Bauausschuss Wasserburg ist begeistert von Sanierungskonzept für die Skate-Anlage am Badria

Freute sich, dass sein ausgetüfteltes Sanierungskonzept und die Modelle für die Skate- und Funsport-Anlage im Bauausschuss so gut ankamen: Christian Wiesbeck von „Movinn‘ Forward“.
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Freute sich, dass sein ausgetüfteltes Sanierungskonzept und die Modelle für die Skate- und Funsport-Anlage im Bauausschuss so gut ankamen: Christian Wiesbeck von „Movinn‘ Forward“.

Für rund 204.000 Euro könnte die Stadt Wasserburg einen Skate- und Funsportpark am alten und maroden Skaterplatz beim Badria bauen. Ein „professionelles und durchdachtes Sanierungskonzept“ hat der Verein „Movinn‘ Fordward“ ausgetüftelt und dem Bauausschuss vorgelegt. Das Gremium war hellauf begeistert und möchte es gerne umsetzen. Wenn es der Haushalt zulässt.

Von Andrea Klemm

Wasserburg – „Das könnte ein richtiger Magnet werden“, sagte Bürgermeister Michael Kölbl (SPD) im Bauausschuss, während Modelle der sanierten Skater-Anlage am Badria herumgereicht wurden und nachdem Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann das Konzept vorgestellt hatte.

Ideen von „Movinn‘ Forward“ kommen super an

Begeistert von den Ideen und Planungen, die der neu gegründete Verein „Movinn‘ Forward“ ausgetüftelt hatte, waren der versammelte Ausschuss sowie Jugendreferentin Irene Langer (SPD) und Herrmann vom Bauamt. „So eine professionelle Herangehensweise. Wenn ich so tolle, durchdachte Pläne bekomme, dann kann ich sowas auch bauen. Das Ganze ist sehr attraktiv, nicht nur für Skater“, sagte die Leiterin des Bauamtes voller Respekt in Richtung der kreativen Köpfe um Christian Wiesbeck. Er ist der Vorsitzender des kürzlich gegründeten Skater- und Funsportvereins.

Alter Platz ist nach 18 Jahren marode

Rund 204.000 Euro würde die Verwirklichung des Sanierungskonzeptes des 18 Jahre alten maroden Platzes wohl kosten (ohne Dach). Der Verein könnte etwa 20.000 Euro an Eigenleistung erbringen. „Wenn es der Haushalt zulässt, stellen wir die Mittel ein“, sagte Kölbl mit der einstimmigen Unterstützung des Bauausschusses.

Konzept hat 47 Seiten

Das 47-seitige Konzept behandelt die DIN-Normen, welches Material wie verbaut werden darf und welche Verordnungen Anwendung finden müssen. In der Bestandsbeschreibung wird noch einmal deutlich, wie sehr der Betonpark in die Jahre gekommen ist, dass er unattraktiv ist und Verletzungsrisiken birgt. Die Kids skaten lieber auf der Straße, was nicht Sinn der Sache sei. Sämtliche Materialposten, Gewerke und eingeholten Kosten sind aufgelistet.

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Mit dem Konzept möchten Wiesbeck und seine Mitstreiter von „Movinn‘ Forward“ dazu beitragen, dass aus dem Areal ein Treffpunkt für Jung und Alt wird, eine Sportstätte als Inklusionsmöglichkeit für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen, eine integrative Begegnungsstätte für Menschen mit Migrationshintergrund. Auch soll Leihmaterial zur Verfügung gestellt werden. Günstig sei die räumliche Nähe zum Schwimmbad, was durch den Skater-Park noch attraktiver für Familien wird. Die Busanbindung passt.

Platz zum Picknicken und Grillen

Es soll Grill- und Picknickmöglichkeiten geben. Auch ein Sonnensegel wäre eine gute Sache – oder ein Bambusdach. Die Banden könnten für Graffiti-Kunst genutzt werden. Platz wäre eventuell auch für Streetsballspieler oder auch einen Pop-up-Biergarten, der dem Verein Einnahmen brächte. In Zusammenarbeit mit dem Alpenverein könnte eine Bouldermöglichkeit geschaffen werden. „Skateboarden wird immer populärer, ist inzwischen olympische Disziplin. Und auch die Generation 40plus fängt wieder an. Stichwort ,Skate Dads‘ “, schreibt Wiesbeck in seinen Ausführungen.

Bowl und Mini-Ramp

Der bestehende, 450 Quadratmeter große Park würde saniert und um etwa 250 Quadratmeter erweitert werden. Die alte Asphaltschicht wird als Tragschicht der neuen Anlage dienen. Der Verein hat ein Modell für einen Skate-Plaza-Bereich auf mehreren Ebenen gefertigt, dazu eine „Bowl“ (Schüssel-Form) und eine „Mini-Ramp“. So können mehrere Leute zeitgleich fahren und es gibt verschiedene Schwierigkeitsstufen und Hindernisse. „Es geht nicht ums Rasen, sondern ums Cruisen“; die Rampenhöhen liegen bei etwa 1,3 Meter. Sitzgelegenheiten bieten Platz zum Zuschauen oder Ratschen.

Ab und an eine Veranstaltung

Auch könnten hier vereinzelt Veranstaltungen und Konzerte stattfinden. In die Lärmschutzbetrachtung flossen Lärmpegelmessungen von 15 Skateparks ein, die das Bayerische Landesamt für Umwelt durchführen hatte lassen. Fazit: Die Lage des Platzes, die Entfernung zu den Nachbarn und auch die Bäume wirken sich günstig aus, so das Konzept.

Durch Crowd-Funding Gelder mobilisieren

Der Verein könnte durch Sponsoring oder etwa Crowd-Funding weitere Gelder mobilisieren. Mitgliedsbeiträge des Vereins sollen für kleine Instandsetzungsarbeiten oder etwa die Anschaffung von Leihmaterial verwendet werden.

Irene Langer sagte, „durch die Unterstützung des Vereins wissen wir jetzt, was in ist. Ich bin überzeugt, dass das eine tolle Sache wird“.

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Christian Stadler (Grüne) fand prima, dass es nicht nur ums Skaten geht, lobte den kulturellen und integrativen Ansatz. Beim Lärmschutz müsse man allerdings „bissl mehr tun, dass es keinen Ärger gibt, wenn der Wind ungünstig steht“. Er dachte an eine Lärmschutzwand.

Privatleute engagieren sich

Chris Peiker (Linke Liste): „Wasserburg wäre verrückt, wenn es das nicht umsetzen würde, was der Verein als tolles Konzept geliefert hat.“ Nachhaltig sei auch, dass der Skate-Park durch Privatleute mitbetreut wird, was vor Vandalismus schütze. „Das ist super und man hat die Folgekosten besser im Griff“, sagte Wolfgang Schmid (CSU).

Friederike Kayser-Bücker (SPD) hielt die Beschattung für sehr gut, schließlich werde die Sonneneinstrahlung in den Sommermonaten stärker. Die Fundamente dafür sollen laut Stadtbaumeisterin schon mit angelegt werden.

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