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Am helllichten Tag

Mitten in der Sanierung: „Bauarbeiter“ stehlen Wirtshausschild vom Haager Gasthof Zeller

Der Gasthof Zeller – nach dem Diebstahl.
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Der Gasthof Zeller – nach dem Diebstahl.
  • VonLudwig Meindl
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Dreister Diebstahl im Zentrum von Haag: Das historische Wirtshausschild des Gasthofs Zeller ist weg – ausgerechnet jetzt, denn das Wirtshaus wird nach langem Leerstand endlich saniert. Das Kuriosum: Die Diebe führten den Coup vor den Augen des Nachbarn aus.

Haag –Viele Haager freuten sich, als sie die Nachricht hörten, das Traditionshaus „Zeller“ an der Kreuzung von Wasserburger- und Hauptstraße würde saniert. Martina Schrodek von der Projektleitung des hiesigen Ingenieurbüros Furch formulierte es so: „Der Gasthof Zeller ist wieder in Haager Hand.“ Nach 17 Jahren Leerstand wurde extra eine Firma für den Ankauf gegründet, die „Tafernwirt Kaspar Zeller GmbH“. Dahinter stehen die bekannten Haager Unternehmernamen Dimpflmeier und Furch.

Wirtshaus wie in alten Zeiten?

Die Restaurierungsarbeiten haben nun mit dem Aufräumen des Innenhofs begonnen. Bald machte die gute Botschaft in Haag die Runde und manche fragten bei Bernd Furch an, ob er nicht wieder ein Wirtshaus „wie in alten Zeiten“ einrichten möchte. „Dazu kann man jetzt noch gar nichts sagen“, so der Chef des Ingenieurbüros Bernd Furch. Sein Sohn Andreas Furch bestätigt: „Das ist alles noch Entwicklungssache.“

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Eines Tages rückten nun drei Männer in Arbeitskleidung, bewaffnet mit einer Leiter, an. Diagonal gegenüber blickte Alfons Reiter junior gerade aus dem Fenster der Werkstatt und schaute zu, was da passierte. „Ich hab‘ mir gedacht, jetzt geht’s mit der Restaurierung los“, so der Augenzeuge. „Ritsch, ratsch“, so schnell sei es gegangen, dass „die drei Kameraden“ das Nasenschild abmontiert hätten und wieder fort gewesen seien. Gekannt hat er keinen der „Bauarbeiter“, die keine waren. Sie hinterließen keine Spur, auch ihr Motiv ist unklar, so die neuen Hauseigentümer..

Hier hing das historische Schild.

Traditionsgaststätte mit langer Historie

Im „Zeller“ ist schon seit 1776 ein Gasthaus etabliert. 1849 fiel es dem großen Haager Brand zum Opfer. Franz Xaver Haltenberger baute es im Stil der Maximilianszeit wieder auf und gab ihm im Volksmund den Namen „Haltenbergische Wirtschaft“. Später erwarb Kaspar Zeller das Anwesen, das zur Gastwirtschaft auch einen landwirtschaftlichen Betrieb beinhaltete.

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Einen Höhepunkt erlebte die Traditionsgaststätte in den 80er und 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als zahlreiche Vereine hier ihr Domizil hatten. Im oberen Stock befanden sich Gästezimmer, im Parterre neben der Gaststätte ein Nebenzimmer. In den Sommermonaten schätzten die Haager den ruhigen, schattigen Innenhof, der oft ein Sitzenbleiben bis über Mitternacht ermöglichte.

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Zu besonderen Anlässe wurde der einstige Pferdestall mit Gewölbe genutzt. Hier lud man ein bei Kerzenlicht und Kaminfeuer, zu Partys mit Bands und zu bayerischer Hoagartenmusi. Ob diese Zeiten wieder aufleben? Das hoffen viele, es bleibt vorerst aber ungewiss. Das stattliche Wirtshausschild zur Hauptstraße hin wird bei einer Wiederbelebung wohl durch ein neues ersetzt werden müssen.

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