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Das Aufräumen hat begonnen

Behörden informieren über Strategie nach großflächigen Sturmwürfen in Obing

Auf einer Fläche von etwa 80 Hektar hat der Sturm am Mittwoch vergangener Woche im nordwestlichen Landkreis Fichtenbestände und Laubholzriesen umgerissen.
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Auf einer Fläche von etwa 80 Hektar hat der Sturm am Mittwoch vergangener Woche im nordwestlichen Landkreis Fichtenbestände und Laubholzriesen umgerissen.
  • Axel Effner
    VonAxel Effner
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Nach dem Sturm werden die Schäden im Wald im Bereich Pittenhart, Obing, Rabenden sichtbar. Mehrer Festmeter Bruchholz kamen zusammen. Fichten waren, wie Streichhölzer umgeknickt, jetzt beginnen die schwierigen Aufräumarbeiten.

Obing – Die Sturmkatastrophe vom Mittwoch, den 28. Juli, die eine Schneise von Chaos und Verwüstung hinterließ, dauerte nur eine halbe Stunde. Besonders schwer getroffen wurde dabei das Gebiet im Bereich Pittenhart, Obing, Rabenden und Kienberg. Nachdem die Wasserfluten wieder abgelaufen sind, lassen speziell die betroffenen Wälder das ungeheure Ausmaß an Zerstörung erkennen. Großflächig wie Streichhölzer abgeknickte Fichten und entwurzelte Baumriesen treiben manchem Waldbesitzer die Tränen in die Augen. Das Werk von Generationen war in wenigen Minuten vernichtet.

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Angesichts der riesigen Schäden hat die Waldbesitzervereinigung (WBV) Traunstein Anfang der Woche ihre Mitglieder im nördlichen Landkreis bei zwei Ortsterminen über die aktuelle Situation informiert. In der kommenden Woche will die WBV zusammen mit Experten des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) die Waldbesitzer informieren. Bei drei Terminen stehen Tipps zur Arbeitssicherheit bei der Schadholzaufarbeitung, Fördermöglichkeiten sowie zur Wiederaufforstung im Zentrum.

Die Bäume werden mit schwerem Gerät zerkleinert und für den Abtransport gestapelt.

Extreme Waldschäden durch Sturm

„In unserem Bereich hat der Sturm etwa 40 000 Festmeter Holz geworfen, etwa ein Viertel davon sind Bruchholz“, erklärte WBV-Geschäftsführer Remigius Hammerl gegenüber den OVB-Heimatzeitungen. Das entspreche etwa der Vermarktungsmenge, die sonst in einem ganzen Jahr anfällt.

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Direkt nach der Katastrophe seien „Szenen wie im Wilden Westen“ zu beobachten gewesen, berichtet Hammerl weiter. Holzhändler und einzelne Sägewerke hätten die Situation partiell genutzt, um mit schnellen Garantieabnahmen und der Angst vor Preisverfall die Angebote zu drücken.

Als Grund sei der hohe Schadholzanteil genannt worden. Bei einem der am schwersten betroffenen Waldbesitzer habe die Schadholzmenge auf insgesamt 15 Hektar immerhin 8000 Festmeter ausgemacht. Insgesamt, so schätzt Hammerl, seien wohl 80 Hektar Waldfläche von 40 bis 50 WBV-Mitgliedern betroffen. Bei mehr als der Hälfte handle es sich um „komplett niedergelegte Flächen“.

Keine Auswirkungen auf dem Holzmarkt

Wie es in einem aktuellen Informationsschreiben des WBV heißt, habe das regionale Schadereignis aus Sicht der Forstexperten keine „Auswirkungen auf den Holzmarkt mit Sägewerkskapazitäten in Südbayern und Österreich von mehreren Millionen Festmetern“. Deutliche Preisreduzierungen hätten sich deshalb „nicht gezeigt“.

„Größere Vertragsmengen konnten zu stabilen Preisen abgeschlossen werden.“ Diese liegen bei deutlich über 100 Euro für das Leitsortiment bei Fichte.

Es entstehen keine Engpässe

Aktuell könnten mit sieben Holzerntemaschinen bis zu 8000 Festmeter pro Woche aufgearbeitet werden, heißt es weiter in dem Schreiben. Die Abfuhr sei aufgrund der regen Nachfrage nach Stammholz gewährleistet. Engpässe könnten aufgrund der vom WBV aufgebauten Lager waldschutzwirksam abgepuffert werden.

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Wie WBV-Geschäftsführer Hammerl betont, sei aufgrund der ab August deutlich längeren Entwicklungszeit des Borkenkäfers in diesem Jahr auch „nicht mehr mit einem Schwärmflug der Jungkäfer zu rechnen“.

Gefahr bei Räumarbeiten

Das AELF informierte ergänzend in einer Pressinformation, die Aufarbeitung der Sturmholzaufarbeitung aufgrund der großen Gefahren für Leib und Leben besser in professionelle Hände zu geben. Entsprechend geschulte und maschinell ausgerüstete Forstunternehmer könnten eine sichere und entsprechend zügige Aufarbeitung der Sturmwürfe am besten gewährleisten.

Mit Holzerntemaschinen läuft aktuell die Aufarbeitung, abgeknickt, hier in einem Waldstück bei Obing.

Holz – ein teurer Rohstoff

Die Preise für Nadelstammholz im Chiemgau liegen aktuell auf dem höchsten Stand seit über 30 Jahren, informiert die Waldbesitzervereinigung (WBV) Traun-stein in einem Schreiben. So notiere der Preis bei der Fichte für das Leitsortiment deutlich über 100 Euro pro Festmeter. Durch Sturmwürfe und Borkenkäfervermehrung komme es jedoch immer wieder zu Preisschwankungen, weil die heimische Holzwirtschaft und Baubranche die anfallenden Spitzen nicht aufnehmen kann.

Der zeitweilige Holzexport ins Ausland zur Entlastung, speziell nach China und in die USA, könne die Märkte aber nur teilweise stabilisieren. Dies könne wiederum zu Holzknappheit führen, wie aktuell zu beobachten. Eine gute Lösung gegen eine Preisrallye zwischen Überangebot und Kapazitätsengpässen gerade für die heimische Holzwirtschaft könne aus Sicht der WBV TS die Einrichtung sogenannter Nasslager bieten.

Bis zu drei Jahren sei Rundholz dort ohne Qualitätsverlust lagerfähig. Durch Beregnung sei der Schutz vor Insekten und Pilzbefall gewährleistet. Als Angebotspuffer würde dies auch den regionalen Wirtschaftskreisläufen der Holzwirtschaft entgegenkommen. Ebenso würden kurze Transportwege dem Klimaschutz dienen.

Kurse für Holzarbeiten

Kostenlose Infotermine mit Motorsägenvorführung bieten die WBV TS und das Forstamt in Traunstein bei folgenden Terminen an: am Mittwoch, 11. August um 9 Uhr am Parkdeck in Obing, am Donnerstag, 12. August um 9 Uhr am Fußballplatz in Pittenhart und am Freitag, 13. August um 9 Uhr am Waldweg westlich von Hundsöd. Eine Anmeldung ist erforderlich unterl. 0861 – 70983006. Schutzhelme sind mitzubringen.

Für die Holzernte oder Rundholz-Einbringung kann man sich unter anderem auch bei Michael Fritz unter Tel. 0170 – 5643512 (Bereich Obing-Pittenhart) oder bei Sepp Wastlschmid unter Tel. 0151 – 53866343 (Bereich Altenmarkt und Kienberg) anmelden.

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