Aus Betriebsgelände wird in Eiselfing im Ortsteil Spielberg eine Siedlung

Der Bebauungsplan für den Ortsteil Spielberg wurde vom Eiselfinger Gemeinderat einstimmig genehmigt. Gemeinde Eiselfing
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Der Bebauungsplan für den Ortsteil Spielberg wurde vom Eiselfinger Gemeinderat einstimmig genehmigt. Gemeinde Eiselfing

Ohne Gegenstimme votierten in der jüngsten Gemeinderatssitzung die Gemeinderäte von Eiselfing für den Bebauungsplan „Spielberg“ in der vorliegenden Fassung. Aus dem ehemaligen Gelände der Firma Zoßeder kann jetzt ein Dorfgebiet entstehen.

Eiselfing – Ohne Gegenstimme votierten in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Eiselfing die Gemeinderäte auch für die Beschlussvorlagen zu den 7 eingegangenen Stellungnahmen aus der vorangegangenen Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange. Damit findet eine knapp zwei Jahre andauernde Planungsphase für die Nachfolgenutzung des künftig frei werdenden Betriebsgeländes der Firma Zoßeder ein vorläufiges Ende.

Neben den Bestandsgebäuden im östlichen Plangebiete sollen nun 29 Baufenster ausgewiesen werden, 22 davon allein im Bereich des Betriebsgeländes der Firma und sieben weitere auf bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen im Bereich der Bestandsgebäude. Vor allem der Wasserzweckverband Schonstett und der Bund Naturschutz hatten nochmals bereits bekannte Einwendungen und Bedenken vorgebracht.

Bund Naturschutz sieht unnötigen Flächenverbrauch

Letzterer verwies in seiner Stellungnahme erneut auf sein Schreiben vom 18.05.2019, in dem vorwiegend auf einen unnötigen Flächenverbrauch hingewiesen wurde. Die geplante intensive Folgebebauung, weit über die Betriebsfläche hinaus, würde den Weiler Spielberg völlig verändern und einen erheblichen und nachhaltigen Eingriff in das Orts- und Landschaftsbild darstellen, wurde befürchtet. Auch Konfliktfreiheit bei den landwirtschaftlichen Abläufen benachbarter Betriebe werde bei einer künftigen Wohnbebauung nicht gesehen. Es ergebe sich kein organisches Wachstum und die Außenbereichslage stehe im klaren Widerspruch mit den Zielen des Landesentwicklungsprogrammes und des Regionalplanes der Region 18. Zudem werde eine Zersiedelung befürchtet. Aus all diesen Gründen solle die Gemeinde lieber die gewerbliche Bestandssituation einer angemessenen Nachfolgenutzung zuführen und die Gewerbefläche zu entsiegeln und zu renaturieren versuchen. Rechtliche Möglichkeiten zu nutzen, behalte man sich vor.

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Dieser Argumentation konnten sich die Gemeinderäte nicht anschließen, da die Einwendungen bereits früher abgewogen und beschlussfähig behandelt wurden. Bauamtsleiter Laurentius Fischer betonte zudem, dass von einem zusätzlichen Flächenverbrauch auf dem Gelände keine Rede sein könne. Die Rückversiegelung des Firmengeländes führe dagegen zur Entwicklung einer dörflichen Struktur mit einem zentralen Dorfplatz und damit zu einer Aufwertung des Dorfgebietes.

Bedenken des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, schon 2018 vorgebracht, betrafen erneut die befürchteten Auswirkungen durch die drastische Änderung des Gebietscharakters und damit auch auf die landwirtschaftlichen Betriebe vor Ort. Hier wurden Erweiterungsmöglichkeiten für die Betriebe als gefährdet sowie die Abstände zur Wohnbebauung gemäß Immissionsschutzrichtlinien als zu knapp berechnet angesehen.

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Hierzu gab Bürgermeister Georg Reinthaler (Grüne/SPD) Entwarnung, da in diversen Gesprächen mit den Beteiligten keine Benachteiligungen bei den Entwicklungsmöglichkeiten festgestellt wurden.

Der Wasserzweckverband Schonstett verwies in seiner aktuellen Stellungnahme wie in den bereits erfolgten auf die Hauptwasserleitung, die nicht nur darzustellen, sondern aus rechtlichen Gründen im Bebauungsplan gemäß Baugesetzbuch entsprechend festzusetzen sei. In einem einstimmigen Beschluss wurde allerdings darauf hingewiesen, dass für eine bestehende Wasserleitung kein Erfordernis gesehen werde, diese zwingend als Festsetzung in einen Bebauungsplan aufzunehmen. Das gesamte Gebiet müsse laut Bauamtsleiter Fischer erschlossen und damit die nötigen Wasserleitungen gebaut werden. Hier seien auch die Erschließungsbeiträge und deren Umlegung zu berücksichtigen.

Dagegen sah der Regionale Planungsverband die Belange der Regionalplanung berücksichtigt und keine neuen Erkenntnisse vorliegen. Auch die Stellungnahme der Bauleitplanung enthielt weitgehend allgemeine Hinweise, unter anderem zu Sichtbehinderungen im Bereich der Staatsstraße. Diese Anregungen wurden in der Beschlussvorlage berücksichtigt, ebenso wie der Zusatz „Die nicht mit Gebäuden oder vergleichbaren baulichen Anlagen überbauten Flächen sind zu begrünen, zu bepflanzen sowie gärtnerisch anzulegen und zu pflegen.“

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Während der Kreisbrandrat noch auf die Zugänglichkeit zu den geplanten Objekten sowie zum eventuellen Löschwasserbedarf hinwies, brachte das Wasserwirtschaftsamt die üblichen Hinweise zur Bebauung wegen der Hanglage ein. Diese wurden ebenfalls entsprechend in der Beschlussvorlage berücksichtigt.

Dass im Grunde nach Auflösung des Betriebsstandortes Zoßeder keine neue Siedlungsfläche entsteht, sondern lediglich eine versiegelte Gewerbefläche anders genutzt werden soll, sah die Regierung von Oberbayern als gegeben an. Hier könne dem Weiler Spielberg die Qualität einer Siedlungseinheit zugesprochen werden.

Allerdings wurde wegen der vom Hauptsiedlungsbereich deutlich abgesetzten Lage empfohlen, die Entwicklung von Wohnnutzung vor Ort über das aktuell geplante Maß hinaus nicht weiter du befördern.

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