Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


UMSTRITTENES VORHABEN

Bauen in Bachmehring: Eiselfinger Rat kann gordischen Knoten nicht durchschlagen

Ein in die Region passendes Bauen sieht nach der Meinung einiger Mitglieder im Eiselfinger Gemeinderat anders aus als hier in Bergham. Zumal sich der Gemeinderat bei der Aufstellung des Bebauungsplanes und bei Gesprächen des Bürgermeisters mit der Immobilienfirma sehr darum bemüht habe, eine andere Ansicht der Reihenhäuser direkt an der Staatstraße nach Prien zu erreichen. B
+
Ein in die Region passendes Bauen sieht nach der Meinung einiger Mitglieder im Eiselfinger Gemeinderat anders aus als hier in Bergham. Zumal sich der Gemeinderat bei der Aufstellung des Bebauungsplanes und bei Gesprächen des Bürgermeisters mit der Immobilienfirma sehr darum bemüht habe, eine andere Ansicht der Reihenhäuser direkt an der Staatstraße nach Prien zu erreichen. B

Der Eiselfinger Gemeinderat ist erneut nicht richtig weitergekommen beim Bebauungsplan „Bachmehring Süd-Ost“ – obwohl vor der öffentlichen noch eine nichtöffentliche Beratung eingeschoben worden war.

Eiselfing – Die Faktenlage gleicht allerdings auch einem gordischen Knoten: Für das Grundstück, das noch im Besitz eines Eiselfinger Gastronomen ist, besteht laut Flächennutzungsplan ein Recht auf Wohnbebauung. Den Entwurf für einen Bebauungsplan hat der Dorfener Immobilienunternehmer Robert Decker vorgelegt. Den Kauf der Flächen will er erst durchführen, wenn die mögliche Bebauung nach seinen Vorstellungen im Bebauungsplan dargestellt worden ist. An der Planung stören sich Anwohner, die das Baurecht nicht bezweifeln, aber eine wesentlich weniger dichte und offenere Bebauung wünschen und auf Probleme mit der Entwässerung hinweisen.

Weitere Artikel und Nachrichten aus der Region Wasserburg finden Sie hier.

Für Gemeinderat Rupert Reininger (U-WE) ist trotz der vorausgehenden nichtöffentlichen Zusatzsitzung, bei der auch der Immobilienunternehmer Robert Decker anwesend war, klar, dass es noch mehr Gesprächsbedarf gibt – auch hinter verschlossenen Türen. „Es ist eine schwierige Angelegenheit.“ Die örtlichen Voraussetzungen seien „nicht unproblematisch“, hinzu kämen die unterschiedlichen Auffassungen der betroffenen Bürgerschaft und des Bauunternehmers.

Anwohner haben große Bedenken

Seiner Aussage schlossen sich die Gemeinderäte Manfred Bierwirth (UWE) und Michael Maier (CSU) an, der dazu meinte: „Eine Wohnraumbeschaffung auch mit einer dichteren Bebauung besonders für Einheimische muss möglich sein. Auch wenn die Argumente der Anwohner begründet sind. Aber die Gegebenheiten vor Ort beispielsweise im Zusammenhang mit dem Kanal müssen vorher abgeklärt sein“.

+++ Aktuelle Nachrichten und Artikel rund um das Thema Coronavirus in der Region finden Sie auf unserer OVB-Themenseite +++

Bereits zu Beginn der Sitzung hatte Bürgermeister Georg Reinthaler (Grüne) die Anliegen der Anwohner öffentlich bekannt gegeben. Grundtenor: Ein weiterer Wohnungsbau sei in Eiselfing nicht notwendig – und in „dieser Sumpfwiese“ nicht möglich, weil in Teilen die Wasser- und Abwasserleitungen für die Neubebauung mit einem zu geringen Rohrdurchschnitt liegen würden. Die Kritiker sehen die Interessen der Einheimischen zu wenig oder auch gar nicht berücksichtigt. In der Sitzung erhielten die in einer stattlichen Anzahl anwesenden Anwohner dieses Mal kein Rederecht.

Das könnte Sie auch interessieren: Eiselfing erhält einen Mini-Kreisel Gemeinde und hofft auf mehr Verkehrssicherheit

Es dürfe nicht so kommen, dass die bestehende Siedlung durch die geplanten Bebauung in der Nachbarschaft benachteiligt werde, war die Meinung von Johann Herzog (CSU). Ulrich Hemmer (SPD) möchte, dass die Bebauung deshalb lockerer gestaltet wird und Irmgard Inninger (UWE) wollte wissen, wie die Höhennivelierung des zum Bach abfallenden Geländes berücksichtigt wird. Manuel Latein (UWE) stellte noch die Frage, ob geklärt sei, welche Kosten auf die Gemeinde zukommen würden. „Denn grundsätzlich spricht ja nichts gegen eine Bebauung des Grundstückes“.

Sechs Parzellen geplant

Rederecht erhielt Robert Decker. „Es werden sechs Parzellen mit etwas über 300 Quadratmetern entstehen. Darauf entstehen dann Einfamilienhäuser mit einer Einliegerwohnung oder Doppelhäuser. Berücksichtigt sind die Stellplätze zu den Häusern und zusätzlich werden auch noch welche für Besucher geplant. Außerdem ist eine intensive und attraktive Eingrünung geplant. Die Höhennivelierung der Häuser liegt tiefer als die über dem Grundstück vorbeiführende Straße“, sagte er zu den Fragen aus dem Gemeinderat. Bezüglich der Einwendungen aus der Bevölkerung verwies er auf das Auslegungsverfahren zum Bebauungsplan, bei dem die Bürger ihre Stellungnahmen abgeben können.

„Wohin läuft das Regenwasser?“, wollte Rupert Reininger (UWE) noch wissen. Gemeindeamtsleiter Oskar Pircher gab hier die Antwort. „Es wird wohl auf eine gedrosselte Einleitung in den Schwarzmoosbach hinauslaufen“.

Schlechte Erfahrung in Bergham gemacht

Silvia Dietinger (Grüne) brachte noch die Optik der Decker-Reihenhäuser in Bergham zur Sprache, „die alle gleich aussehen und gleich dastehen“. Ergänzend dazu erinnerte Michael Maier (CSU) daran, dass das dortige Bauprojekt in den Köpfen der Einwohner negativ nachwirke. „Die Bemühungen des Gemeinderates, die optische Darstellung der Siedlung zu beeinflussen, wurden hier nicht berücksichtigt“, warnte er mit Blick auf die gemachten schlechten Erfahrungen.

Als Beratungsergebnis stellte der Bürgermeister fest, dass der Aufstellungsbeschluss noch einmal verschoben wird. „Es müssen mit der Firma Decker noch weitere Fragen abgeklärt werden. Zudem muss das Anliegen der Berücksichtigung von Einheimischen sowieso aus verwaltungsrechtlichen Gründen nichtöffentlich beraten werden“. Diesem Vorschlag schloss sich der Gemeinderat einstimmig an.

Der Höhenausgleich zwischen der Sankt-Rupertus-Straße (links oben) und dem unteren Gelände der zukünftigen Baubebauung ist nach Meinung einiger Mitglieder im Gemeinderat zusammen mit den bestehenden Wasser- und Abwasserleitungen ein noch nicht gelöstes Problem.

Mehr zum Thema

Kommentare