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Befürworter und Gegner sollen einlenken

Bahnt sich in Gars für die Bebauung der Volksfestwiese ein Kompromiss an?

Ein Blick auf die Volksfestwiese in Gars: Hier könnte auf zwei Grundstücken Wohnbebauung entstehen. Zunächst waren zwei Mehrfamilienhäuser mit je fünf Wohnungen angedacht. Inzwischen ist auch eine Variante mit je vier Wohneinheiten im Gespräch. Unser Bild zeigt nur einen Ausschnitt des Areals.
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Ein Blick auf die Volksfestwiese in Gars: Hier könnte auf zwei Grundstücken Wohnbebauung entstehen. Zunächst waren zwei Mehrfamilienhäuser mit je fünf Wohnungen angedacht. Inzwischen ist auch eine Variante mit je vier Wohneinheiten im Gespräch. Unser Bild zeigt nur einen Ausschnitt des Areals.
  • VonBruno Münch
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Viel Kritik aber auch Zuspruch gab es in Gars für die Pläne die alte Volksfestwiese zu bebauen. Nun stellte im Gemeinderat der Architekt überarbeite Pläne vor. Sie sehen nun statt zwei Gebäuden mit je fünf Wohneinheiten nun nur mehr vier Wohnungen vor.

Gars – Im Rahmen der Genehmigung der Planung von zwei Häusern für je fünf Familien auf der Volksfestwiese stand im Gemeinderat eine „Vorberatung zur Abwägung“ auf der Tagesordnung. Über eine dazu erforderliche 9. Änderung des Bebauungsplans soll in einer kommenden Sitzung entschieden werden.

Einleitend begrüßte Bürgermeister Robert Otter (parteiunabhängig) auch die zahlreich erschienenen Garser Bürger und ging kurz auf die zwei vergangenen zu diesem Thema erschienenen OVB-Artikel ein. Beim ersten sei die Gemeinde einbezogen gewesen, beim zweiten nicht, das entspreche aber grundlegender Pressefreiheit. Er wies dann darauf hin, dass entsprechend der Geschäftsordnung nur die Gemeinderäte, nicht aber die anwesenden Bürger bei der Beratung Rederecht hätten.

Neue Version erarbeitet

Dann gab er dem vom Investor beauftragten Architekten Johann Schmuck Gelegenheit zur Stellungnahme und zur Unterbreitung eines neu erarbeiteten Planungskompromisses. Nach der erfolgten Auslegung des Bebauungsplans, die zahlreiche Stellungnahmen erbracht und kontroverse Diskussionen ausgelöst hatte, soll er einen Lösungsweg aufzeigen.

Johann Schmuck, der sich als Garser Mitbürger vorstellte, warb anhand einer Gegenüberstellung des derzeitig gültigen Bebauungsplans, des aktuellen Planungsverfahrens und des angekündigten Kompromissvorschlags um einen Konsens zwischen Investor, Gemeinde und Anwohnern. In seinen Ausführungen ging er auf frühere Fassungen des Bebauungsplans (BP) ein und stellte fest, dass der Investor die beiden betreffenden Grundstücke, die nun schon etwa 30 Jahre unbebaut seien, mit ihren jeweiligen Anteilen an der Straße erworben habe, um die schon jahrzehntelang gestritten worden sei.

Gemäß Bebauungsplan

Vorausgegangen seien lange Vorüberlegungen zusammen mit dem Landratsamt, und es sei die Idee entstanden, die Grundstücke statt mit Einfamilien- mit Mehrfamilienhäusern zu bebauen. Auf Grundstück A sei nach Bebauungsplan eine Bebauung von 10 mal 14 Metern, auf Grundstück B eine Bebauung von 10 mal 17 Metern zulässig, geplant worden seien zwei Häuser mit „maximal“ je 10 mal 16 Metern. Auch der umbaute Raum bleibe innerhalb der Vorgaben des Bebauungsplans. Eines der geplanten Häuser sei gedreht worden. Die Anzahl der vorgesehenen Stellplätze übersteige sogar die erforderliche Mindestzahl.

Auch interessant: Anlieger kritisieren geplante „Wohnblöcke“ an Garser Volksfestwiese

Der neue Kompromissvorschlag mit „maximal“ vier Wohnungen verzichte bei beiden Häusern auf die fünfte Wohnung auf dem Dach und kehre von den eigentlich geplanten Walm- zu den Satteldächern zurück. Die zulässige Wohnfläche würde in den Häusern mit je vier Wohnungen im Vergleich zu früher möglichen Planungsmodellen nur anders aufgeteilt.

Konzept „ohne Profitgier“

Das Konzept sei „ohne Profitgier“ „wirtschaftlich durchüberlegt“ worden. Die Wandhöhe der Häuser von sechs Metern werde wegen einer Auflage des Wasserwirtschaftsamts gering erhöht. Investor Wenzel wolle das Geld nicht gegen, sondern für die Gemeinde anlegen.

Auf die kritische Anfrage von Hildegard Brader (FWG Gars), dass so große Häuser doch nur an der Straße zu finden seien, antwortete Schmuck, dass die Hausgrößen die Vorgaben des Bebauungsplans einhalten würden. Einem kritischen Einwand Anton Lentners (FWG Lengmoos) hinsichtlich der Gesamtplanung und des Kompromisses begegnete Schmuck mit einem Hinweis auf die eigene Fachkompetenz. Bedenken hinsichtlich zu umfangreicher Versiegelung von Flächen hielt er entgegen, dass alle Dachflächen der Stellplätze „als Grünflächen wiederhergestellt“ würden, auch wenn sie nicht als Ersatzflächen anrechenbar seien.

Beide Seiten sollen einlenken

Von Markus Lutz (Die Grünen) gefragt, ob der Kompromiss den Anwohnern vorgestellt worden sei, erklärte Schmuck, dass der Sinn der Diskussion ein neutraler sei. Beide Seiten sollten zum Einlenken gebracht werden, eine solche Baumaßnahme rechtfertige eine so große Aufregung nicht.

Damit traf er auch die Eingangsworte des Bürgermeisters, der sich dafür ausgesprochen hatte, dass alle Beteiligten „etwas zurückfahren“ sollten, es handle sich ja nicht um eine Katastrophe und heute sei nicht zu entscheiden.

Für die Zukunft regte Otter sogar einen „kleinen Gesprächskreis“ mit allen Beteiligten an. Alle Stellungnahmen lägen vor, aber noch nicht zum aktuell vorgestellten Kompromiss. Architekt Schmuck hatte vorher festgestellt, dass keine neue „Auslegung“ des Bebauungsplans erforderlich sei und dass der Kompromiss schon jetzt so wie vorgestellt beschlossen werden könne.

Die Überarbeitung nahm das Gremium zur Kenntnis.

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