gehirnentzündungen – auch noch andere Formen einer Borna-Virus-Infektion gibt, die unter Umständen milder oder sogar ganz ohne Symptome verlaufen.

Die Studie soll auch zeigen, wie die Situation vor Ort ist und welche Ansteckungswege es gibt. Der Name der Studie: Bospek, das steht für „Studie zum Klinischen Spektrum von Infektionen mit Borna Disease Virus 1“. Die Studie wird aber nur möglich, wenn sich möglichst viele Maitenbether beteiligen, Blutprobe und Nasenrachenabstrich ermöglichen und einen Fragebogen ausfüllen, betont das Landratsamt Mühldorf, das jetzt über die Aktion informiert hat.

Freiwillige Teilnahme an Studie erst ab 18 möglich

Teilnehmen können allerdings nur Menschen über 18 Jahren, die nicht unter Blutarmut leiden. Das habe die Ethik-Kommission der Universität Regensburg zur Vorbedingung für ihre Zustimmung zu der Studie gemacht, teilt Landratsamtssprecher Wolfgang Haserer mit. „Darüber hinaus müssen alle Daten und Proben anonymisiert erhoben und getestet werden. Das heißt, Ergebnisse können nicht auf Teilnehmerinnen und Teilnehmer zurückgeführt werden.“

Borna-Virus: Katzenbesitzer im Risikogebiet Rosenheim und Mühldorf müssen vorsichtig sein

Damit erhalten Studienteilnehmer keinen Hinweis auf eine akute Infektion. „Dies liegt im Wesentlichen darin begründet, dass bei einem positiven Befund ohne Krankheitszeichen keine konkreten Empfehlungen ausgesprochen werden können.“, erklärt Haserer. „Nach aktuellem Kenntnisstand lassen sich Antikörper gegen Borna-Viren erst im Blut nachweisen, wenn die Infektion schon sehr weit fortgeschritten ist und die betroffene Person sich in einem kritischen Zustand befindet.“

Die Landkreise Mühldorf und Rosenheim liegen mitten im Verbreitungsgebiet des Bornavirus.

Suche nach dem Erreger in gesunden Menschen

Es geht bei Bospek also vor allem darum herauszufinden, ob es überhaupt positive Befunde bei Menschen ohne oder mit milden Krankheitszeichen gibt und unter welchen Umständen es zu einem Kontakt mit dem Virus gekommen sein könnte. Diese Erkenntnisse sollen dazu genutzt werden, gegebenenfalls Empfehlungen zur Verhinderung einer Borna-Infektion.

Weitere Ansteckungen verhindern

„Wir alle wollen weitere Ansteckungen mit dem meist tödlich verlaufenden Borna-Virus verhindern. Dafür braucht es weitere medizinische und wissenschaftliche Erkenntnisse“, sagt Landrat Max Heimerl. „Jede Maitenbetherin und jeder Maitenbether kann dazu seinen ganz persönlichen Beitrag leisten.“

Bürgermeister appelliert an seine Bürger

Auch Maitenbeths Bürgermeister Thomas Stark bittet die Einwohner seiner Gemeinde um Unterstützung: „Ich hoffe, dass sich möglichst viele zur Teilnahme entschließen. Für den Einzelnen geht es nur um einen kleinen Piks, einen kurzen Rachenabstrich und ein paar Minuten Zeit“, sagt Stark. „Für uns alle geht es aber darum, Ursachen und Verlauf der Bornavirus-Erkrankung besser zu verstehen.“

Keine Auskunft über Erkrankten

Wie es dem aktuell Infizierten geht, ist weiter nicht bekannt. „Wir bitten um Verständnis, dass wir zum Gesundheitszustand der erkrankten Person keine Auskunft geben“ heißt es dazu auf Anfrage lediglich.

Informationsveranstaltung für Maitenbether

Vor dem Beginn der Studie können sich Maitenbether Bürger bei einer Abendveranstaltung mit Experten des LGL über das Thema Bornavirus-Infektionen und die Studien informieren. Die Veranstaltung findet am Dienstag, 19. Juli, um 19 Uhr in der Mehrzweckhalle statt. Wie Landratsamtssprecher Haserer betont, richtet sich ausschließlich an Maitenbether, andere dürfen an dem Abend nicht teilnehmen. Wo die dritte Infektion im westlichen Landkreis stattfand, wollte das Landratsamt nicht sagen.

Zusammenarbeit mehrer Einrichtungen

Das LGL führt die Bospek-Studie in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Regensburg sowie dem Friedrich-Loeffler-Institut und dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin durch.

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