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Maitenbeth: Baugebiet am Schmiedsee soll kommen – doch es gibt auch kritische Stimmen

Hier in Marsmeier ist Platz für 15 Parzellen.
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Hier in Marsmeier ist Platz für 15 Parzellen.
  • vonKarlheinz Günster
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Es geht vorwärts beim geplanten neuen Baugebiet „Am Schmiedsee“ in Maitenbeth. Doch Verwaltung und Gemeinderat müssen sich auch kritischen Stellungnahmen stellen.

Maitenbeth – Das geplante Baugebiet „Am Schmiedsee“ in Maitenbeth ist einen Schritt weiter. Der Gemeinderat befasste sich mit den Stellungnahmen von Trägern öffentlicher Belange. und Behörden. Deutlich wurde dabei, dass die Verwaltung gut vorgearbeitet hat, denn zu Einwendungen von Behörden und eines Anwalts gab es Klärungen.

15 Parzellen für Wohnhäuser

Auf zwei Hektar entsteht Platz für 15 Parzellen als Ein- und Zweifamilienhäuser in einem allgemeinen Wohn- und Mischgebiet. Derzeit ist dort landwirtschaftlich genutzte Fläche. Die Erschließung erfolgt hauptsächlich durch den Rückertsbichlweg.

Behandelt wurden Anmerkungen und Einwände, darunter eine ausführliche von der Regierung von Oberbayern. Die teilte allgemein mit, dass sich eine Siedlungserweiterung auf den Hauptort beschränken sollte. Zudem sei überhaupt der Flächenverbrauch zu reduzieren und die Gemeinde habe ihren Bedarf an Wohnfläche „nicht hinreichend begründet“.

Eine Rolle spiele dabei die angenommene Zunahme der Bevölkerung. Dabei sei zu bedenken, dass in einem Zeitraum von zehn Jahren über 60-Jährige kleinere Wohnungen benötigen würden, so die Behörde. Zudem gebe es zum Klimaschutz keine Aussage in Form der Verwendung erneuerbarer Energien.

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Bürgermeister Thomas Stark (Bürgerliste) teilte mit, dass es bereits ein Treffen mit Behörden, darunter auch dem Landratsamt, vor Ort gegeben habe. Die Kommune habe die Gründe darlegen und verdeutlichen können. So gebe es „dringenden Wohnbedarf“ bei einem Zuwachs von 13 Einwohnern jährlich, fasste er zusammen. Die Regierung habe nun keine Einwände mehr. Zum Klimaschutz habe man die Aussage im Bebauungsplan, dass regenerative Energie und Zisternen zumindest „wünschenswert“ seien.

Die Handwerkskammer sowie die Industrie- und Handelskammer wiesen beide auf den Schutz des bestehenden Gewerbes und der Landwirtschaft hin, die sollen Erweiterungsmöglichkeiten finden. Das nahm der Rat zur Kenntnis und stellte fest, angesichts des vorhandenen Gewerbes „keine Probleme zu erwarten“ seien, hieß es im Beschluss.

Probleme durch leichte Hanglage?

Das Landratsamt forderte für die Ortsrandeingrünung einer ausführlichere Darstellung. Zäune und Lampen müssten auch Belange der Tiere berücksichtigen, alle 300 Quadratmeter sei ein Baum gefordert, lautet die Vorgabe.

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Gedanken machte sich die Abteilung Abfallwirtschaft des Landratsamtes um ihre Fahrzeuge, die eine bestimmte Breite benötigen und grundsätzlich nicht rückwärts fahren. Eine private Stichstraße könne daher nicht befahren werden, das betreffe drei Grundstücke. Daher stimmte der Rat einer Stellfläche für Mülltonnen zu, die für das Fahrzeug erreichbar ist.

Das Wasserwirtschaftsamt sah die leichte Hanglage und den nahen Franzosenbach als mögliche Ursache für Überschwemmungen bei starkem Regen. Das sei bei der Oberkante des Erdgeschossbodens zu berücksichtigen.

Dafür habe man, erklärte der Bürgermeister, Kontakt zum Zweckverband Gewässerunterhalt aufgenommen, das werde untersucht. Der Wasserzweckverband der Mittbachgruppe gab als Trinkwasserlieferant grünes Licht, denn auch für den Brandschutz stehe ausreichend Wasser mittels Hydranten zur Verfügung.

Die Telekom prüft noch, ob sie das Gebiet eigenwirtschaftlich erschließt, wichtig seien dabei koordinierte Tiefbauarbeiten mit einer Vorlaufzeit von einem halben Jahr, hieß es.

Einwände über Rechtsanwalt

Einwände brachten Bürger durch einen Rechtsanwalt hervor. Das Vorhaben widerspreche einer städtebaulichen Entwicklung, las Bürgermeister Stark aus dem Schreiben vor. Die Planung begünstige individuellen Interessen, schon die bestehende Bebauung weiche von den geplanten Vorgaben ab, Fahrtrechte würden nicht berücksichtigt, Rechte verletzt. Wasser aus dem Franzosenbach verdunste und lege den Schmiedsee trocken und weiteres mehr wurde befürchtet.

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Der Bürgermeister teilte mit, dass man nach Gesprächen mittlerweile „im Einvernehmen“ sei. Geklärt wurde, dass etwa ein Fahrtrecht eine private Angelegenheit sei, bestehende Häuser Bestandsschutz genießen würden, die ökologische Aufwertung des Bachs durch seine Öffnung mit der Naturschutzabteilung des Landratsamtes abgestimmt wird.

Diese sehe das als Aufwertung an. Auch bei den Stellplätzen gebe es hier keine Ausnahme, fasste der Bürgermeister die vormals unterschiedlichen Auffassungen zusammen. Zwei davon seien je Wohnung erforderlich, ein sogenannter Stauraum zähle nicht.

Nun kommt eine weitere Auslegung, die erforderlichen Beschlüsse erfolgten im Gemeinderat jeweils einstimmig.

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