Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


„Selbstverständlich sind wir geboostet“

Booster-Impfungen stoßen in Seniorenheimen des Wasserburger Lands auf großes Interesse

Großes Interesse herrscht bei den Bewohnern der Altenheime im Altlandkreis Wasserburg an den sogenannten „Booster-Impfungen“.
+
Großes Interesse herrscht bei den Bewohnern der Altenheime im Altlandkreis Wasserburg an den sogenannten „Booster-Impfungen“.
  • Sophia Huber
    VonSophia Huber
    schließen

Immer mehr Patienten auf Intensivstationen sind ältere Menschen, deren Impfschutz nachgelassen hat. Auffrischtungen, so genannte „Booster“ sollen helfen. In den Pflegeeinrichtungen des Altlandkreises stoßen auf großes Interesse. Nur die Bürokratie hält auf.

Wasserburg/Edling/Amerang/Sankt Wolfgang – Die vierte Corona-Welle hat Bayern voll im Griff. Die Intensivstationen füllen sich wieder – besonders mit ungeimpften Personen und älteren Menschen, bei denen das Setzen der Spritze bereits mehrere Monate zurückliegt. Sogenannte „Booster-Impfungen“ sollen gegen Impfdurchbrüche helfen. Doch werden sie überhaupt angenommen? Zumindest in den Seniorenheimen des Altlandkreises Wasserburg lautet die Antwort zum größten Teil: Ja. Nur die Bürokratie macht zu schaffen.

Spritzen durch Teams oder die Hausärzte

„Selbstverständlich sind wir schon geboostet“, erklärt Andreas Seidl, Heimleiter des Betreuungszentrums Sankt Wolfgang, das ebenso wie das Seniorenheim auf der Burg in Wasserburg zur Unternehmensgruppe Krohn-Leitmannstetter gehört.. 94 bis 95 Prozent der Bewohner in der Einrichtung seien geimpft, alle hätten die Booster-Impfung, die vom Impfzentrum Erding durchgeführt wurde, angenommen. „Das hat gut geklappt“, sagt Seidl. Er ist zufrieden mit den Impfzahlen in St. Wolfgang. „Es ist sehr wichtig, dass wir ein Maximum an Schutz haben“, meint er. „Deshalb ist es unsere Pflicht, nichts zu unterlassen.“

Bürokratie hält auf

Nur die Bürokratie stört ihn. „Das ist eine Organisation aus der Steinzeit“, meint Seidl. Für jeden Bewohner müsse er etwa 20 Seiten ausdrucken und eine ausführliche Anamnese durchführen, obwohl die Bewohner bereits beim Impfzentrum registriert seien. „Das Impfzentrum Erding kann da natürlich nichts dafür, das sind die Vorgaben“, stellt Seidl klar, „aber diese Bürokratie hält sehr auf.“

Ähnliches berichtet auch Beate Kraft, Heimleiterin des Seniorenheims Sonnengarten Edling. „Vor allem wenn Impfteams kommen, ist das sehr viel Bürokratie und kostet auch viel Zeit.“ Insbesondere angesichts des notorischen Mangels an Arbeitskräften, mit denen die Pflegeheime zu kämpfen hätten, sei dies ärgerlich.

Edling impft im Moment

Das Altenheim Edling befindet sich derzeit mitten im Trubel des Impfens. „Wir verabreichen gerade in diesem Moment Booster-Impfungen“, sagt Kraft. An zwei Tagen sei ein Impfteam im Haus, einige Bewohner beziehungsweise deren rechtliche Vertreter hätten sich aber dafür entschieden, die Impfung beim Hausarzt durchführen zu lassen. „Grundsätzlich wollen aber alle, die sowieso schon geimpft sind, den Booster.“

Über 90 Prozent der Bewohner in Maria Stern geimpft

Auch Hamo Merdan, Leiter des Altenheims Maria Stern in Wasserburg, ist zufrieden mit der Impfquote. Über 90 Prozent der Bewohner seien inzwischen geimpft, die ersten Auffrischungen seien ebenfalls bereits verabreicht worden, teilweise durch Hausärzte und teilweise durch ein Team des Impfzentrums Rosenheim. Er ist erleichtert über die gute Resonanz bei den Bewohnern und bei den rechtlichen Vertretern. Dank der hohen Impfquote gebe es keine ernsthaft erkrankten Bewohner mehr, obwohl das Altenheim weiterhin rege Besucherströme verzeichne.

