Bald keine Theaterlücke mehr

Hier eine der ersten Kinderaufführungen im "Theater Belacqua" aus dem Jahr 2003.  Foto Stadtarchiv
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Hier eine der ersten Kinderaufführungen im "Theater Belacqua" aus dem Jahr 2003. Foto Stadtarchiv

Fantastisch: Theaterlücke in Wasserburg soll mit dem "Theater Belacqua" geschlossen werden. Fusion: Wasserburger Raiffeisenbank will sich mit Rosenheimer Volksbank zusammenschließen.

Furore: Stadtratskandidatur des Attler Pfarrers sorgt im Ordinariat für Aufregung.

Wasserburg - Wasserburg bekommt ein eigenes Theater. Der Bauausschuss genehmigte die Umbaupläne für einen Lagerraum im Greinhof. Der Rosenheimer Regisseur Gerald Mierbeth will dort ein ehrgeiziges Projekt verwirklichen: Auf 120 Quadratmetern Grundfläche soll Platz entstehen für sein "Theater Belacqua". Literaturtheater, Kabarett, Musik, Tanztheater und schließlich eine kleine Schauspielschule könnten dann die allgemein bekannte Theaterlücke in Wasserburg schließen. Bisher hat Gerald Mierbeth fast ausschließlich positive Reaktionen erhalten. Allerdings: "Ein Stück Wahnsinn gehört schon auch dazu". Immerhin will der Rosenheimer Regisseur erst einmal 60000 Mark investieren.

"Für den Normalkunden ändert sich durch die geplante Fusion mit der Volksbank Rosenheim nichts." Das versicherte Konrad Petermeier, der Direktor der Raiffeisenbank Wasserburg, auf Nachfrage, nachdem bekannt geworden war, dass die beiden Geldinstitute über eine Zusammenlegung verhandeln. Es gehe ausschließlich darum, den unnötigen Wettbewerb zwischen den Genossenschaftsbanken zu vermeiden und leistungsfähigere Strukturen zu schaffen.

Für Aufregung im erzbischöflichen Ordinariat in München sorgt Pfarrer Johann Baptist Eberl aus Attel. Der Geistliche tritt auf Platz 16 auf der Liste der Wasserburger CSU für ein Stadtratsmandat an. Bisher war man in München davon ausgegangen, dass sich kein Priester um ein solches Amt bewirbt. Nach dem Kirchenrecht ist es nämlich Klerikern untersagt, ein "öffentliches Amt mit der Teilhabe an weltlicher Macht" auszuüben. Priester, die dies trotzdem wollen, müssten ausdrücklich eine Genehmigung des Bischofs beantragen, so der Pressesprecher des Ordinariats, Winfried Röhmel. Die habe Pfarrer Eberl bisher nicht getan und es würde wohl auch nicht genehmigt, da ja keine "außerordentlichen Umstände" vorlägen, die beispielsweise in Entwicklungsländern solche Ausnahmen rechtfertigen. Pfarrer Eberl selbst möchte das Problem lieber nicht ganz so hochhängen. Als langjähriges CSU-Mitglied sei er eben eingesprungen, als für den Ortsteil Attel ein Listenvertreter gebraucht wurde. "Ich stehe ohnehin auf dem aussichtslosen Platz 16".

Weitere Meldungen in der Woche vom 26. Januar bis zum 1. Februar:

Rosenheim - Da staunte die Polizei nicht schlecht: Ein 77-jähriger Rentner aus Rosenheim stellte auf eigene Faust einen 20-jährigen Einbrecher und zwang ihn zur Aufgabe. Er hielt ihn so lange mit einem Holzprügel in Schach, bis eine Streifenwagenbesatzung zur Stelle war, die den Täter abholte.

Hamburg - Der verheerende Orkan "Daria", der über West- und Mitteleuropa fegte, hat 90 Todesopfer gefordert. Der Sturm mit einer Stärke bis zu zwölf und Geschwindigkeiten bis zu 175 Stundenkilometer hinterließ eine breite Spur der Verwüstung. Hunderte von Menschen wurden teils lebensgefährlich verletzt, mehrere Personen werden noch vermisst. Der genaue Schaden geht in die Milliarden. Auf dem Londoner Flughafen Heathrow hob eine heftige Sturmböe sogar einen unbesetzten Jumbo-Jet von der Rollbahn.

Bonn - Ein vereinigtes Deutschland könnte nach einem Vorschlag von Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth den Staatsnamen "Deutsche Bundesrepublik" oder "Republik Deutschland" tragen und die Hauptstadtfunktionen zwischen Bonn und Berlin aufteilen. Süssmuth sagte gegenüber der Illustrierten "Bunte", dass sich ein vereintes Deutschland mit dem Begriff "Reich" identifiziere. Die CDU-Politikerin mahnte, auf dem Weg zur deutschen Einheit sei mehr Gelassenheit notwendig. Zunächst müsse das Wahlergebnis in der DDR abgewartet werden.

Bayern und Beamte sind Frohnaturen

Tübingen - Bayern und Beamte sind die größten Frohnaturen. Das ergab eine Studie der Tübinger Wickert Institute. Auf die Frage "Haben sie heute schon gelacht?" antworteten 91 Prozent der Freistaatbewohner mit "Ja". Unter den Berufsgruppen widerlegten die Beamten das Vorurteil von Strenge und Bierernst: 93 Prozent hatten einen Grund zum Lachen. Auch die übrigen Bundesdeutschen lachen mehr als je zuvor. 89 Prozent hatten am Tag der Befragung schon einmal gelacht. Vor drei und sechs Jahren hatten noch 21 Prozent mit "nein" geantwortet.

Bogota - Die Rauschgiftmafia Kolumbiens hat damit begonnen, ihre Sprengstoffvorräte den Behörden zu übergeben. Nach ihrer öffentlichen Ankündigung, aus dem illegalen Drogengeschäft auszusteigen und ihre Waffen niederzulegen, spielte die Mafia in der Stadt Medellin den Behörden einen mit einer Tonne Sprengstoff gefüllten Bus zu.

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