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„Barrierefreiheit ist unser gutes Recht“

So setzt sich Richard Helm aus Rott für Menschen mit Handicap ein

Richard Helm (Mitte) ist Behindertenbeauftragter der Gemeinde Rott und setzt sich für Barrierefreiheit und Inklusion ein.
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Richard Helm (Mitte) ist Behindertenbeauftragter der Gemeinde Rott und setzt sich für Barrierefreiheit und Inklusion ein.
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Richard Helm ist Behindertenbeauftragter der Gemeinde Rott und freier Mitarbeiter beim OVB. Seit einem Schicksalsschlag vor sieben Jahren ist der heute 61-Jährige linksseitig gelähmt und zu Fuß nicht gut unterwegs. Warum er das Amt des Behindertenbeauftragten oft nur „als Feigenblatt“ ansieht.

Rott – Die zentrale Idee der Inklusion ist, dass Menschen mit und ohne Behinderung von Anfang an gemeinsam in allen Lebensbereichen selbstbestimmt leben können. Ob beim Einkaufen, am Arbeitsplatz, in der Schule, auf Veranstaltungen, in Vereinen oder im Kreis der Familie: Jeder sollte von der Gesellschaft so akzeptiert, wie er ist, und ein Leben ohne Barrieren führen können.

Die Bayerische Staatsregierung hat die UN-Behindertenrechtskonvention übernommen und einen Aktionsplan ins Leben gerufen. Auf der Internetseite der Behörde steht ausdrücklich: „Inklusion heißt, dass Menschen mit Behinderung ihr Leben nicht mehr an vorhandene Strukturen anpassen müssen. Vielmehr ist die Gesellschaft aufgerufen, Strukturen zu schaffen, die es jedem Menschen – auch den Menschen mit Behinderung – ermöglichen, von Anfang an ein wertvoller Teil der Gesellschaft zu sein.“

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Doch diese Forderung der Bayerischen Staatsregierung ist noch nicht bei allen angekommen. Zu oft werden die Belange von Menschen mit Behinderung hinten angestellt. Gründe sind oft fehlende Gelder, Kapazitäten und Möglichkeiten. Viele Menschen mit Handicap sind in den Köpfen der Bürger eben nur ein kleiner Teil der Bevölkerung. „Wenn dies oder jenes abgeschlossen ist und wir wieder Geld haben, können wir ja etwas machen“: Das habe ich schon oft gehört.

Dabei soll nicht Böswilliges unterstellt werden, den politisch Handelnden sind oft die Hände gebunden. Nahezu jede Gemeinde hat einen Behindertenbeauftragten, der sich für die Belange von Menschen mit Handicap einsetzt. Häufig ist dieses Ehrenamt nur das Feigenblatt einer Gemeinde. Politische Macht hat dieses Ehrenamt nicht, der Ausführende kann nur darum bitten und drängen, Probleme anzugehen. Dabei braucht es einen langen Atem. Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis der Gedanke einer vollen Inklusion in allen Köpfen angekommen ist. Barrierefreiheit ist unser gutes Recht, wir sollten nicht darum betteln müssen.

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