Bauausschuss Haag verweigert weitere Abbaugenehmigung für Kiesgrube: „Nicht noch ein Loch mehr“

Die Kiesgrube an der Bundesstraße 12: Nach Ansicht des Haager Bauausschusses lässt die von der Gemeinde die letzten Jahre stets monierte Rekultivierung sehr zu wünschen übrig. Bauer

Der Bauausschuss Haag sprach sich mit sieben zu zwei Stimmen gegen den weiteren Kiesabbau an der B12 aus. Der Grund Die von der Gemeinde die letzten Jahre stets monierte Rekultivierung lasse weiter sehr zu wünschen übrig.

Von Ludwig Meindl

Haag – Der Bauausschuss Haag sprach sich mit sieben zu zwei Stimmen gegen den weiteren Kiesabbau an der B12 aus.

„Verfristet“ im Amtsdeutsch, „zu spät“ im allgemeinen Ausdruck, ging der Antrag auf die Verlängerung der Abbaugenehmigung für die sogenannte Trockenbaggerstelle im Gemeindebereich Winden ein. Die Genehmigung war bereits Ende Dezember ausgelaufen, Mitte Januar erfolgte die Neubeantragung. Für die drei betroffenen Areale im Bereich des Haager Kiesabbaus entlang der Bundesstraße war 2018 eine Erweiterung der Kiesgrube beantrag worden. Das Landratsamt schlug vor, trotz Verspätung bis Ende 2030 zu verlängern.

Entscheidung mit zwei Gegenstimmen

Dagegen erhoben die Mitglieder des Haager Bauausschusses schwere Bedenken. Baureferent Stefan Högenauer (CSU) fasste zusammen: „Es wird mehr aufgemacht als zugemacht.“ Die von der Gemeinde die letzten Jahre stets monierte Rekultivierung lasse sehr zu wünschen übrig. Dr. Bernhard Grabmeyer (Freie Wähler) forderte die Verwaltung auf, einen Rekultivierungsplan vom Antragsteller einzuholen, den es dann aber auch durchzusetzen gelte.

+++

Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren!

+++

Immer wieder weise die Gemeinde im Landratsamt darauf hin, erwiderte Bürgermeisterin Sissi Schätz (SPD). Die Abbauerlaubnis sei schließlich „Sache des Landratsamts“. Man habe schon Einvernehmen unter Bedingungen erteilt, die nicht zulässig seien. Die einzige Möglichkeit für derartige Bauanträge bestehe darin, Hinweise zu erlassen. In den Verträgen müsse die Rekultivierung generell festgesetzt sein, unterstrich CSU-Chef Ludwig Schletter. Die Gemeinde dürfe nicht hinnehmen, dass schon wieder „ein Loch mehr“ aufgemacht werde: „Da muss doch auch mal eines wieder zugemacht werden.“

Mehr zum Thema:

Kiesabbau ins Grundwasser abgelehnt

Das Einvernehmen zu verweigern, riet Dritter Bürgermeister Herbert Zeilinger (WfH). Dann müsse der Antragsteller reagieren. So erfolgte es im Beschluss mit sieben Stimmen gegen zwei von Ludwig Schletter (CSU) und Andreas Sax (CSU).

Kommentare