Behördenkrieg wegen Innschifffahrt

Es war das Jahr der 850-Jahrfeier von Wasserburg und Gottfried Held wollte zum Jubiläum Inn-Schifffahrten anbieten, die seit 1870 eingestellt waren. Seit zwei Jahren kämpfte er im Sommer vor 25 Jahren schon mit den Behörden. Da der Betrieb einer Zille in Aussicht gestellt worden war, kaufte Held eine Zille für zehn Personen - aber auch dafür gab es keine Zustimmung.

Wasserburg - 52 Seiten umfasste mittlerweile der Briefwechsel von Gottfried Held mit den Behörden. Die Unterstützung der Stadt hatte Held beim ersten Anlauf zwei Jahre zuvor bekommen, recht viel weiter kam er aber nicht. Das Landratsamt signalisierte, ein großes, eindeutig gewerbliches Schiff hätte möglicherweise Aussicht auf Erfolg. Als ein Motorboot für 65 Personen in Wasserburg bereit stand, winkten alle ab, der Inn solle schifffrei bleiben. Vor allem die Wasserpolizei in Nürnberg hielt die Personenschifffahrt auf dem "gefährlichen Wildfluss Inn" für schlicht unmöglich. Als Kompromiss kam eine Zille ins Gespräch, Held verkaufte das Motorboot, erwarb eine Zille für zehn Personen. Die allerdings war dann doch zu klein, Held brachte ein ehemaliges Rettungsboot der Hanseatic nach Wasserburg, unsinkbar, ausgerüstet mit einer Ruderanlage. Nun signalisierte das Landratsamt, probeweise Fahrten mit einer Zille könnten möglich sein, wenn auch die Regierung zustimme. Und es sickerte auch durch, dass die bayerischen Behörden eine weitere Flut ähnlicher Ansinnen fürchten, sollte für Wasserburg die Innschifffahrt genehmigt werden. Der Fremdenverkehr in anderen Städten an Flüssen sei verständlicherweise daran interessiert.

Weitere Themen der Woche

Weitere Themen der Woche vom 24. bis 30. Juni:

Auf Probefahrt unterwegs ist der neue Hochgeschwindigkeitszug ICE mit bis zu 350 Stundenkilometer, technisch ist die neue Zug-Generation noch nicht ganz ausgereift.

Ein vor vier Tagen ausgelieferter neuer Airbus stürzt im Elsaß ab, vier Menschen sterben.

Verteidigungsminister Rupert Scholz lässt ausrichten, dass mit Hinblick auf das Grundgesetz für Frauen bei der Bundeswehr nicht alle Laufbahnen möglich seien, einzig die Sanitätergruppe käme für sie in Frage.

Im Endspiel bei der Fußballweltmeisterschaft in München stehen die Holländer und nach dem 2:0-Sieg gegen Italien ganz überraschend die UdssR. Die bayerische Hauptstadt erlebt eine orangene Invasion von um die 40 000 Niederländern. Deren Spieler Ruud Gullit und Marco van Basten sind die Könige dieser Meisterschaft. Und der Trainer des FC Bayern München, Jupp Heynckes, betont das Teamwork der Holländer, das sei der neue Trend.

Die Bayerischen Elektrizitätswerke sind stolz auf ihre Fortschritte im Umweltschutz. Der Anteil des Atomstroms liege bei 70 Prozent, so hätten die Preise seit 1983 stabil gehalten werden können, Wind und Sonne könnten den Energiebedarf niemals decken.

Nach dem Bericht im Kreistag zur geplanten Mülldeponie in Sieghart in der Gemeinde Soyen sind die Chance für den Bau der Deponie gut, eine Gefährdung des Trinkwassers wird ausgeschlossen, die Hangrutschgefahr noch untersucht.

Der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands Sepp Ranner warnt vor den Problemen mit Biomilch und Biokäse, das für Bauern bei der Misere der Landwirtschaft immer mehr verlocke. Die Investitionen seien teuer, die Mehrarbeit deutlich und Biokost habe einen Marktanteil von nur 15 Prozent.

20 000 Menschen sind in Neubeuern, das sein 1200-jähriges Bestehen feiert. 10000 schauen sich in Prien den Festzug mit 8000 Sportschützen aus 1200 Vereinen in Oberbayern an.

In Wasserburg werden für Juli die Höhepunkte im Jubiläumsjahr angekündigt, "Feste und Feiern ohne Ende", ist in der Wasserburger Zeitung zu lesen.

Aus Kulmbach kommen Christiane Laur als neue bayerische Speerwurf-Meisterin und Eric Kaise, der seinen Titel bayerischer Jugendhallenmeister verteidigen konnte, zurück.

Am Luitpold-Gymnasium feiern 62 Abiturienten, zwei haben mit 1,1 abgeschlossen. vo

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