Mit Blinden in die Berge

Paul Kreuzer Ständer
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Paul Kreuzer Ständer

Rott – Seinen 80. Geburtstag feierte Paul Kreuzer mit seinen Gästen im schönen Haus in der Edelweißstraße, das er mit berechtigtem Stolz als seinen Eigenbau vorstellt.

Schließlich hat er den Entwurf erstellt und die Bauleitung übernommen, alle Fußböden selbst gelegt und vieles mehr.

Aufgewachsen ist der fitte Rentner in einer Großfamilie bei Regensburg. Acht Kinder waren es bei Kreuzers, zwei Buben und sechs Mädchen, die nach dem frühen Tod des Vaters von der Mutter durch die wirtschaftlich schwierigen Zeiten gebracht wurden. Voller Bewunderung ist er für diese „alleinerziehende Frau“, die dafür sorgte, dass alle Kinder eine ihren Begabungen entsprechende Ausbildung erhielten.

Nach Rott kam der Super-Techniker durch die Alpma, wo er er jahrelang als Betriebstechniker und stellvertretender Betriebsleiter tätig war. Mehrmals musste er mit seiner Familie umziehen, bis er in Rott den gewünschten großen Baugrund bekam. Als technischer Sachverständiger für Maschinenbau kam er weit in der Welt herum, wobei er vom Bagger bis zum Atomkraftwerk alles kennen und in Stand halten lernte. „Es gibt wenig Firmen, wo ich nicht war,“ sagt der Jubilar, und fügt mit Stolz hinzu: „Eine Fehlbeurteilung von mir war nie dabei.“

Nun ist der „Techniker mit Leib und Seele“ seit 17 Jahren in Rente, verwitwet seit zwölf Jahren und ist, so behaupten viele seiner Bekannten, nur ganz selten zu erreichen. Denn er hat zum einen eine große Familie und den weltgewandten Mann kann man halt überall brauchen. Dazu kommt noch ein wichtiges und für ihn wunderschönes Hobby: Das Bergwandern. Und das tut er besonders gern mit blinden Naturfreunden. Beim Gratulationsbesuch von Bürgermeister Marinus Schaber und Diakon Simon Frank erzählte er, wie er den sehbehinderten Teilnehmern die Landschaft schildert und so zum Erlebnis macht. ags

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