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Wohnungen statt Förderstätte

Die Eigentümerin dieses Gebäudes in Edling hat Pläne für das Haus, die der Gemeinderat bedauert

Fast leer steht das Gebäude in der Lärchenstraße in Edling. Eigentlich wollte die Stiftung Attl hier eine Förderstätte mit Wohngruppen errichten. Die Eigentümerin allerdings will nun im ersten Stock lieber Mietswohnungen errichten. Das Untergeschoß bleibt erstmal leer.
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Fast leer steht das Gebäude in der Lärchenstraße in Edling. Eigentlich wollte die Stiftung Attl hier eine Förderstätte mit Wohngruppen errichten. Die Eigentümerin allerdings will nun im ersten Stock lieber Mietswohnungen errichten. Das Untergeschoß bleibt erstmal leer.

Die Eigentümerin des fast leer stehenden Gebäudes in der Edlinger Lärchenstraße hat sich umentschieden und rückt von den Plänen ab, mit der Stiftung Attl einen Pachtvertrag zu schließen. Das bedauert der Gemeinderat, stimmte aber zähneknirschend der Nutzungsänderung zu.

Edling – Früher ein Gasthaus, dann ein Supermarkt, später ein Sportstudio – doch jetzt steht das markante Gebäude in der Ortsmitte Edlings weitgehend leer. Die Besitzerin hat nun einen Antrag auf Nutzungsänderung eingereicht, um im ersten Stock sieben Wohneinheiten einzubauen.

Ursprünglich andere Idee

Ursprünglich war geplant, sowohl Erd- als auch Obergeschoss an die Stiftung Attl zu verpachten und diese hat auch alle Voraussetzungen für eine Pacht geschaffen. Doch nun trat die Eigentümerin von diesem Vorhaben zurück. Anstatt Wohneinheiten für betreutes Wohnen im Obergeschoss sollen nur Wohnungen in der Größe von 75 bis 100 Quadratmetern entstehen. Statt einer Förderstätte bleibt das Erdgeschoss vorläufig leer.

„Glücklich bin ich nicht“, erläuterte Bürgermeister Matthias Schnetzer (CSU) die Situation. Die 14 benötigten Stellplätze für die Wohneinheiten seien vorhanden, eine spätere Nutzung des Erdgeschosses werde aber beschnitten, da die Gesamtzahl der Stellplätze begrenzt sei.

Ungut für die Ortsmitte

Sandra Waldherr (UBG) sah in der Nutzungsänderung ein „worst-case-Szenario“ für die Edlinger Ortsmitte und bedauerte, dass es für das Gebiet keinen Bebauungsplan gebe. Bürgermeister Schnetzer entgegnete, die Besitzerin habe ein Recht auf eine Nutzung für Wohnbebauung. Eine Bauplanung sei zudem keine„Verhinderungsplanung“. Rechtlich habe man fast keine Handhabe, gegebenenfalls werde das Einvernehmen durch eine höhere Stelle ersetzt. „Am liebsten wäre mir da ein Café“, meinte er, es gebe aber immer das Risiko, das dies nicht angenommen würde.

Andere Nutzung als Wunschdenken

„Es wäre ein schönes Haus für die Gemeinde“, meinte auch Günther Weiß (ÜWG), aber durch die Nutzungsänderung ändere sich an der Außenhülle ja nichts. Stefan Färber (CSU) sah es ähnlich, eine andere Nutzung sei Wunschdenken und außen ändere sich nichts.

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Nach einer Diskussion über die Parkplatzsituation, die je nach Redner als „unbefriedigend“ oder „es ändert sich ja kaum was“ bezeichnet wurde und der Wertigkeit eines großen Wohnblocks in der Ortsmitte, meinte Bürgermeister Schnetzer abschließend etwas resigniert: „Wenn ein Eigentümer keinen Bezug zur Gemeinde hat, steht so ein Objekt halt leer.“

Die Mehrheit des Gemeinderats stimmte schließlich dem Antrag zu, fünf Ratsmitglieder – Helmut Hammerbacher, Jürgen Hansen, Florian Prietz, Sandra Waldherr (alle UBG) und Martin Baumann (CSU) – stimmten dagegen.

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Das sagt die Stiftung Attl:

Noch vor einem Jahr stellte Franz Hartl, kaufmännischer Leiter der Einrichtung und Vorstandsmitglied der Stiftung Attl, das Vorhaben dem Edlinger Gemeinderat vor, der einstimmig grünes Licht für den Antrag auf Nutzungsänderung des Gebäudes gab. Geplant war, ein Pachtvertrag für 15 Jahre, um dort eine Förderstätte sowie Wohngruppen für Menschen mit Behinderung zu schaffen. 36 Schützlinge sollten die Förderstätte im Erdgeschoß besuchen und 14 in den Wohngemeinschaften im oberen Stockwerk ein neues Zuhause finden. Das Gebäude hätte außerdem Platz für ein Stehcafé und einen Gemüseverkauf geboten. Nun möchte die Eigentümerin das Obergeschoß zu Wohnungen umbauen und vermieten. „Wir kennen die neuen Pläne nicht“, sagt Michael Wagner, Sprecher der Stiftung auf Anfrage der Zeitung. Leider sei die Eigentümerin auf nicht mehr auf die Stiftung zugekommen. „Wir sind nach wie vor interessiert, zumindest im Erdgeschoß Förderstättengruppen einzurichten“, so Wagner.

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