AUS DEM GEMEINDERAT ALBACHING

Bauen in Zell könnte möglich werden

Zell, Albaching, Bauland
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Ländlich, ruhig, landwirtschaftlich geprägt: Trotzdem könnte in Zell eine bauliche Entwicklung möglich sein. Der Gemeinderat lässt die Möglichkeiten abklopfen.
  • vonIrmi Günster
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Bauen in Zell? Möglich, aber einfach ist es nicht. Mehrere Interessen müssen unter einen Hut gebracht werden: die der Anwohner, Landwirte, Betriebe, der Bauwilligen und nicht zuletzt der Gemeinde.

Albaching – Als ersten Schritt startet nun das Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans, das auch Thema in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats war. Der Billigungsbeschluss am Ende dieses Tagesordnungspunktes fiel einstimmig.

Entwicklung der bäuerliche Betriebe nicht beeinträchtigen

Zunächst waren einige Stellungnahmen aus der Behördenbeteiligung abzuarbeiten. Das „Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten“ aus Rosenheim hatte zwar keine unmittelbaren Einwände vorgebracht, aber auf die weitere Entwicklung der landwirtschaftlichen Betriebe hingewiesen. Durch ein Emissionsgutachten, das im Zuge des Aufstellungsverfahrens zum Bebauungsplan erfolgen soll, werde dies gewährleistet, lautete der Beschluss des Gemeinderats.

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Der „Bund Naturschutz“ verwies auf eine frühere Stellungnahme und wiederholte damit seine Befürchtung einer „Zersiedelung der Landschaft“. Dies sei bei der vorliegenden Planung eben gerade nicht der Fall, da nur innerörtliche und gut angebundene Flächen zur Neubebauung ausgewiesen würden, hielt das Ratsgremium dagegen.

Die Handwerkskammer für München und Oberbayern bezog sich auf ihre Stellungnahme vom Mai vergangenen Jahres, ebenso wie der Rat in seiner Beschlussfassung: Um die bestehenden Handwerksbetriebe in dem betreffenden Bereich nicht zu beeinträchtigen und ihnen weiterhin einen „ordnungsgemäßen Betrieb“ zu ermöglichen, werde eine schalltechnische Untersuchung in Auftrag gegeben.

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Die Bauleitplanungsabteilung des Landratsamts wandte ein, dass sich die Bebauung mehr auf die Bereiche innerhalb des Ortes konzentrieren sollte und nicht, wie hier in diesem Fall, auf einzelne Weiler außerhalb. Der Gemeinderat beurteilte dies hingegen naturgemäß anders: Hierbei handle es sich um eine Planung der Innenentwicklung mit „geringfügiger Ausdehnung nach außen in unmittelbarem Anschluss an die bestehende Bebauung“.

Von daher sei Zell ein „geeigneter Siedlungsansatz“. Bürgermeister Rudolf Schreyer (GWA) erklärte auf Anfrage, dass die Gemeinde hier den Anliegern Unterstützung bieten und mit dieser „kleinen Ausweitung“ lediglich eine „lockere Bebauung“ ermöglichen wolle.

Gutachten entstehen im Verfahren für den Bebauungsplan

Die Abteilung „Immissionsschutz“ des Landratsamtes wies im Hinblick auf die ansässigen Betriebe, insbesondere der landwirtschaftlichen, auf die Erstellung von Schall- und Geruchsgutachten hin. Dies werde im Rahmen der Bebauungsplanaufstellung erfolgen, lautete die Antwort des Gemeinderats.

Landwirt in Sorge

Auf die öffentliche Auslegung hin war ein Schreiben des Rechtsanwaltsbüros Labbé & Partner aus München eingegangen, das nochmals verlesen wurde. Auf Nachfrage erklärte Bürgermeister Schreyer, dass es sich hierbei um den Rechtsbeistand eines in Zell ansässigen landwirtschaftlichen Betriebs handle, der die Situation prüfen lasse und der damit sicherstellen wolle, dass eine mögliche Erweiterung seines Betriebs in der Zukunft auch noch möglich sei.

Hier stehe die Gemeinde „voll dahinter“, versicherte der Bürgermeister, man sei auch in Kontakt mit dem betreffenden Landwirt. Man wolle die Anlieger ja nicht einschränken, sondern ganz im Gegenteil, die Interessen und Rechte aller Beteiligten berücksichtigen.

Realisierung nur, wenn Einigung gelingt

Dies solle alles im Zuge des Bebauungsplanverfahrens geschehen. Der vorhergehende Schritt sei aber erst mal die Änderung des Flächennutzungsplans, denn momentan sei das betreffende Areal einfach nur „eine grüne Fläche“, die im Idealfall zur Bebauung taugen könne.

Sollte hier keine Einigung unter Berücksichtigung aller Beteiligten möglich sein, dann würde dieses von der Gemeinde gewünschte Vorhaben auch nicht umgesetzt werden, bekräftigte Schreyer.

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In den einzelnen Beschlüssen bestätigte der Gemeinderat, dass die Grundsätze des Baugesetzes beachtet und die öffentlichen und privaten Belange gegeneinander abgewogen würden. Das Eigentum des Landwirts werde nicht beeinträchtigt. Im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens würden auch Schall- und Geruchsgutachten erstellt, hieß es im Beschluss.

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