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Geburten, Trauungen, Sterbefälle: Das fällt auf

Babyboom im Wasserburger Land - doch es gibt auch erschreckende Nachrichten

Geburten, Trauungen, Todesfälle: Die Statistik des Standesamtsbezirks Wasserburg zeigt interessante, aber auch erschreckende Trends auf.
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Geburten, Trauungen, Todesfälle: Die Statistik des Standesamtsbezirks Wasserburg zeigt interessante, aber auch erschreckende Trends auf.
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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Babyboom im Wasserburger Land: Seit zwei Jahren knackt die Geburtenstatistik des Standesamts Wasserburg die 900er-Hürde. Das ist nicht die einzige auffällige Zahl. Erstaunliches und Überraschendes, Erfreuliches und Erschreckendes rund um Geburt, Hochzeit und Tod.

Wasserburg - Die jungen Paare im Wasserburger Land hatten in der Hoch-Zeit der Pandemie anscheinend mehr Zeit füreinander - und deshalb mehr Lust auf Zweisamkeit: Denn 2021 kamen 956 Babys auf die Welt, die im Standesamt Wasserburg angemeldet wurden - ein Rekord, der 2022, als es wieder mehr Ablenkungsmöglichkeiten gab, nicht mehr erreicht wurde: Im vergangenen Jahr wurden „nur“ noch 911 Mädchen und Buben geboren. Trotzdem ist ein Trend zum Kinderkriegen zu verzeichnen, sagt Standesamtsleiterin Katharina Rimpfl lächelnd.

Denn 2018 kamen 802 im Wasserburger Rathaus gemeldete Babys auf die Welt, 2019 waren es 837, 2020 schon 880. Dass jetzt zwei Jahre hintereinander - 2021 und 2022 - die 900er-Marke überschritten wurde, liegt nach ihrer Einschätzung auch daran, dass viele Geburtsstationen - etwa in Bad Aibling und Mühldorf - geschlossen wurden. Die Romed-Klinik Wasserburg sei nicht nur deshalb immer öfter die erste Wahl bei werdenden Eltern, sondern auch, weil sie einen so hervorragenden Ruf als Geburtsstation mit Hebammenhaus besitze, lautet eine weitere Erklärung der Standesamtsleiterin.

Bei ihr werden deshalb auch Geburten gemeldet, wenn Eltern gar nicht aus dem Wasserburger Land stammen, denn in der Romed-Klinik entbinden sogar Mütter mit Wohnsitzen in anderen Landkreisen wie Mühldorf und Traunstein. Auch diese Babys landen in der Geburtenstatistik des Standesamtsbezirks Wasserburg, der neben der Stadt noch die Gemeinden Albaching, Amerang, Babensham, Edling, Eiselfing, Griesstätt, Pfaffing, Ramerberg, Rott und Soyen mit 44.000 Einwohnern betreut.

Der Kreislauf des Lebens - sichtbar in der Statistik des Standesamts

Leiterin Rimpfl (30) ist also bestens informiert über alle Ereignisse im Kreislauf des Lebens: von der Geburt bis zum Tod. In der Statistik der vergangenen fünf Jahre fällt auch hier ein Wert ins Auge, der ebenfalls mit der Hoch-Zeit der Pandemie zu tun haben könnte: 2020 gab es die Rekordzahl von 565 beurkundeten Sterbefällen - etwa 100 mehr als in den Vorjahren 2018 und 2019 (451 und 439 Fälle). 2021 und 2022 pendelten sich die Sterbefälle zahlenmäßig wieder knapp unter 500 ein. Auch beim Sterberegister ist laut der Standesamtsleiterin zu berücksichtigen, dass hier alle Todesfälle registriert werden, die es im Raum Wasserburg gab - auch wenn ein Verstorbener oder eine Verstorbene den Wohnsitz woanders hatten. In der Statistik taucht also auch jemand auf, der aus den Landkreisen Mühldorf oder Traunstein stammt, aber in den Kliniken von Wasserburg seinen letzten Atemzug getan hat. Auch die vielen Seniorenheime in Stadt und Umland wirken sich auf die Statistik aus, vermutet Rimpfl.