Auch interessant: Am Wasserburger Gymnasium gibt es eine Lehrstunde in Sachen Corona-Pandemie und Impfen

Ganz ähnlich ist die Situation bei den Bewohner des Seniorenheims Amerang. Auch sie sind bereits „geboostet“ oder werden es noch, berichtet Geschäftsführer Andreas Menzel. In den vergangen beiden Monaten wurden die ersten Auffrischungen verabreicht. Bei dem Rest der geimpften Bewohner sei das Interesse an der dritten Spritze ebenfalls groß, sagt Menzel. Insgesamt seien 36 der insgesamt 38 Bewohner geimpft.

Weniger Interesse nur im Altenheim St. Konrad in Wasserburg

Lediglich Fabian Bachleiter, Leiter des Altenheims St. Konrad in Wasserburg, ist etwas enttäuscht vom Interesse an den Booster-Impfungen. „Wir haben bereits Ende September ein Schreiben an die Bewohner beziehungsweise an die Angehörigen rausgegeben“, erklärt Bachleitner.

+++Aktuelle Nachrichten und Artikelrund um das Thema Coronavirus in der Region finden Sie auf unserer OVB-Themenseite +++

Zu diesem Zeitpunkt habe sich aber kaum jemand für die Impfung gemeldet. „Ich glaube, das liegt auch an dem ganzen Hin und Her bei den Impfempfehlungen.“ Der Impftag, der daraufhin nach hinten verschoben wurde, soll nun Mitte November nachgeholt werden. Immer noch liegen die Anmeldungen aber nur bei 50 Prozent. „Natürlich muss man das in dem Kontext sehen, dass einige gar nicht geimpft oder bei ihnen die Impfungen noch nicht so lange her sind. Sie kommen also gar nicht in Frage für die Booster-Impfungen.“ Zufrieden ist Bachleitner aber nicht. „Wir empfehlen allen, sich impfen zu lassen.“

Interesse auch bei Mitarbeitern vorhanden

Die Empfehlung der Ständigen Impfkommission für eine Booster-Impfung bezieht sich nicht nur auf ältere Personen, sondern auch auf Pflegepersonal. Dem schließt sich auch der Heimleiter von St. Konrad, Fabian Bachleitner, an. „Der Impfschutz bei jüngeren Personen hält zwar laut Studien länger an“, so Bachleitner. Trotzdem wünscht er sich, dass die Mitarbeiter, die für eine Booster-Impfung in Frage kommen, diese auch annehmen. Das sei sicherer.

Ähnlich sieht dies Andreas Seidl aus Sankt Wolfgang. „Wir haben es mit vulnerablen Personen zu tun“, erklärt er schlicht. Seinem Eindruck nach herrsche aber erfreulicherweise auch bei den Mitarbeitern Interesse an den Booster-Impfungen. Einige hätten sich bei den Impftagen im Haus schon spritzen lassen, andere würden zum Hausarzt gehen. „Grundsätzlich, glaube ich, wollen sich alle noch einmal impfen lassen.“

Auch Hamo Merdan, Leiter des Altenheims Maria Stern, ist erfreut über die verbesserte Impfsituation bei den Mitarbeitern. „Am Anfang hatten wir, wie denke ich alle Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, Probleme“, gibt Merdan zu, „aber die Situation verbessert sich.“ Auch bei den Booster-Impfungen hätten vielen Mitarbeiter Interesse gezeigt und seien zum Teil bereits gespritzt worden.

Kommentare