Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


BLOCKWARTMENTALITÄT IN CORONA-ZEITEN?

OVB-Leserin aus Eiselfing ärgert sich über „Verklaghaferl“

Maria Vogg enauer aus Eiselfing mag keine „Verklaghaferl“.
+
Maria Vogg enauer aus Eiselfing mag keine „Verklaghaferl“.
  • Petra Maier
    VonPetra Maier
    schließen

Nachbarn, die Nachbarn anschwärzen, weil sie sich nicht an die Corona-Auflagen halten. Bürger, die die Polizei rufen, wenn sie Verstöße gegen die Hygieneregeln beobachten. Ist ein solches Verhalten in Pandemiezeiten richtig oder zu verurteilen? Maria Voggenauer aus Eiselfing hat dazu eine klare Meinung.

Eiselfing– Fassungslos berichtet OVB-Leserin Maria Voggenauer aus Eiselfing der Wasserburger Zeitung in einem Brief von einer Beobachtung in ihrem Heimatort: Zufällig habe sie gesehen, „wie die Polizei in unserer Nähe auf eine Gruppe junger Männer zusteuerte und diese aufforderte, sich zu entfernen, was diese auch taten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Polizei zufällig durch unser Dorf fuhr.“

Die 67-Jährige glaubt fest, daran, dass jemand die Beamten alarmiert, die Jugendlichen also quasi angeschwärzt hatte. Diese Szene auf der Straße hat die Beobachterin so aufgewühlt, dass sie sich gleich hinsetzte und einen handgeschriebenen Brief an die Redaktion schickte. „Ich hätte sonst nicht schlafen können, so sehr hat mich dieser Vorfall beschäftigt“, betont sie. „Mir hat es jedenfalls meine Stimmung gründlich verhagelt.“

„Hinterfotzig verpetzen: Das geht gar nicht“

„Ich bin entsetzt, dass es selbst bei uns auf dem Land Menschen gibt, die andere ohne Notwendigkeit bei der Polizei hinhängen. Die muss dann dem nachgehen und sich unbeliebt machen“, führt die Eiselfingerin weiter aus.

Ob sich die jungen Burschen angesichts der Corona-Auflagen richtig oder falsch verhalten hätten, sei dahingestellt. Aber andere Leute „hinterfotzig“ zu verpetzen, das sei auf alle Fälle falsch, findet sie. „Solche ‚Verklaghaferl‘ waren schon in der Schule unbeliebt.“

Aktuelle Artikel zur Corona-Pandemie finden Sie auf unserer OVB-Themenseite.

Ein solches ein Verhalten findet Maria Voggenauer unakzeptabel „und mehr noch verachtenswert“. Wenn sie daran denke, dass die Person, die die Jugendlichen gemeldet habe, aus der näheren Umgebung kommen müsse, „dann ist das Ganze auch noch sehr traurig“, bedauert sie.

Hinweise aus der Bevölkerung sind für die Polizei wichtig

Die Polizei vertritt zu diesem Thema einen anderen Standpunkt. Die Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd teilte auf Nachfrage unserer Zeitung mit, dass Hinweise aus der Bevölkerung für die Polizeiarbeit sehr wichtig seien. „Sehr viele Straftaten werden durch solche Hinweise erst aufgeklärt“, macht Sprecher Stefan Sonntag deutlich. Auch bei Unfallflucht seien Mitteilungen von Zeugen sehr wichtig. Das Wort „Verklaghaferl“ mag er deswegen in diesem Zusammenhang gar nicht hören. „Der Begriff ist so negativ und wir brauchen die hilfreichen Hinweise“, stellt Sonntag klar.

Lesen Sie auch: Verstöße bei Corona-Demo in Wasserburg: Polizei zieht Bilanz

Seit Beginn der Pandemie seien viele Menschen in Sorge um ihre und die Gesundheit anderer, das höre auch die Polizei immer wieder und das sei auch legitim, denn viele seien an Corona schwer erkrankt oder sogar gestorben, so der Pressesprecher weiter.

Sie haben eine Meinung zu diesem Thema? Klicken Sie hier und schreiben Sie uns einen Leserbrief.

„Wir selber schauen nicht durchs Wohnzimmerfenster“, verdeutlicht er die Arbeit der Polizei. „Wenn wir aber mögliche Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz gemeldet bekommen, schauen wir schon nach.“ Dann würden Jugendliche normalerweise ermahnt, sich nicht so eng zusammen zu stellen und sich an die Corona-Auflagen zu halten. Doch wenn größere Ansammlungen oder Partys stattfänden, könne es auch zu Anzeigen kommen“, bestätigt er.

Mehr zum Thema

Kommentare