Bester Schutz vor Zecken: Dr. Utschig von Staatsforsten Wasserburg empfiehlt Gamaschen oder hochgezogene Socken

Nicht schön, aber hilfreich:Dr. Heinz Utschig von den Staatsforsten Wasserburg empfiehlt als besten Schutz gegen Zecken: die Hose in die Socken stecken. Tretner

Die Zecke von heute macht keinen Winterschlaf mehr, denn in Zeiten des Klimawandels bleibt sie oft aktiv. Selbst in der kühlen Jahreszeit sind Spaziergänger und Gartler vor dem gemeinen Holzbock nicht mehr sicher, warnen Experten. „Es ist heutzutage immer damit zu rechnen, eine Zecke zu bekommen – egal zu welcher Jahreszeit“, bestätigt Dr. Heinz Utschig, Leiter der Staatsforsten Wasserburg.

Von Andrea Tretner

Wasserburg – Er und seine Mitarbeiter sind Experten im Umgang mit dem gefährlichen Blutsauger, der Krankheiten übertragen kann. Die Forstmitarbeiter gehen niemals ohne Gamaschen in den Wald, so ist der Zecke erst einmal ihr liebster Zugang am Hosenbein verwehrt.

„Die Zecke kommt immer von unten“, klärt Utschig auf, „es ist wichtig, sich nach dem Waldspaziergang abzusuchen und die Kleidung zu wechseln“.

Die Alternative zur Gamasche der Profis ist: „Die Hose in die Socken stecken. Das sieht zwar nicht so schick aus, ist aber äußerst wirkungsvoll“, so der dringende Rat des Fachmannes.

Hat sich dennoch eine Zecke angesaugt, ist es wichtig, sie mit einer Zeckenzange oder Zeckenkarte senkrecht aus der Haut zu ziehen – kein Zerren, Drehen oder Quetschen. Üben könne man das an einer Orange. Und schnell müsse es gehen. Denn in den ersten acht bis zwölf Stunden übertrage die Zecke noch keine Krankheitserreger, sei das Risiko also noch gering.

Sicher gehen alle, die viel im Wald unterwegs sind, so der Tipp von Utschig, indem sie beim Arzt den Antikörperstatus hinsichtlich einer Infektion abklären lassen. Utschig und seine Mitarbeiter handhaben das so. Zu empfehlen wäre es für jeden, aber die Kosten würden nicht von der Krankenkasse übernommen.

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Die Erkrankung mit Borreliose ist heimtückisch und hat tausend Gesichter – von neurologischen Ausfällen, Herzerkrankungen bis zu Gehirnentzündungen. „Man tut sich keinen Gefallen hier nicht vorsichtig zu sein. Man kann sich viel Leid ersparen, wenn man aufmerksam ist. Auch im Forst ist die Zeckendichte nicht überall gleich hoch, aber auf den Seggenwiesen kann man sicher sein, sich eine einzufangen“, warnt Utschig angesichts der Tatsache, dass die Blutsauger verborgen auf Gräsern und im Buschwerk warten. Die letzte Zecke hat er im Herbst bei sich am Körper gefunden. „In einem Jahr kommt da schon eine Handvoll zusammen“, lautet seine Erfahrung als Mensch, für den der Forst den Arbeitsplatz stellt. Wegen der Zecken jetzt nicht mehr in den Wald zu gehen, wäre laut Utschig der falsche Rat, „Hose in die Socken, absuchen, abduschen, Kleider wechseln und am besten gegen FSME impfen lassen, weil wir hier im Risikogebiet leben“, lautet sein Rat.

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