Das Standesamt verzeichnete 2022 außerdem ein Jahr, in dem sich endlich wieder junge Leute trauten. 269 Paare heirateten - fast so viele wie im Vor-Pandemie-Jahr 2019, als sich 280 das Ja-Wort gaben. 2020 und 2021 waren es nur 223 und 237. Viele hatten die Corona-Auflagen abgeschreckt, Hochzeiten wurden auch verschoben, berichtet Rimpfl.

Wonnemonat Mai nach wie vor beliebt beim Heiraten

Nach wie vor heiraten die meisten am liebsten in den Monaten Mai, Juni und Juli: Hier finden nach ihren Erfahrungen vor allem lang geplante Trauungen statt. Doch auch der Dezember ist ein typischer Hochzeitsmonat - der Verdacht, dass es auch darum geht, die steuerlichen Vorteile noch mitzunehmen, ist nicht von der Hand zu weisen. Bis zu drei Trauungen am Tag sind in Wasserburg möglich, sagt Rimpfl. Zwei Vollzeitkräfte, ab Februar sogar drei, und die drei Bürgermeister nehmen den Paaren das Ja-Wort ab.

Auch hier sind viele dabei, die nicht oder nicht mehr in Wasserburg wohnen, aber einen engen Bezug zur Stadt haben, weil sie hier die Kind- und Jugendzeit verbracht haben oder das Ambiente im historischen Rathaus genießen wollen, berichtet die Standesamtsleiterin. Hochzeiten sind für sie der schönste Arbeitsauftrag: „Es ist wunderbar, in all die glücklichen Gesichter zu sehen. Es gibt immer so viel positives Feedback“, schwärmt sie. Zwei bis drei Mal pro Jahr heiraten laut Statistik außerdem in der Regel gleichgeschlechtliche Paare in Wasserburg. Gut acht Prozent aller Paare wählen einen gemeinsamen Namen aus.

Geburten, Trauungen, Sterbefälle: Das fällt auf in der Standesamtsstatistik von Wasserburg.

Extrem viele Kirchenaustritte

Doch es gibt noch eine weitere Zahl in ihrer Statistik, die Rimpfl ganz besonders ins Auge fällt: Sie betrifft die Kirchenaustritte. In den vergangenen Jahren waren es nach ihren Erfahrungen in der Regel gut 200 Bürgerinnen und Bürger im Wasserburger Land, die der Kirche den Rücken kehrten. Schon 2021 schnellte die Zahl der Austritt auf 380 hoch, 2022 waren es sogar 770. Auch hier liegt die Begründung auf der Hand: Vielen reicht es anscheinend angesichts der Missbrauchsskandale und Debatten über ausstehende Reformen. Die Standesamtsleiterin vermutet jedoch auch, dass der Sparzwang angesichts der hohen Inflation und Energiepreise eine Rolle spielen könnte.

Das sind die beliebtesten Vornamen der Babys

Bei den Neugeborenen geht der Trend immer mehr weg von ausgefallenen, hin zu klassischen, oft eher kurzen Vornamen, stellt Katharina Rimpfl, Leiterin des Standesamts Wasserburg, fest. 2022 führt Helena die Hitliste bei den Mädchen an, vor Ida und Theresa. 2022 ist Lukas der beliebteste Vorname bei den Buben, gefolgt von Anton und Jakob. Noch immer bekommen viele Kinder zwei oder manchmal sogar drei Vornamen. Hier spielen ebenfalls die Klassiker wie Maria oder Elisabeth, Josef oder Georg die Hauptrolle - weil mit dem zweiten Vornamen oft ältere Verwandte gewürdigt werden. Mit verrückten Ideen werden Eltern so gut wie nie vorstellig bei der Anmeldung ihres Neugeborenen, berichtet Rimpfl. Sie darf auch Namen ablehnen - „wenn davon auszugehen ist, dass das Kindswohl gefährdet wäre“, erklärt sie. Der beliebteste weibliche Vornamen war 2018 übrigens Sophia, bei den Buben waren es gleichauf Elisas, Johannes und Lukas. 2019 lagen Johanna und Lukas ganz vorne, 2020 ebenfalls Johanna und bei den Buben Jakob, 2021 Emilia und Laura sowie Maximilian.

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