Bauausschuss

Sanierung der Haager Hauptstraße „nicht in aufgeregten Zeiten“ durchziehen

Ein Fleckerlteppich: Blick in die Westendstraße. 2022 soll die Straße wieder tip-top sein.
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Ein Fleckerlteppich: Blick in die Westendstraße. 2022 soll die Straße wieder tip-top sein.
  • vonLudwig Meindl
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Eine Prioritätenliste für Straßen, die instand gesetzt werden müssen, hat der Haager Bauausschuss erarbeitet. Die Hauptstraße ist dabei eine komplexe Angelegenheit und die Geschäftswelt bittet, „keine zusätzliche Belastung durch eine Baustelle währen der Corona-Krise“. Darum wird diese Maßnahme geschoben.

Haag – Nun gibt es eine Reihenfolge für die Sanierung der maroden Haager Straßen. Der Bauausschuss setzte die Westendstraße an die erste Stelle der Prioritätenliste, gefolgt von der Windener Dorfstraße. Mit vorne dabei sind die Zufahrt zum Oberndorfer Sportgelände und die Hofgartenstraße.

Bauprojekte und Straßenerneuerungen zählen zu den wichtigen Aufgaben einer Gemeinde. Haag hatte sich schon einmal Prioritäten gesetzt, dabei aber auch Verschiebungen akzeptieren müssen, wie etwa bei der Ortskernsanierung mit Zehentstadel.

Wo verlaufen die Kanäle?

Momentan befinden sich die Bebauungspläne Fliederstraße, Oberndorf B und Südliche Lerchenberger Straße in Planung. Dafür erfolgte bereits die Abstimmung mit den Erschließungsträgern.

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Für die Westendstraße in Haag und für die Dorfstraße in Winden konnten die Voruntersuchungen nun abgeschlossen werden, teilte Martin Kleinle vom Haager Bauamt in der jüngsten Ausschuss-Sitzung mit. Nun liefen die Variantenuntersuchungen, „um die Aufgabenstellung und den Projektumfang für weitere Planungsschritte festzulegen“. Man schaue auf die erdverlegten Kanäle, so Kleinle, was für die Straßenbeleuchtung und die Leitungen von Wasser und Strom, Gas und Telekom auszubauen ist. Gecheckt werden auch die Fördermöglichkeiten für die Sanierung.

Die Gemeindeverwaltung schlug die Reihenfolge Westendstraße, Dorfstraße, Zufahrt Sportgelände und Hofgartenstraße vor. In der Westendstraße stehe auch die Wasserleitung zur Erneuerung an. Sie befinden sich teilweise im Wasserschutzgebiet, teilte Bürgermeisterin Sissi Schätz mit.

Hauptstraße im Dornröschenschlaf

Dr. Bernhard Grabmeyer (Freie Wähler) appellierte an die Ratskollegen, die Hauptstraße „aus dem Dornröschenschlaf“ zu wecken. Die Bürger fragten sich, ob nicht das Haager Zentrum zuerst hergerichtet werden müsse, bevor man sich an eine Zufahrt zum Sportgelände in Oberndorf mache. Die vier genannten Projekte hätten seiner Meinung nach ihre Berechtigung, dürften aber die eigentliche Priorität der Hauptstraße nicht verdrängen.

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Dagegen führte Bürgermeisterin Sissi Schätz die „dringende Bitte“ des Werberings „Haag aktiv“ an, während der Krisenzeit die Geschäftswelt nicht auch noch mit einer Baustelle zu belasten. Man habe dafür im Gegensatz zu den angeführten Straßen noch keine Bestandsaufnahme. Die Hauptstraße bilde eine wichtige Etappe der Ortsentwicklung.

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Es seien dafür sogar schon „Gelder im Gemeindetopf“ verbucht, doch diese Sanierung brauche eine solide Vorbereitung: „Das ist nichts für aufgeregte Zeiten wie diese.“

Geschäftswelt fürchtet zusätzliche Last durch Baustelle

Dritter Bürgermeister Dr. Florian Haas (PWG) bestätigte: „Die Hauptstraße ist zu komplex und betrifft die Geschäftswelt.“ Wichtig sei nun eine zeitgerechte Umsetzung der nächsten Projekte.

Dazu nannte Martin Kleinle das Jahr 2022 als Fertigstellungstermin für die Westendstraße. Für die Dorfstraße werde man etwas mehr Zeit ansetzen müssen. Dafür, fuhr Bürgermeisterin Sissi Schätz fort, sei noch Grunderwerb nötig: „Das ist eine zeitaufwändige Sache.“

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Grabmeyer dagegen

Auf systematisches Angehen der Projekte, eventuell auch zeitgleich, pochte Zweiter Bürgermeister Stefan Högenauer. Er erachte es für sinnvoll, die Umsetzung von zwei Maßnahmen im Jahr anzustreben. Bürgermeisterin Sissi Schätz warnte vor pauschalen Festlegungen, da die Verwaltung oft durch neue Baugebiete gefordert werde. Es handle sich bei den aktuellen Sanierungen auch um „ordentliche Straßenlängen“.

Den angesprochenen Radweg am östlichen Ortsausgang entlang der Mühldorfer Straße klammerte Bauamtsleiter Andreas Grundner aus, da es sich hier um einen Neubau, nicht um eine Sanierung handle. „Der wird nicht vergessen, wir können nicht alles auf einmal machen“, schloss Schätz die Debatte. Die Befürwortung der Prioritätenliste wurde mit einer Gegenstimme von Dr. Bernhard Grabmeyer angenommen.

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