AUS DEM GEMEINDERAT

Bebauungsplan „Am Schmiedsee“ in Maitenbeth tritt in Kraft

Der Franzosenbach fließt von links aus einem Rohr in den Schmiedsee. Der Bach führt laut dem Gremium wenig Wasser und stelle keine Gefahr für die geplante Bebauung dar.
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Der Franzosenbach fließt von links aus einem Rohr in den Schmiedsee. Der Bach führt laut dem Gremium wenig Wasser und stelle keine Gefahr für die geplante Bebauung dar.

Es ist so weit. Mit der jüngsten Gemeinderatssitzung in Maitenbeth tritt nun der Bebauungsplan „Am Schmiedsee“ in Kraft. Letzte Änderungen sind abgewogen und eingearbeitet worden, auch der erste Bauantrag liegt bereits vor.

Maitenbeth – Auf den insgesamt 18.000 Quadratmeter sind Einzel- und Doppelhäuser mit Sattel- und Pultdächern möglich. Die Fläche verteilt sich auf den Bestand nördlich der vormaligen Schreinerei, die restlichen 7.200 Quadratmeter sind neu und wurden bisher landwirtschaftlich genutzt. Ein vorhandener Bauernhof wird abgerissen.

Die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange wurden in der Sitzung verlesen. Darunter auch der Hinweis der Kraftwerke Haag als Stromversorger. Sie benötigen Platz für eine Transformatorenstation im Norden des Gebiets. Deshalb schrumpft eine Parzelle um 20 Quadratmeter. Zu klären ist außerdem noch die Erschließung zu einem dahinterliegenden Grundstück am Franzosenbach.

Wasserwirtschaftsamt befürchtet Gefahrenpotenzial des Franzosenbaches

Zwei Stellplätze je Wohnung sind Pflicht, Lichtgräben und Gauben sind nicht zulässig und die Zahl der Vollgeschosse ist auf zwei begrenzt. Die Zäune sind für Kleintiere durchlässig zu halten. Solar- und Photovoltaikanlage seien wünschenswert, aber keine Pflicht, die Außenbeleuchtung sollte insektenfreundlich sein und Landwirtschaft mit Gewerbe seien zu dulden.

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Das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim erwähnte noch einmal den Franzosenbach, der habe ein „Gefahrenpotenzial“, das durch die beabsichtigte Öffnung des Grabens zutage treten könne. Der Gemeinderat war jedoch der Meinung, dass der Bach wenig Wasser führe und dass ein geplantes flaches Ufer insgesamt eine Breite von sieben Metern ergebe. Das sei mehr als ausreichend.

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Die Regierung von Oberbayern sieht das Vorhaben noch „kritisch“, doch habe die Gemeinde ihren Bedarf „nachvollziehbar“ begründen können und auch, dass innerorts keine geeigneten Flächen zur Verfügung stünden. Künftig, so lautete ein Hinweis, würden bei neuen Baugebieten strengere Maßstäbe angelegt, dann benötigen Gemeinden eine „Strategie“, um freie Flächen im Hauptort bebaubar zu machen, bevor weitere Flächen „verbraucht“ würden. Gewünscht hätte man sich den Einsatz regenerativer Energien und zunehmend Mehr- statt Einfamilienhäuser, so das Amt abschließend.

Erster Bauantrag liegt bereits vor

Der Bürgermeister Thomas Stark (Bürgerliste) wies auf den „dringenden Wohnbedarf“ hin. Das letzte Baugebiet sei bereits vor zehn Jahren ausgewiesen worden, jährlich habe man einen Zuwachs um 13 Einwohner.

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Weitere Stellen hatten lediglich Anmerkungen zu Formulierungen, etwa zur neuen Bauordnung. Seitens der Bürger trafen keine neuen Stellungnahmen ein. Mit dem ohne Gegenstimme gefassten Satzungsbeschluss war die Abwägung der Einwände beendet.

Der erste Bauantrag dazu betraf ein Einfamilienhaus mit Doppelgarage. Das war allerdings nur eine Information, weil sich das Vorhaben an den neuen Bebauungsplan hält.

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