Bekommt Haag wegen Corona heuer einen Christkindlmarkt ohne Glühwein und Co.?

Ein Christkindlmarkt, bei dem es keinen Alkohol gibt? Darüber diskutierte der Verwaltungs- und Kulturausschuss in Haag. Die Vereine müssen es wollen, denn sie haben als Veranstalter mit finanziellen Einbußen zu rechnen.
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Ein Christkindlmarkt, bei dem es keinen Alkohol gibt? Darüber diskutierte der Verwaltungs- und Kulturausschuss in Haag. Die Vereine müssen es wollen, denn sie haben als Veranstalter mit finanziellen Einbußen zu rechnen.
  • vonLudwig Meindl
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Haag will einen Christkindlmarkt - trotz Corona. Im Verwaltungs- und Kulturausschuss des Gemeinderats war man sich darüber einig. Allerdings müssten die Vereine als Veranstalter mit finanziellen Einbußen rechnen, weil es erstmals keinen Alkoholausschank geben soll.

Haag – Ein Christkindlmarkt soll trotz Corona heuer in Haag stattfinden. Das beschloss der Verwaltungs- und Kulturausschuss des Gemeinderats. Ob es so weit kommt, entscheiden die Vereine, denn sie haben ein Manko mit finanziellen Einbußen zu rechnen: Der Markt soll erstmals seit Gründung ohne Alkoholausschank stattfinden.

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Kinderpunsch und Limo?

Ein Christkindlmarkt bei Kinderpunsch, „leerem Glühwein“, Limo und Tee? Sollte er unter diesen Prämissen stattfinden, wird er erstmals zeigen, was er ohne dieses Angebot ausschließlich mit Basteleien, kalten und warmen Häppchen für einen Stellenwert bei der Bevölkerung hat. Weitere Attraktionen wie der Auftritt der Perchten sollen nämlich aufgrund der Krisensituation ebenfalls wegfallen.

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„Der Christkindlmarkt wird von den Besuchern sehr gut angenommen und ist eine Einnahmequelle für die Vereine“, betonte Bürgermeisterin Sissi Schätz vorweg. Der Ausschuss solle lediglich einen Grundsatzbeschluss fassen. Die Durchführung und Umsetzung des Marktes obliegt den Haager Vereinen. Als Termin habe man, lange bevor Auswirkungen der Pandemie absehbar gewesen seien, den 27. bis 29. November festgesetzt.

Derzeit laufe eine Umfrage des Gemeindetags, die ein einheitliches Vorgehen des Landkreises ermöglichen soll, teilte sie weiter mit. Das Wirtschaftsministerium habe bereits signalisiert, dass „Weihnachtsmärkte grundsätzlich als Spezialmärkte“, anders als andere Märkte einzuordnen seien.

Was, wenn die Rechtslage sich ändert?

So hätten die „Vollzugsbehörden“ zu prüfen, ob es sich um ein „verkapptes Volksfest“ mit Unterhaltungsprogramm handle. Ausnahmegenehmigungen seien möglich. Die coronabedingte Rechtslage könne sich aber auch noch wesentlich ändern.

Dieses „besinnliche Fest“, fand Bernd Schneider (CSU), werde heuer wohl Einschränkungen erfahren. Man solle es aber „den Leuten lassen“. Er könne sich vorstellen, dass es sogar an zwei Wochenenden abgehalten wird. Dann werde zweimal der Aufwand des Gemeindepersonals vor Ort notwendig, hakte die Bürgermeisterin ein. Das könne sich im Advent schwierig gestalten.

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Nach Drittem Bürgermeister Dr. Florian Haas (PWG) sollten gewisse Maßnahmen vorgeschrieben werden, wie etwa kein Alkoholausschank an den Ständen. Der Ausschuss solle die Durchführung jedoch generell befürworten. „Wenn der Alkohol wegfällt, ob der Markt dann noch lukrativ für die Vereine ist?“, warf Christa Moser (Grüne) ein.

Grabmeyer gegen Alkoholverbot

Siegfried Meier (SPD) dachte laut darüber nach, ob die Gemeinde immer den Vorgaben nachgeben müsse. Die Geschäfte hätten dieses Jahr schon viele Einbußen einstecken müssen. Zu überlegen sei eine dezentrale Durchführung des Christkindlmarktes, damit der ganze Ort Haag für Besucher an diesem Wochenende attraktiv werde. Man solle einmal mit den Vereinen reden, schlug Hans Urban (CSU) vor.

Dies beinhaltet auch der nächste Schritt des Vorgehens, fasste Bürgermeisterin Sissi Schätz zusammen. Sie nannte die Aspekte für das Abhalten des Marktes und stellte das Interesse der Durchführenden an den Ständen, des Einzelhandels und der Besucher in den Fokus. Die erste Abstimmung befürwortete den Christkindlmarkt 2020 unter der Vorgabe „ohne Alkoholausschank“ mit einer Gegenstimme von Dr. Bernhard Grabmeyer (Freie Wähler). In der zweiten Abstimmung sprachen sich sieben gegen zwei Räte dagegen aus, sich der Entscheidung des Landkreises (für ein einheitliches Vorgehen) anzuschließen.

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