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Veto aus Rosenheim

Haager darf auf seinem Grundstück kein Mehrfamilienhaus bauen, aber eine Tanke durfte gebaut werden

Bauherr Michael-Josef Eder würde seinen Plan von einem Mehrfamilienhaus in der letzten Baulücke an der Westendstraße in Haag gerne verwirklichen. Doch die Umsetzung hakt.
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Bauherr Michael-Josef Eder würde seinen Plan von einem Mehrfamilienhaus in der letzten Baulücke an der Westendstraße in Haag gerne verwirklichen. Doch die Umsetzung hakt.
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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Supermarkt, Tankstelle mit Autowaschanlage, Metallbaufirma: All sie haben in der Nachbarschaft bauen dürfen, Michael-Josef Eder aber nicht. Der Haager möchte auf seinem Grundstück bauen. Doch das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim dreht dem Vorhaben das Wasser ab.

Haag – Supermarkt, Tankstelle mit Autowaschanlage, Metallbaufirma: All sie haben in der Nachbarschaft bauen dürfen, Michael-Josef Eder aber nicht. Der Haager möchte auf seinem Grundstück an der Westendstraße 39 ein Mehrfamilienhaus errichten. Doch das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim dreht dem Vorhaben – im wahrsten Sinne des Wortes – das Wasser ab.

Ärgerlich für Bauwerber

Einstimmig Ja vom beschließenden Bau- und Umweltausschuss, Ja vom Landratsamt Mühldorf – unter der Bedingung, dass aufgrund der Lage im Wasserschutzgebiet auch das Wasserwirtschaftsamt (WWA) zustimmt. Doch genau bei dieser Genehmigung hakt es jetzt. Die Behörde sagt, das geplante Wohngebäude liege in Zone II.

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Und hier seien alle Veränderungen der Erdoberfläche verboten. Die Baumaßnahme greife jedoch in die Deckschichten ein, die Reinigungsleistung des Bodens werde reduziert. Stehe das Haus, würden zusätzliche Risiken auftreten – durch Abwasser, erhöhten Verkehr, das Versickern von Niederschlägen. Das WWA spricht von einem Risiko für die Wasserversorgung.

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Eder darf also nicht bauen und ärgert sich. Er weist hin auf viele weitere Vorhaben in der Umgebung, die in Zone II und III liegen und für die es in den vergangenen Jahren Ausnahmegenehmigungen gegeben habe.

Will Behörde Druck auf Gemeinde ausüben

Er hat einen Verdacht: „Ich lese aus dem ablehnenden Bescheid des Wasserwirtschaftsamtes heraus, dass die Behörde über meinen Antrag Druck auf die Gemeinde ausüben will.“

Lösung steht noch aus

In der Tat steht im Schreiben des WWA: Bereits im Jahr 2000 sei die Marktgemeinde darauf hingewiesen worden, dass der Trinkwasserbrunnen III aufgrund seiner Lage und seines Ausbaus nur eingeschränkt schützbar sei. Die Kommune müsse sich darum bemühen, einen Ersatzstandort zu finden. Eine Lösung stehe bis heute aus.

Kein Kompromiss

Eder hätte sich gerne mit seinem Bauunternehmer, der Bürgermeisterin und dem Wasserwirtschaftsamt an einem Tisch gesetzt, um doch noch einen Kompromiss zu finden. Es gebe nichts mehr zu reden, habe das WWA ihm jedoch mitgeteilt. Eder kann das nicht verstehen, denn in der Nähe seines Grundstücks wären viele Bauvorhaben durchgeführt worden. Er wolle außerdem ein ausgesprochen umweltfreundliches Gebäude errichten: KfW-gefördert nach hohen Energiestandards, barrierefrei, beheizt mit Pellets. Eine Ausnahmegenehmigung stehe ihm ebenso zu wie allen anderen Baubewerbern der vergangenen Jahre. „Worauf soll man sich als Bürger denn noch verlassen?“ sieht er die Gleichberechtigung in Gefahr.

Gemeinde bemüht sich

Bürgermeisterin Sissi Schätz bestätigt, dass sich die Gemeinde mehrfach bemüht habe, doch noch ein Umdenken des Wasserwirtshaftsamts zu erreichen. Sie habe sich unter anderem um einen Termin im Landratsamt Mühldorf bemüht, bei dem das Anliegen noch einmal erörtert werden sollte, so Schätz.

Das WWA habe jedoch die Teilnahme abgesagt.

Verständnis für Eder

„Wir hätten diesen Termin gerne wahrgenommen, um gemeinsam eine konstruktive Lösung zu finden“, sagt die Rathauschefin. Auch sie kann nicht verstehen, warum es für das Bauvorhaben Eder, das die letzte Baulücke in diesem Bereich füllen werde, keine Ausnahmegenehmigung gebe. Andere Maßnahmen, die ebenfalls das Wasserschutzgebiet tangiert hätten, seien mithilfe von Auflagenbescheiden erlaubt worden.

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„Ich bin sehr verwundert“, bringt Schätz ihre Gefühle auf den Punkt. „Ich verstehe, dass Herr Eder sauer ist.“ Das Wasserwirtschaftsamt wisse um die Bemühungen der Kommune, einen neuen Brunnen zu errichten. 2025 laufe die Genehmigung für die jetzige Anlage ab.

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