Blick in die Historie von Wasserburg: Stadtrat diskutiert 1995 erneut über das Parken

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Vor 25 Jahren in der Zeitung: Landesausstellung zum Thema Salz verursacht Plus bei den Besucherzahlen im Wasserburger Museum

Von Laura Hofner

Wasserburg – Trotz neuem Parkhaus in der Kellerstraße diskutiert der Wasserburger Stadtrat 1995 erneut über das Parken. Zufrieden mit seiner Besucherzahl zeigt sich das Wasserburger Museum zum Jahreswechsel.

Wasserburg –Das neue Parkhaus Kellerstraße ist gerade ein paar Wochen in Betrieb, an Parkplätzen besteht im Moment kein Mangel. Trotzdem ging es im Stadtrat wieder einmal um das Thema Parken: Das Gremium diskutierte einen Entwurf für eine Stellplatz- und Garagensatzung, in der die „Ablöse“ für die Stellplätze in der Altstadt neu geregelt werden soll.

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Wer in der Altstadt sein Haus umbaut, erweitert oder ganz neu aufbaut, für den werden die nach der bayerischen Bauordnung vorgeschriebenen Stellplätze neu errechnet. Kann er auf seinem Grundstück oder in „angemessener Entfernung“ – das sind maximal 400 Meter Fußweg – innerhalb von fünf Jahren nicht einen Stellplatz pro Wohneinheit nachweisen, muss an die Stadt Ablöse dafür bezahlt werden, dass das Auto auf öffentlichem Verkehrsgrund steht. So war es schon bisher – 400.000 Mark wurden seit 1974 eingenommen – doch nun soll der Ablösebetrag von derzeit 12.000 Mark deutlich angehoben werden. Das Freikaufen dürfe nicht der billigere Weg sein, so Bürgermeister Dr. Geiger, der deshalb 20.000 Mark vorschlug. Trotz Vorberatung durch den Bauausschuss stand am Ende kein konkretes Ergebnis. Nur eins ist klar: es soll wesentlich teurer werden.

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Zufrieden ist Museumsleiter Steffan mit der Saison 1995: Wenn das Museum Wasserburg über Weihnachten seine Pforten für dieses Jahr schließt, geht eine außergewöhnlich erfolgreiche Ausstellungssaison zu Ende.

Die Landesausstellung zum Thema Salz hatte nicht nur alle Kräfte mobilisiert und zu einem breitgefächerten Angebot an Schriften und Arbeitsmaterialien von mehreren Autoren geführt, sondern erstmals seit mehreren Jahren wieder eine Steigerung der Besucherzahlen gebracht – in den Monaten der Sonderausstellung verzeichnete man ein Plus von 30 Prozent. Erfolgreich war auch der Modellversuch „Schule und Museum“. Zahlreiche Klassen nahmen das Führungsangebot wahr.

Weitere Meldungen in der Woche vom 14. bis 20 Dezember 1995:

Paris –Mit der Unterzeichnung des Friedensabkommens durch US-Präsident Bill Clinton, Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac und Bundeskanzler Helmut Kohl sowie die Präsidenten von Bosnien, Serbien und Kroatien – Izetbegovic, Milosevic und Tudjman – ist der Krieg in Bosnien-Herzegowina beendet und ein neuer Anfang auf dem Balkan gemacht worden. Während der Zeremonie in Paris schlugen in Sarajevo erneut Granaten ein.

Agra –Die indische Regierung möchte das Taj Mahal vor dem Verfall retten. Das Grabmal aus dem 16. Jahrhundert ist wegen ständig steigender Schadstoffkonzentrationen in der Luft nicht mehr weiß, sondern gelb gefärbt. Die Regierung will 104 Betriebe in unmittelbarer Nähe des Taj Mahal bis zum Jahresende schließen. Der Schritt kommt zehn Jahre, nachdem ein Anwalt gerichtlich bessere Umweltbedingungen durchsetzen wollte.

Zwolle –In der niederländischen Stadt Zwolle demonstrieren Tierschützer gegen eine eigenwillige Methode, der Taubenplage Herr zu werden. Die Vögel werden gefangen und in Frankreich zu Pasteten verarbeitet. Bisher mussten mehr als 1.400 Tauben diese Reise ohne Wiederkehr antreten. „Wir finden das barbarisch“, empörte sich der Niederländische Tierschutzverein. „Es gibt doch genug anderes zu essen.“

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Paris – Eine Woche vor Weihnachten hat sich die Mehrheit der gewerkschaftlich organisierten französischen Eisenbahner für eine Beendigung des Streiks gegen die Sparpolitik der Regierung ausgesprochen. Erstmals seit 3 Wochen fuhr wieder ein Hochgeschwindigkeitszug von Lille nach Paris. In der Hauptstadt verkehrten einige Metro-Linien wieder planmäßig. Ein wirkliches Ende der Großkundgebungen ist aber noch nicht in Sicht.

London – Flöhe und Ungeziefer im weltbekannten Londoner Luxus-Kaufhaus Harrods? Das würde sicher die Kunden abschrecken – und Erpresser drohten mit dem Aussetzen der Tierchen, falls das Kaufhaus ihnen nicht 5 Millionen Pfund zahlt. Während sich Sprecher des Kaufhauses nicht äußern wollten, bestätigte die Polizei, dass 2 Männer festgenommen worden seien.

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