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Betreuung in der Bienengruppe

Bällebad im Banktresor: Wie Griesstätt das Platzproblem des Kindergartens löste

Im einstigen Tresorraum der ehemaligen Sparkassenfiliale tummeln sich nun die Kinder im Bällebad.
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Im einstigen Tresorraum der ehemaligen Sparkassenfiliale tummeln sich nun die Kinder im Bällebad.
  • Karlheinz Rieger
    VonKarlheinz Rieger
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Was macht ein Kindergarten, wenn der Platz ausgeht? Eine ganz besondere Lösung hat sich die Gemeinde Griesstätt einfallen lassen.

Griesstätt – Einen Kinderkrippen- oder Kitaplatz zu finden, ist in der heutigen Zeit für viele Eltern zur Herausforderung geworden. Vielerorts fehlt aber auch das nötige Fachpersonal. Zudem sind die Träger einer solchen Einrichtung gefordert, besonders für die Ein- bis Dreijährigen Plätze in ausreichender Menge vorzuhalten und auch noch alle gesetzlichen Bestimmungen einzuhalten.

Was macht aber ein Kindergarten, wenn der Platz ausgeht? Eine besondere Lösung hat sich nun in der Gemeinde Griesstätt ergeben. Das ehemalige Sparkassengebäude wurde kurzerhand zur Kinderkrippe umgebaut und durch Erweiterung mit zwei Containermodulen auf insgesamt 130 Quadratmeter den Anforderungen angepasst. Neun Ein- bis Dreijährige, darunter zwei Inklusionskinder, können damit seit März dieses Jahres in der Bienengruppe optimal betreut werden.

Neubau ist vom Tisch

Ein Neubau des Kindergartens ist damit vom Tisch, da im neuen Betreuungsangebot noch Erweiterungsmöglichkeiten bestehen, bestätigt Bürgermeister Robert Aßmus. Er weist aber auch darauf hin, dass eine solch große Einrichtung mit zwischenzeitlich 42 Mitarbeitenden allein im pädagogischen Bereich kein Selbstläufer sei.

Denn 156 Kinder werden insgesamt derzeit in neun Gruppen im gemeindlichen Kindergarten betreut, darunter befinden sich zwischenzeitlich 31 Krippenkinder sowie weitere acht Kinder unter drei Jahren. Das erfordert eine Menge Organisationstalent und Übersicht für die Kindergartenleiterin Karin Gilg auch betreffs Personalführung und Planungen. Ein kleines Erfolgsgeheimnis scheint in einer besonderen Partnerschaft zwischen Eltern und Personal zu liegen. Nur selten gebe es größere Probleme, schwärmt Beate Schmied, zuständig für die Bienengruppe, die sie vor über 20 Jahren selbst mitbegründet hat. Das sei wohl auch der Grund, warum einmal im Kindergartenteam ausgebildete Fachkräfte immer wieder gerne an ihren Ausbildungsort zurückkehren und das Personal vor Ort verstärken, vermutet sie.

Sehr positiv zu vermerken sei auch, dass die Eltern in den Alltag eingebunden seien und somit eine familiäre Atmosphäre für die Kinder auch in den neuen Räumen der ehemaligen Sparkasse zum Tragen komme. Genügend Platz ist jedenfalls vorhanden und das bunte Bällebad erinnert kaum mehr daran, dass hier der ehemalige Tresor-Raum der Bank zu finden war. Dazu kommt, die verschiedenen Spielecken sind geschickt voneinander abgetrennt und Platz zum Beschäftigen ist auch vorhanden.

Der Geldautomat erinnert in Griesstätt noch an die ehemalige Funktion des Gebäudes, das derzeit neun Krippenkinder in Griesstätt beherbergt.

Dass diese Entwicklung nicht als selbstverständlich anzusehen war, hebt Bürgermeister Robert Aßmus hervor. Er freut sich, dass das Gebäude im Ortszentrum nicht zum Spekulationsobjekt geworden sei, als die Sparkasse ihre Filiale im Ort aufgab und dass es der Gemeinde bevorzugter Weise angeboten wurde.

Auch dass der Gemeinderat gleich zugestimmt habe, das Gebäude als Kinderkrippe zu nutzen, die örtlich beauftragten Firmen ihr Möglichstes getan hätten und letztlich alle Beteiligten bei Bau, Einrichtung und Umzug zusammen mit dem Bauhof und Familienmitgliedern so eifrig mitgeholfen hätten, habe dazu geführt, dass trotz Corona die Räumlichkeiten in Rekordzeit fertiggestellt werden und bereits am 7. März diesen Jahres bezogen werden konnten.

Keine Notlösungen mehr

Vor allem habe man sich damit eine Millioneninvestition gespart und obendrein keine unnötige Zweckbindung wegen möglicher Zuschüsse eingehandelt. Auch die Notlösungen der Vergangenheit im Schulhaus seien jetzt vom Tisch.

Lob für die Gemeinde und die Gemeinderäte kommt deshalb auch von Karin Gilg. Besonders freut sie, dass im Bereich des gesamten Kindergartens sowohl bei Mitarbeitenden und Kindern der Inklusionsgedanke einen hohen Stellenwert einnehme und jeder seine Chance bekomme. Dies zeichne damit auch die Gemeinde im Gesamten aus.

Dass in Griesstätt der Inklusionsgedanke schon lange hochgehalten wird, zeigen auch Thomas, Johannes und Michael, drei inklusive Hilfskräfte auf ausgelagerten Arbeitsplätzen der Stiftung Attl, die eifrig mithelfen, den Kindergartenbetrieb optimal aufrechtzuerhalten. Ein Satz der Kindergartenleiterin bringt das örtliche Gesamtkonzept wohl auf den Punkt: „Jedes Kind findet bei uns seinen Platz und wird angenommen, wie es ist!“

Nicht umsonst hat wohl der Kindergarten für diese Inklusionsarbeit vor Jahren schon als Anerkennung vom Arbeitskreis Integration in Stadt und Landkreis die ‚Goldene Rampe‘ erhalten.

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