STIFTUNG ATTL

Bewohner der Stiftung Attl wünschen, „dass die Welt wieder normal wird“

Friede, Freude und Gesundheit: Einige Schlagworte finden sich auf vielen der Holztafeln.
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Friede, Freude und Gesundheit: Einige Schlagworte finden sich auf vielen der Holztafeln.

Das Jahr ist noch jung, doch das alles beherrschende Thema ist das alte: Corona – auch in der Stiftung Attl. Sie hatte ihre Bewohner und Mitarbeiter aufgefordert, einen Wunschbaum mit Wünschen zu behängen. Ein Drittel der 89 Abgaben widmet sich dem Thema Corona.

Von Birgit Schlinger

Wasserburg/Attel –Insgesamt 89 Holztafeln kamen zusammen, die sich in die Kategorien „Persönliche Wünsche“ mit 33,71 Prozent, „Corona“ mit 32,58 Prozent, „Konkrete Wünsche“ mit 13,48 Prozent, „Weihnachtswünsche“ mit 8,99 Prozent und „Berufliche Wünsche“ mit 3,37 Prozent einteilen lassen. 7,86 Prozent der Wünsche ließen sich nicht zuordnen oder waren nicht mehr lesbar.

„Mit dieser Aktion wollten wir einfach mal wieder was Positives anbieten in dieser schwierigen Situation“, so Scherer.

Teilnehmer freuen sich auf eine Zeit nach Corona

Überrascht hat sie, dass nur ein Drittel aller Holzplatten mit Corona-Themen beschriftet waren. „Das zeigt uns, dass sich die Menschen in Attl auch noch mit anderen Themen beschäftigen.“ Viele Wünsche blickten hingegen nach vorn und zeigten, dass sich die Menschen auf eine Zeit nach Corona wieder freuen.

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So fanden sich unter den konkreten Wünschen Dinge, die wahrscheinlich unter dem Christbaum landeten: Haarspangen, eine Uhr, Kuschelsocken, ein Lautsprecher oder ein Bagger lauteten einige. Aber auch mit Kuchen, einem Lebkuchenherz oder Schokolade waren manche zufrieden. Ob die Hoffnung auf einen Hund, eine Katze oder einen Elch allerdings erfüllt wurde, ist nicht bekannt. Zwölf Holztafeln fielen insgesamt in diese Kategorie.

Friede, Freude und Gesundheit stehen häufig auf den Holztafeln

Auch etliche Weihnachts- und Neujahrswünsche hingen am Wunschbaum. Achtmal waren die Holztafeln damit beschriftet. Die persönlichen Wünsche reichten von „Ich mag meine Freiheit haben und selber entscheiden für immer und ewig“ bis hin zu „FC Bayern soll Meister werden“. Friede, Freude und Gesundheit waren Schlagworte, die mehrfach vorkamen. Aber auch die Themen Hochzeit und Freundschaft und Nachwuchs beschäftigten die Teilnehmenden.

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Nur drei Nennungen bezogen sich auf den Beruf. Bessere Bezahlung und Weihnachtsgeld wurden hier gewünscht. Die Wünsche zum Thema Corona machten insgesamt knapp ein Drittel aus. Aussagen wie etwa dass „Corona schnell vorbeigeht“, „Die Welt wieder normal wird“, „Wieder gute Zeiten kommen“ und „Alle gesund bleiben“ wiederholten sich.

Coronaman begleitet die Aktion der Stiftung Attl

Ganz konkrete Vorstellungen haben die Teilnehmenden schon darüber, worauf sie sich nach dem Lockdown freuen: Sich wieder treffen können, ein Sommerurlaub, offene Wirtshäuser oder ein „Ausflug mit Currywurst mit Pommes“ sind Dinge, die derzeit fehlen. Sieben Tafeln waren nicht eindeutig entzifferbar, weil die Schrift verwaschen war oder weil die Tafeln in einer Geheimschrift verfasst waren. Scherer zeigte sich zufrieden mit der Aktion. „Zum Schluss war der Baum mit den vielen unterschiedlichen Wünschen dicht behängt.“

Begleitet hat die Aktion der Coronaman der Stiftung Attl. Scherer erfand den Superhelden im Frühjahr nach den ersten Einschränkungen. Seither erklärt er den Betreuten der Einrichtung das Virus, seine Gefahren, Hygienemaßnahmen und Kontaktbeschränkungen in Broschüren und Postern. Die Wunschbaumaktion wurde von der Broschüre „Coronaman und der Wunschbaum“ begleitet, die seit Anfang Dezember in der Stiftung auslag. Beschäftigte der Inntal-Werkstätte fertigten die Holztafeln mit Aufhänger, die dann in einer Kiste neben dem Wunschbaum zur Beschriftung bereit lagen.

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