Baurecht 2015 "ehrgeizig"

Die Ortsumgehung Obing hat laut Bundesverkehrsminister Dr.Peter Ramsauer jetzt den "Gesehenvermerk", das heißt die Genehmigung für den Vorentwurf der 4,7 Kilometer langen Trasse. Das sei Basis für das Planfeststellungsverfahren, an dessen Ende die Baugenehmigung stehe und falls alles glatt laufe, "könnten wir bereits 2015 Baurecht haben", so der Minister.

Obing - Diese Mitteilung wurde in Obing überwiegend positiv aufgenommen, denn die Umgehung rückt damit, nach jahrelangen Bemühungen, endlich in greifbare Nähe. Dementsprechend groß war die Freude bei den Befürwortern der Ortsumgehung, die zum Teil schon über 15 Jahre für eine Verkehrsentlastung des Ortes kämpfen. Dazu gehört auch Richard Egner von der Bürgerinitiative "Li(e)benswertes Obing". Mit seinen Mitstreitern hatte er sich in den vergangenen Jahren für die Ortsumfahrung eingesetzt. Entsprechend erleichtert stellte er fest, dass die größte Arbeit nun wohl erledigt sei und sich der Einsatz gelohnt habe. Alles Weitere liege in politischer Hand. Ein Baubeginn 2015 wäre schön, aber darauf habe man keinen Einfluss, sagte der Sprecher der BI, der feststellte, dass die Skepsis bei vielen Umgehungsgegnern gewichen sei und immer häufiger die Frage gestellt würde, wann denn nun endlich gebaut werde.

Mit dazu beigetragen habe seiner Meinung nach auch die Änderung der Trasse mit der deutlichen Reduzierung der Dammhöhen. Die weitere Verlegung nach Norden habe zudem eine Verbesserung für die Bürger im Ortsteil Pfaffing gebracht.

Deutlich erfreut über die Fortschritte bei der Ortsumgehung zeigte sich auch Bürgermeister Hans Thurner, auch wenn es nach wie vor einige Bürger gebe, die sehr betroffen seien. Kürzlich sei in einer Anliegerversammlung die neue Trasse und der aktuelle Stand der Planungen vorgestellt worden. Dabei habe sich gezeigt, dass einige Landwirte nach Fertigstellung der Umfahrung deutliche Umwege in Kauf nehmen müssten, weil sie keine direkten Zufahrtsmöglichkeiten mehr haben. Eine Arrondierung solle zu einer vernünftigen Grundstückslösung in diesem Bereich führen.

Insgesamt gebe es nach seinem Empfinden aber nicht mehr so viele grundsätzliche Gegner, sagte Thurner. Die Trassenänderung habe viel bewirkt. Jedoch gebe es bei den Grundstücksverhandlungen, die nach Abschluss des Planfeststellungsverfahrens zu führen seien, einige "harte Nüsse zu knacken", vermutete Thurner. Bei zurückliegenden Baumaßnahmen sei es letztendlich immer zu einvernehmlichen Lösungen gekommen und langwierige Enteignungen hätten vermieden werden können.

Im Januar oder Februar werde der Vorentwurf voraussichtlich ausgelegt, dann hätten die Bürger in der Gemeindeverwaltung oder auch Online die Möglichkeit, ihre Einwände vorzubringen. Bis dahin sollen auch Gespräche mit dem Gewerbeverein geführt werden, um Lösungen für betroffene Geschäfte zu finden. Einen Baubeginn 2015 bezeichnet Thurner als "theoretisch möglich, aber ehrgeizig".

Für die Bürgerinitiative "der Obinger Weg" ist die Realisierung der Baumaßnahme bis dahin eher unrealistisch. Nach wie vor sei die Ortsumfahrung im erweiterten Bedarf und der Bundesverkehrswegeplan (BVWP) werde erst 2015 fortgeschrieben. Zudem stelle sich die Frage, ob bis dahin die notwendigen finanziellen Mittel bereit stünden, denn viele bereits genehmigte Baumaßnahmen ruhten aufgrund leerer Kassen, sagte die Sprecherin Cornelia Leupold. Und hier solle ein Projekt durchgezogen werden, dessen Notwendigkeit zur Aufnahme in den vordringlichen Bedarf erst im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens mit neuen Verkehrszahlen begründet werden müsse.

Nach wie vor gebe es viele Streitpunkte und die Stimmung im Ort sei gespalten. Letztlich hätten die Bürger bei der Auslegung der Planfeststellungsunterlagen die Möglichkeiten, ihre Einwände zu formulieren.

Für Sebald König vom Staatlichen Bauamt in Traunstein ist die Aufnahme in vordringlichen Bedarf des BVWP dagegen klar zu begründen und die entsprechenden Vorarbeiten seien geleistet. Er zeigte sich verwundert, dass der "Obinger Weg" da ein Problem sehe und fand die Diskussion nicht zielführend. Vielmehr freute er sich für Obing, dass der nächste Schritt auf der Verwaltungsebene gemacht sei. Das Bauamt habe bereits mit dem Vorentwurf begonnen und werde das Vorhaben weiter zügig vorantreiben. Einen Baubeginn 2015 hält er für grundsätzlich möglich. Aber das hänge von vielen Faktoren ab. Einigkeit wäre in jedem Fall hilfreich. ca

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