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Aus dem Gemeinderat

Baugrundstücke sind Mangelware: In Pfaffings Neubaugebiet wollen 72 Bewerber eine Parzelle

Die Bebauung des Neubaugebiets „West V“ in Pfaffing rückt bis an den Bauernhof.
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Die Bebauung des Neubaugebiets „West V“ in Pfaffing rückt bis an den Bauernhof.
  • vonKarlheinz Günster
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Das Neubaugebiet „West V“ in Pfaffing kommt voran. Im Gemeinderat wurden alle Stellungnahmen aus dem Auslegungsverfahren bis nach Mitternacht beraten. Es gibt weitaus mehr Bauwillige als Parzellen.

Pfaffing – Erst kam die Änderung des Flächennutzungsplans an die Reihe, nun die Aufstellung des Bebauungsplans – damit macht das Neubaugebiet „West V“ in Pfaffing Fortschritte. Der Gemeinderat befasste sich mit den Stellungnahmen von Behörden und Bürgern auch diesmal wieder länger, erst nach Mitternacht war dieser Tagesordnungspunkt abgeschlossen.

Südwestlich vom Hauptort sollen im Anschluss 36 Einfamilien, drei Doppel- und sechs Mehrfamilienhäuser entstehen. Das zu überplanende Gebiet umfasst sieben Hektar, von denen vier Hektar für die Wohnbebauung vorgesehen sind, der Rest soll landwirtschaftliche Fläche bleiben.

Flächensparen angemahnt

Die wesentlichen Punkte daraus: Der Bund Naturschutz in Bayern wies noch einmal nachdrücklich auf das Thema Flächensparen hin und dass bei Inkrafttreten des neuen Landesplanungsgesetzes in Pfaffing umgerechnet nur noch 4500 Quadratmeter im Jahr zur Verfügung stehen.

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Die Abteilung Bauleitplanung aus dem Rosenheimer Landratsamt sah einen Konflikt mit der Festsetzung von privaten Grünflächen in Verbindung mit der angrenzenden Landwirtschaft; das sei nicht zulässig. Die Gemeinde argumentierte, dass eine freizuhaltende Fläche sicherstellt, dass der Ort Pfaffing und Werfling nicht zusammenwachsen.

Zudem könnten Emissionen „den Wohnfrieden erheblich stören“, erklärte die Bauleitplanung, was eben mit einer freizuhaltenden Fläche zu vermeiden sei. Die Gemeinde verwies auf Gutachten zur Luftreinhaltung und zum Schall. Überschreitungen der Werte seien demnach bei der Erntezeit wahrscheinlich. Das sei aber ein „sporadisches Ereignis“.

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Das Rosenheimer Wasserwirtschaftsamt unterbreitete Vorschläge, wie bei sieben Prozent Hangneigung starke Regenfälle mit Sickertest oder angehobener Bodenkante zu begegnen ist. Abzuwägen war die Wandhöhe bei Einzelhäusern, was einerseits Schattenwurf bedeutet, andererseits mehr Wohnraum. Geeinigt hat sich der Rat bei drei Gegenstimmen von 16 auf 6,30 Meter. Ebenfalls mit drei Gegenstimmen ist die Form des Satteldachs bei Mehrfamilienhäusern festgelegt worden. Außerdem darf das Gelände lediglich einen halben Meter abgegraben und höchstens 80 Zentimeter aufgeschüttet werden.

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Zwei Gegenstimmen störten sich an einer Wandhöhe von acht Meter bei Mehrfamilienhäusern und einer Dachneigung von maximal 25 Grad, sowie einer maximalen Fußbodenoberkante im höchsten bewohnbaren Geschoss von sieben Meter.

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Auch die Bürger hatten Einwände eingereicht, teilweise mit anwaltlicher Unterstützung. Dabei ging es unter anderem um die Aufschüttung des Geländes, den zusätzlichen Verkehr und den Verlust einer ländlich geprägten Ortschaft. Die Gemeinde hielt dagegen, dass im Gelände keine Aufschüttung geplant sei.

Weitere Kritikpunkte betrafen das Pflanzgebot, das infolge gestrichen wurde. Ein Nachbar befürchtet Schatten und schlägt eine Drehung des Doppelhauses vor. Die Verwaltung bot stattdessen zusätzlichen Abstand an, den der Rat jedoch reduzierte. Er gestand bei zwei Gegenstimmen lediglich einen weiteren Meter zu. Damit sind es insgesamt vier Meter.

Ein anderer Bürger schlug aufgrund des zu erwartenden Verkehrs eine Einbahnregelung der Straßen vor, doch sieht die Verwaltung keine erhebliche Gefährdung.

Landwirtschaft und Wohnen: vereinbar

Ein Anwalt setzte sich für die angrenzende Landwirtschaft ein: 75 Meter von einem landwirtschaftlichen Gebäude hin zu Wohnhäusern seien kein „ausreichender Abstand“. Die Gemeinde sieht jedoch die beiden Interessen, Landwirtschaft und Wohnen, als „vereinbar“ an.

Der abschließende Billigungsbeschluss fiel einstimmig. Der geänderte Plan wird ausgelegt. Die Planungsunterlagen sind dann im Rathaus und auf der Internetseite der Gemeinde einsehbar. Anschließend wurde der Geltungsbereich der Veränderungssperre in diesem Bereich in einem Beschluss einstimmig verringert. Das betrifft eine landwirtschaftliche Wiese und einen öffentlichen Weg.

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Wie groß ist der Bedarf an Baufläche?

Die Regierung von Oberbayern sah das Vorhaben grundsätzlich „nachvollziehbar“, empfahl aber andererseits eine Herausnahme von drei unbebauten Flächen im Hauptort aus dem Flächennutzungsplan, da für die offenbar keine Bauabsicht bestehe. Bei der Berechnung des Bevölkerungszuwachses geht das Landesamt für Statistik um eine Abnahme von 140 Personen in den nächsten Jahren aus, die Gemeinde sieht jedoch einen Zuwachs von 500 aufgrund der bisherigen Entwicklung. Die Behörde empfahl daher eine reduzierte Planung. Begrüßt wurde ausdrücklich die Nutzung erneuerbarerer Energien sowie die Mischung der Gebäudearten für eine „flächeneffiziente Siedlungsentwicklung“.

Die Verwaltung der Gemeinde Pfaffing verwies auf 72 Bewerbungen für Baugrundstücke und hält am gesteigerten Bedarf an Wohnbauflächen fest.

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