Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Korbblütler wird immer beliebter in der Landwirtschaft

Beim Silphie-Anbau sind Schnaitsee und Kienberg im Landkreis Traunstein vorn mit dabei

Raphael Röckenwagner (mit der Silphie-Pflanze in der Hand) erläuterte alles rund um den Anbau der Korbblütler-Pflanze, die auch in der Region immer beliebter wird bei Landwirten.
+
Raphael Röckenwagner (mit der Silphie-Pflanze in der Hand) erläuterte alles rund um den Anbau der Korbblütler-Pflanze, die auch in der Region immer beliebter wird bei Landwirten.
  • VonJosef Unterforsthuber
    schließen

Papier aus einem Korbblütler herstellen? Die „durchwachsene Silphie“ wäre dazu geeignet, sagt Birgit Seeholzer von der Wirtschaftsförderung im Landkreis Traunstein bei einer Feldbegehung in Stangern bei Schnaitsee

Schnaitsee – Ganz neue Aspekte zur Verwendung der Korbblütler-Pflanze „durchwachsene Silphie“ kamen bei der Feldbegehung in Stangern mit Fachleuten aus dem Landratsamt Traunstein zutage.

So könnte nach laut Birgit Seeholzer von der Wirtschaftsförderung diese wertvolle Pflanze auch für die Herstellung von Papier verwendet werden. Hierzu laufen Versuche.

Vier Hektar angepflanzt

Den Auftakt bei der Infoveranstaltung machte Isabella Aman, die das Silphieprojekt im Landkreis betreut. „Da hier auf dem Betrieb Hochreiter über vier Hektar angebaut werden, ist hier auch der ideale Ort für diese Exkursion.“ Auch Seeholzer nannte den Bereich deal, da die Gemeinden Schnaitsee und Kienberg zu den Vorreitern der Silphie-Anpflanzung gehören.

Lesen Sie auch: Für die Artenvielfalt: Blühende Landschaften boomen im Landkreis Traunstein

Der Landkreis Traunstein befasst sich bereits seit 2017 mit der „Energiepflanze“, die ursprünglich aus Nordamerika stammt. Zu Beginn konnte mit der Unterstützung vom Regionalmanagement des Landkreises Traunstein, der Aktion blühender Landkreis, dem Bayerischen Bayernverband, dem Maschinenring und dem großen finanziellen Engagement der Landwirte etwa 100 Hektar als Anbaufläche gewonnen werden.

Silphie liefert bis 25 Jahre Ertrag

Raphael Röckenwagner vom Maschinenring stellte den Aufbau der Pflanze den Teilnehmern aus mehreren Landkreisen vor. Zudem wies er darauf hin, dass die Pflanze zunächst kritisch beäugt wurde, aber mittlerweile viele Freunde gefunden hat.

„Wenn bedacht wird, dass die Silphie 20 bis 25 Jahre Ertrag liefert, ist sie eine gute Alternative. Besonders auf Sonder- und Randflächen.“

Auch interessant: Die „Wunderpflanze“ Mais wächst auf mehr als der Hälfte der Äcker im Raum Rosenheim

Er konstatierte, dass die Silphie auch für trockene Flächen geeignet ist, da sie auch als Taufänger fungiert. „Zudem ist ein Silphie-Feld ein Paradies für Insekten und hier auch für die Honigbienen. Aber auch weiteres Kleingetier findet sichere Aufenthaltsplätze, da das Jahr über praktisch keine Arbeiten notwendig werden. Dagegen meiden Wildschweine solche Felder wegen der rauen Blätter.“

Das könnte Sie auch interessieren: Alternative Energien von den Feldern der Region: „Silphie“

Röckenwagner stellte sich den vielen Fragen der Fachbesucher: zur Aussaat, zur Düngung, zur Fütterung, aber auch zu den Kosten.

Vor einem Gang über das Feld freute sich Schnaitsees Bürgermeister Thomas Schmidinger über den Besuch Interessierter aus mehreren Landkreisen in seiner Gemeinde Schnaitsee.

Wurzeln schützen vor Erosion

„Der Landkreis Traunstein hat hier eine Vorreiterrolle. Diese Ansaat der durchwachsenen Silphie erhöht die gesellschaftliche Akzeptanz der Landwirtschaft in der Bevölkerung und beweist, dass es im Miteinander sehr gut geht.“

Schmidinger erinnerte an das jüngste Starkregenereignis und hob dazu die verhinderte Erosion durch das Wurzelwerk hervor. „Diese schützende Wirkung beweist auch eindeutig eines unserer Silphie-Felder mitten in Schnaitsee an einer Hanglage.“

Ein weiterer interessanter Beitrag: Multitalent mit gelben Blüten - Landwirt aus Pfaffing setzt auf neue Energiepflanze

Röckenwagner appellierte am Schluss, dass noch mehr Flächen mit dieser Pflanze bepflanzt werden sollen. „Sie ist bei problematischen Flächen die ideale Lösung.“ Als kleine Zugabe konnten die Exkursionsteilnehmer noch eine Führung durch den Betreib Hochreiter, der Biogasanlagen herstellt und überregional tätig ist.

Weitere Artikel und Nachrichten aus der Region Wasserburg finden Sie hier.

Stichwort:

Die „Durchwachsene Silphie“ stammt ursprünglich aus Nordamerika. Sie ist mehrjährig und wird bis zu drei Meter hoch. Verwachsene Blattpaare am vierkantigen Stängel bilden kleine Becher, in denen sich Tau- und Regenwasser sammelt, daher auch die Bezeichnung „Becherpflanze“. Bislang eher von Gärtnern und Imkern geschätzt oder als Grünfutter für Kleintiere genutzt, rückt die Silphie verstärkt als Energiepflanze in den Fokus. Ein hoher Flächenertrag und die ökologischen Vorteile einer Dauerkultur machen sie zunehmend interessanter für die Biogasproduktion. Konnte eine Bestandsetablierung bisher nur durch eine arbeits- und kostenintensive Pflanzung realisiert werden, kann sie nun auch als Untersaat in Mais erfolgen. Der Anbauumfang liegt für Deutschland bei derzeit mehr als 3.000 Hektar.

Quelle: Technologie- und Förderzentrum im Kompetenzzentrum für nachwachsende Rohstoffe

Mehr zum Thema

Kommentare