Auf Hofbesuch

Bischof schnuppert Landluft in Babensham

Genießt eine Probe Landluft, ausgeströmt vom Gras: Weihbischof Wolfgang Bischof (rechts), zu Gast auf dem Hof von Josef Hintermayr.
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Genießt eine Probe Landluft, ausgeströmt vom Gras: Weihbischof Wolfgang Bischof (rechts), zu Gast auf dem Hof von Josef Hintermayr.
  • Winfried Weithofer
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Der Bischof kommt selber vom Land. Kein Wunder, dass sich Wolfgang Bischof auf dem Hof der Familie Hintermayr in Babensham so wohl gefühlt hat. Er stattete dem Betrieb einen Besuch ab und tauchte seine Nase tief in ein Bündel frisch getrocknetes Gras.

Babensham – Zwischen Kirche und Landwirtschaft besteht in Bayern seit jeher eine enge Verbundenheit: Dies ist am Donnerstag beim Besuch des Weihbischofs Wolfgang Bischof im Hof der Familie Hintermayr in Riepertsham bei Babensham wieder zum Ausdruck gekommen.

Im 57 Hektar großen Anwesen der Hintermayrs informierte sich Bischof, der Bischofsvikar für die Seelsorgsregion Süd im Erzbistum München und Freising, über die Herausforderungen, denen sich ein landwirtschaftlicher Betrieb zu stellen hat.

An dem Hofrundgang anlässlich des Erntedankfests nahmen neben dem Ehepaar Hintermayr auch Vertreter der diözesanen Landvolkbewegung teil. Dies ist ein Verband in der katholischen Kirche, der an der Gestaltung des ländlichen Raumes und der bäuerlichen Landwirtschaft mitwirkt. Monika Mayer, bis vor kurzem Lehrerin an der Grundschule Babensham und jetzt im Ruhestand, hatte den Besuch des Weihbischofs eingefädelt.

Bischof fuhr als Kind gerne mit zum Odeln

Der Hof der Hintermayrs ist hauptsächlich auf die Produktion von Biomilch ausgerichtet. Der Betrieb hat 60 Kühe. Dort traf der Weihbischof ein gut gelauntes und zufriedenes Besitzer-Ehepaar an: „Mit unserer Biomilch geht es gut“, sagte Susanne Hintermayr. Der Geistliche wies bei der Begrüßung auf seine Neigung zur Landwirtschaft schon als Kind hin: „Mein Wurzeln sind im bäuerlichen Bereich. Das höchste Gefühl für den kleinen Wolfgang war es immer, wenn er mit dem Nachbarn zum Odeln hat rausfahren dürfen.“

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Bei dem Rundgang informierte sich der Weihbischof über all das, worauf es beim Betrieb eines modernen Hofs ankommt. In den Gesprächen ging es unter anderem um die richtige Fütterung von Kälbern und die Ansteckungsgefahr in Ställen. Angesprochen wurden aber auch Themen wie die oftmals schwierige Hofübergabe an die nächste Generation, den Wettbewerb mit dem Gewerbe um Arbeitskräfte, die mitunter sehr teuren Investitionen in die Technik und – ganz allgemein – die Probleme für die Landwirtschaft bei der Globalisierung.

Beeindruckt vom bäuerlichen Einsatz

Der Geistliche zeigte an all diesen Fragen großes Interesse. Er erkundigte sich aber auch, wie Josef Hintermayr darauf gekommen ist, eine Grastrocknungsanlage zu bauen. „Man muss eben daran glauben, dass man es hinbekommt“, lautete dessen Antwort auf die Frage nach dieser Investition – geradeaus und pragmatisch.

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Der Weihbischof zeigte sich beeindruckt vom bäuerlichen Engagement, das die Schöpfung bewahre. Er nannte es ein Verkündigungsthema, mit Menschen in Berührung zu kommen, die für eine Sache brennen, die sich ganz klar für ein bestimmtes Leben entschieden haben. Deshalb seien für ihn solche Besuche und Begegnungen immer wieder erfrischend: „Das ist für mich das alles Entscheidende.“

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