Badesaison 2020 geht in Wasserburg doch nicht baden

Derzeit werden die Becken gesäubert, bald werden zwei Millionen Liter Wasser eingelassen. s.

Am Montag, 8. Juni, öffnet das Wasserburger Badria wieder. Das ist die gute Nachricht. Doch es gibt auch Einschränkungen: Nur die Freibereiche stehen zur Verfügung, Hallenbad mit Umkleiden und Duschen bleiben weiter geschlossen. Das sind die Fakten.

Von Karlheinz Günster

Wasserburg – Bürgermeister Michael Kölbl und Marius Regler, Leiter der Stadtwerke als Betreiberin, gaben vor Ort bekannt, welche Hygienevorschriften aufgrund der Corona-Pandemie für die Einrichtung gelten.

Innenbereich bleibt geschlossen

Das Freibad öffnet nach ihren Angaben – ausschließlich bei gutem Wetter – täglich von 11 bis 19 Uhr. Der Innenbereich des Badrias mit Umkleiden, Duschen, Sauna und Restaurant bleibt vorerst noch zu. Die Obergrenze im Freibereich liegt bei 500 Personen, was mehr als ausreichend sein sollte, erklärte Werkleiter Regler. Genaue Vergleichszahlen hätten die Stadtwerke dafür nicht, denn bisher war der Außenbereich stets mit dem Hallenbad gemeinsam geöffnet.

Neuer Eingang über die Sporanlagen

Weil es im Eingang eng werden könnte, besonders an der Treppe, führt der neue Weg ins Badria am Übungsraum der Stadtkapelle vorbei über die Sportanlagen. Am Eisentor im Bereich der Rutschen ist die neue Kasse „mit stark reduzierten Eintrittspreisen“, so Bürgermeister Kölbl: drei Euro für Erwachsene, 1,50 Euro für Kinder. Am liebsten werde das Geld abgezählt entgegen genommen. Der Zutritt berechtige zum ganztägigen Aufenthalt, deshalb verzichten die Stadtwerke auf eine reine Online-Buchung. Ermäßigungskarten oder Gutscheine gelten derzeit nicht.

Notiert werden wie in Restaurants auch Name und Telefonnummer, Kinder unter 14 Jahren benötigen eine erwachsene Begleitung.

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Eigentlich sei es wirtschaftlich gesehen besser, das Bad nicht zu öffnen, überschlägt Werkleiter Regler die möglichen Eintrittsgelder angesichts der Energiekosten. Doch das Angebot für Familien, Kinder und Menschen, die gerne Sport treiben würden, liege der Stadt am Herzen. Außerdem steht fest: Auch in normalen Zeiten fährt das Badria regelmäßig hohe Verluste ein – wie fast alle kommunalen Bäder in Deutschland.

Neue Verhaltensregeln

Zu den neuen Verhaltensregeln zählt vor allem das Abstandsgebot. Nein, es gebe „keine verbindlichen Regeln“, erklärt der Werkleiter, „nach denen wir uns richten könnten.“ Es gebe eine Empfehlung des Bäderverbandes und die Stadtwerke würden schauen, wie andere Einrichtungen verfahren. Daher könne sich einiges kurzfristig in Richtung Lockern ändern aber auch wieder hin zu Einschränkungen.

Markierungen für die Besucher

Für die Gäste gibt es Markierungen. Die Besucher sollen mindestens eineinhalb Meter Abstand zueinander halten – vor dem Bad ebenso wie auf dem Gelände. Ausnahme ist die eigene Familie oder eine befreundete – wie eben in der Öffentlichkeit auch, erklärt Regler.

Geschlossen bleiben neben allen Hallenbadeinrichtungen und innenliegenden Duschen sowie Umkleiden der Grillplatz, die Bachsause, das Volleyballfeld und die großen Edelstahl-Rutschen am Badria-See. Liegen und Schirme müssten die Gäste selber mitzubringen. Warum? „Weil die von den Badegästen oft verschoben werden, da müssten wir laufend desinfizieren“. Desinfektionsspender stehen bereit. Im Wasser soll keine Maske getragen werden, da sie im feuchten Zustand nichts bewirkt.

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Geöffnet haben die Liegewiese, das Freibecken Badria-See mit Boot und Elefantenrutsche, der Wasserspielgarten, der Spielplatz, das Außen-WC mit Außen-Duschen und das Kneippbecken. Auch der Kiosk öffnet und bietet kleine Speisen an, wobei das Augenmerk auf reduzierten Anforderungen zum Besteck liegt – so wie etwa beim Ausgeben von Pommes Frites.

Kiosk öffnet, Restaurant noch zu

Noch nicht geklärt sei, ob der Minigolfplatz öffne, da sei sich die Pächterfamilie Korkmaz noch nicht sicher. Für den fünfköpfigen Familienbetrieb stellt die Corona-Pandemie eine schwierige Zeit dar, denn erst wurde das Badria-Restaurant aufwendig umgebaut, jetzt ruht alles, erklärt Oguz Korkmaz. Ein Anfang ist nun der Kiosk. Die Familie betreibt noch ein Lokal in Aßling, das finanziell etwas Luft verschafft.

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Wie ist die Stimmung bei den gut 40 Beschäftigten im Badria? „Gut“, versichert Werkleiter Regler, denn die Stadt lege auf das Kurzarbeitergeld noch einiges drauf, sodass 95 Prozent des Gehaltes erreicht würden.

Derzeit putzen Helfer das Becken, anschließend laufen über drei Tage verteilt zwei Millionen Liter Wasser hinein. Über die eigene Solaranlage soll sich das möglichst rasch erwärmen.

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