Vorbereitung auf neue Ausstellung im Frühjahr

Bildhauer Peter Schwenk aus Maitenbeth: „Corona malt nur schwarz oder weiß“

Blick ins Atelier: Peter Schwenk bei der Arbeit.
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Blick ins Atelier: Peter Schwenk bei der Arbeit.
  • vonKarlheinz Günster
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Seine ungeteilte Aufmerksamkeit schenkt der Bildhauer aus Maitenbeth in Corona-Zeiten seinen Besuchern. Er setzt Farbe und gute Gespräche gegen die Einschränkungen durch das Virus.

Maitenbeth – Wie macht sich bei Bildhauer Peter Schwenk aus Maitenbeth die Corona-Krise bemerkbar? Schon auch, denn die jährliche Vernissage mit neuen Arbeiten fiel aus. Aber es gibt eine Alternative, Interessenten empfängt der Künstler einzeln nach Anmeldung bis Ende Dezember.

„Aber trotz alles nicht so schlimm“ fasst Peter Schwenk die Auswirkungen bisher für sich zusammen. Denn gerade weil er seit Jahrzehnten Kunst produziert und vermarktet, genießt er es, dass Käufer auf ihn zukommen. Der Bedarf ist auch vorhanden. Sicher „fällt die Laufkundschaft weg“, das sei eben so, aber da praktiziere er es wie sein Kollege und Mitbewohner Peter Casagrande, der im selben Haus am Maitenbether Rathausplatz sein Atelier hat: Die Besucher melden sich vorher an, am besten telefonisch.

Die ungeteilte Aufmerksamkeit

Das hat den Vorteil, dass Interessenten die ungeteilte Aufmerksamkeit des Künstlers erhalten. Zusammenkünfte mit mehreren Menschen lassen einerseits eine angenehme Stimmung entstehen, andererseits geht auch gerne einmal etwas unter, das habe eben alles Vor- und Nachteile. Schade sei generell, so Schwenk, dass beim Thema Corona die Fronten so verhärtet seien, es gelte nur noch schwarz oder weiß. Sogar Freundschaften stünden auf dem Spiel.

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Peter Casagrande hatte seine Ateliertage auf dieselbe Weise im November nach Anmeldung durchgeführt. Für ihn ist es ebenfalls „nicht existenzbedrohend“, wenn auch Ausstellungen verschoben sind. Sicher merke er es, dass etwa ein Verkauf, der sich in einer Pariser Galerie im Frühjahr gut anbahnte, durch Corona zum Erliegen kam. Trotz allem steht für Casagrande die Vorbereitung zu einer neuen Ausstellung zusammen mit dem Bildhauer Robert Schmidt-Matt im kommenden Frühjahr im Kulturhaus Holzapfel in Tacherting im Kalender – immer mit der Unsicherheit, ob die aktuelle Krise das zulässt.

Anfragen aus aller Welt - zuletzt aus Moskau

Seit 1972 lebt das Künstlerkollektiv im früheren Schulhaus, eine Zeit lang mit Stefanie Hoellering, die vor 20 Jahren starb. Zu Anfang wurden sie im Dorf aufgrund ihrer unkonventionellen Lebensweise kritisch beäugt, doch mittlerweile haben sie mit ihren Werken, die international bekannt sind, dem Ort Maitenbeth in der Welt der Kunst einen Namen gegeben. Sind es bei Peter Casagrande die großformatigen energiegeladenen ausdrucksstarken Bilder, so erhält Peter Schwenk für seine Erzählkugeln mit bis zu zweieinhalb Metern Durchmesser Anfragen, zuletzt aus Moskau. Diese Kugeln setzt der Künstler mit individuellen Motiven im Austausch mit dem Käufer zusammen. Ihr Reiz liegt hier auch in der Form begründet, die Kugel kennt keinen Anfang und kein Ende.

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Neu sind in der Ausstellung von Peter Schwenk „Bamboos“, die an Form und Farbe an Bambus erinnern und mit ihrer Leichtigkeit und Größe überraschen. Zu sehen sind außerdem Erzähltürme, Erzählherzen, Handschmeichler und Lampen, Blechblumen und beleuchtete Wandbilder, sowie Skulpturen aus Aluminium-Guss. Letzteres ist eine weitere Spezialität, denn bei deren Fertigung löst sich die Form auf und erhebt das Objekt zu einem Einzelstück. Zu erreichen ist Peter Schwenk unter Telefon 0172/8907138.

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