Bereit für Internet und Geothermie

Einige Themen, die dem Schnaitseer Gemeinderat schon seit langem auf den Nägeln brennen, wurden bei der Sitzung am Montag abgearbeitet. Dazu stand den Mitgliedern aber eine zeitaufwendige und arbeitsreiche Sitzung ins Haus.

Am Schluss konnten all diese Themen - wie die Internetversorgung, das Geothermieprojekt, der lang ersehnte Ausbau des Kirchenweges und der Ankauf eines neuen Feuerwehrautos - auf den Weg gebracht werden.

Schnaitsee - Zu Beginn erläuterte der Schnaitseer Paul Roither von der Firma Corwese, die bayernweit Kommunen in punkto Internet berät, alles Wissenswerte rund um die schnelle Internetversorgung. Nach einem Querschnitt zeigte er anhand von Karten die derzeitige Versorgung im Gemeindegebiet. Dabei hat Schnaitsee die Besonderheit, dass viele Orte im Außenbereich anderen Ortsnetzen angehören. Roither stellte die neuen Förderrichtlinien vor und machte einen Vorschlag zu den Ausbaumöglichkeiten für den Gemeindebereich. Der Gemeinderat beschloss das Netz auf Basis der sogenannten FTTC (Fibro to the Curb)-Lösung aufzubauen. Bei dieser Lösung geht es um den Anschluss mit Glasfaser "bis zum Straßenrand". Die Firma Corwese wurde mit den weiteren Schritten, wie die Ausschreibung und die Antragsstellungen zum Förderprogramm beauftragt. Auf Nachfrage von Fritz Graßl zum ungefähren Zeitraum, meinte Roither, dass bis Mitte 2016 das schnelle Internet laufen könnte.

Die Firma FG Schnaitsee GmbH möchte im Bereich Gattenham eine Anlage zur Energieerzeugung aus Geothermie errichten. Darin soll das Thermalwasser aus dem bergrechtlichen Erlaubnisfeld "Schnaitsee-West" genutzt werden. Dazu forderte das Landratsamt die Ausweisung eines Sondergebietes. Der Gemeinderat musste hier den notwendigen Aufstellungsbeschluss fassen.

Aufstellungsbeschluss

ist gefasst

Bevor es aber so weit war, erläuterte Bürgermeister Thomas Schmidinger noch einmal den bisherigen Verlauf. Nachdem der Standort "Sandgrub" verabschiedet worden war, hatte die Betreiberfirma in mehrmaligen Terminen den Rat, die Bürger und die Anlieger informiert. "Eigentlich ist die Geothermie privilegiert und braucht unsere Zustimmung nicht. Aber die FG möchte Planungssicherheit haben und will deshalb einen Bebauungsplan", so Schmidinger. Er sehe darin auch Vorteile, da die Gemeinde bei dieser Aufstellung auch Mitspracherecht hat. Das große Thema lautet: Lärmschutz. Hier wird im Bebauungsplan ein Schallschutzwert von 37 dB(A) im Dauerbetrieb festgelegt. Für diesen niedrigeren Wert als die 45 dB(A), die gesetzlich vorgeschrieben sind, hat sich die Firma FG verpflichtet. Nach längerer Diskussion, so wollte zum Beispiel Günter Edlmann noch eine Verzögerung des Beschlusses, stimmte der Rat bei jeweils einer Gegenstimme für die entsprechende Änderung des Flächennutzungsplanes und für die Aufstellung eines Bebauungsplanes "Sondergebiet Geothermie". Darin wird der Schallschutzwert explizit festgelegt.

Die Odyssee rund um den Ankauf eines Feuerwehrfahrzeuges für die Schnaitseer Wehr hat nun doch ein gutes Ende gefunden. "Fad und unnachgiebig muss man sein - das lohnt sich", stellte Bürgermeister Schmidinger nach der Zuschusszusage für das benötigte Fahrzeug "GWL 2 - Modul Wasser" fest. Die Regierung hatte zunächst den Zuschuss verweigert, da sie meinte, die Wehr müsse ein anderes Fahrzeug bekommen. Dieses wäre aber erheblich teurer als das gewünschte gewesen und von der Schnaitseer Wehr nicht in dieser Ausführung benötigt worden. "Erst nach einem Termin beim Staatssekretär des Innenministeriums wurde eine Lösung des, eigentlich nach menschlichen Ermessen nicht vorhandenen, Problems gefunden. Nach ein paar kleinen Änderungen am Fahrzeugkonzept erhielten wir dann die Zusage", berichtet Schmidinger. Fritz Graßl lobte den Einsatz des Bürgermeisters und des Kommandanten und der Rat beauftragte die Verwaltung die Förderungen zu beantragen und die Ausschreibung zu veranlassen. "Jetzt bekommen wir doch das Fahrzeug, das wir brauchen" - waren alle im Gremium froh über dieses Ergebnis.

Arbeiten für

320000 Euro

Der marode Zustand des Kirchenweges in Schnaitsee ist schon lange ein Thema. Bei unzähligen Gemeinderatssitzungen und Bürgerversammlung wurde der unhaltbare Zustand angeprangert und diskutiert. Aber jetzt hat das Lamentieren ein Ende. Der Rat vergab die Arbeiten für eine Bausumme von rund 320000 Euro an die Firma Hogger aus Kienberg. Aber der Kirchenweg wäre nicht der Kirchenweg, wenn alles ohne Reibungspunkte vonstatten gegangen wäre. Die Oberflächenwasserregelung muss noch im Sinne der Anleger getroffen werden, hier fehlt noch der eigentlich geforderte Parkplatz und beim Zugang zum Friedhof soll eine Fahrspur für Rollator und Rollstuhl angelegt werden.

Christian Sewald brachte auch noch die Situation am sogenannten "Schnaitseer Bermuda-Dreieck" zur Sprache. Bei diesem Eck an der Südostseite des kommunalen Friedhofs muss die Straßenführung noch genau geregelt und der Seitenstreifen entsprechend gekennzeichnet werden. Trotz all dieser vorgebrachten Änderungswünsche, die auch eingearbeitet werden, wurden die Arbeiten vergeben. "Damit wollen wir eine weitere Zeitverzögerung verhindern", erklärte Schmidinger.

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