Mit blumigen Texten für die Sommerfrische geworben

Zeitungswerbung für einen Sommeraufenthalt in Wasserburg am Inn, erschienen im Münchener Fremdenblatt am 10. Mai1888. Repro Stadtarchiv
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Zeitungswerbung für einen Sommeraufenthalt in Wasserburg am Inn, erschienen im Münchener Fremdenblatt am 10. Mai1888. Repro Stadtarchiv

In den ersten Jahren seines Bestehens warb der Fremdenverkehrsverein mit blumigen Texten für einen Besuch der Stadt am Inn.

Wasserburg - Mit dem ausgehenden 19. Jahrhundert gewann der Tourismus in Europa immer mehr an Bedeutung. 1887 beschloss eine Gruppe Wasserburger unter dem Vorstand des Apothekers Joseph Palmano, dass ihre Stadt von diesem Kuchen etwas abhaben sollte. Gemeinsam gründeten sie ein Comité zur Hebung des Fremdenverkehrs in Wasserburg. Bereits in den ersten Monaten ihres Bestehens brachten sie einen ersten, von Realschulrektor Knörzer verfassten und von Buchdrucker Dempf verbreiteten Fremdenführer heraus, bauten durch Stadtschreiber Wolf eine Zimmervermittlung auf und leisteten eine umfangreiche Pressearbeit durch Kurzbeiträge und Anzeigen in überregionalen Zeitungen. Die verfassten Texte wurden akribisch gesammelt und Belege von Veröffentlichungen in den Zeitungen auf Papier geklebt. In dieser Form sind sie in der ersten Akte zum städtischen Fremdenverkehr bis heute im Stadtarchiv überliefert.

1889 wurde aus dem Comité der Verein zur Hebung des Fremdenverkehrs in Wasserburg, der gleich über 40 neue Mitglieder gewann. In einem ersten Zeitungsartikel wurden die Bürger der Stadt aufgefordert, dem Verein beizutreten, um ihre Stadt zu unterstützen. Ziel war es, den Verfall der Stadt aufzuhalten und für den Fremdenverkehr zu öffnen. Dabei ging es vor allem darum, die erholungssuchenden Bewohner der sich zunehmend verdichtenden Großstadt München von den bereits dem Massentourismus anheimgefallen Gebirgsregionen ins beschauliche Wasserburg zu holen.

Schon neun Tage nach seiner Gründung richtete der Verein seine Bemühungen auf eine Verbesserung des Sommerfahrplans der an Reitmehring vorbeiführenden Eisenbahnlinie. In den folgenden Jahren führte der Verein seine Pressearbeit fort und brachte um 1901 das erste Faltblatt der Stadt heraus. Zu Beginn des Jahrhunderts ließen die Aktivitäten des Vereins, der nun nachweislich als Unterabteilung des älteren Verschönerungsvereins geführt wurde, merklich nach. Bürgermeister Ertl initiierte daraufhin 1911 eine Neugründung des Fremdenverkehrsvereins, in dessen Mitgliederliste sich innerhalb weniger Wochen über 100 Bürger eintrugen. re

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