Im September eröffnet

Sprung in den Matsch: So spielt es sich im Naturkindergarten in Babensham

Die Kinder sind begeistert: Im Babenshamer Naturkindergarten können sie sich den ganzen Tag an der frischen Luft austoben – oder auch mal von Laub bedecken lassen.
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Die Kinder sind begeistert: Im Babenshamer Naturkindergarten können sie sich den ganzen Tag an der frischen Luft austoben – oder auch mal von Laub bedecken lassen.
  • Winfried Weithofer
    vonWinfried Weithofer
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„Bei Wind und Wetter im Freien spielen“ – das ist die Devise des Naturkindergartens in Babensham, der seit September geöffnet hat. Die Kinder toben im Matsch, baden im Laubhaufen und haben natürlich immer Wechsel-Klamotten dabei. Ein Ortsbesuch.

Babensham – Eine erste Bilanz zieht Erzieherin Evi Bacher (44) im Gespräch mit der Wasserburger Zeitung in der alten Kegelbahn, einem urigen, halb offenen Holzbau. Er steht auf dem weitläufigen Gelände des Mehrgenerationengartens und bietet Schutz vor Regen. Die Natur-Kita ist Teil der privaten Babenshamer Integrations-Kindertagesstätte „Zauberwald-Zwerge“.

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27 Kinder im Alter von anderthalb bis vier Jahren sind in der Kita angemeldet. Täglich können sie sich dort austoben, von morgens halb acht bis halb vier am Nachmittag. Natürlich, es fließen schon mal Tränen, wenn sich die Kinder am Eingang von Mama oder Papa trennen müssen. Aber Evi Bacher und ihr Team wissen genau, was dann zu tun ist. Schnell ist die kleine Krise überwunden, wenn ihre Zöglinge zu basteln anfangen, sich im nassen Laub wälzen oder die Hasen im Stall beobachten. Munter geht es zu, Lieder werden angestimmt.

Eindruck: Kinder fühlen sich wohl

„Mein Eindruck ist, dass sich die Kinder sehr, sehr wohlfühlen“, sagt Evi Bacher. Ihnen sei das Wetter egal, es mache nichts aus, wenn es mal kalt ist oder regnet. „Das war am Anfang noch anders, da musste sich jeder an die Umgebung gewöhnen“, berichtet Bacher. Mittlerweile aber werden die Kinder immer kreativer, entwickeln selber Spiele, gehen aufeinander zu.

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Mit Freude beobachtet die Erzieherin, dass die einfachsten Dinge als Spielmaterial ausreichen – Sand, Holz, Schaufeln, Küchenutensilien: „Es braucht nicht viel, um die Kinder zu beschäftigen.“ Nach dem Morgenkreis – eine Glocke macht darauf aufmerksam - wird gemeinsam Brotzeit gemacht, natürlich draußen, wobei jedes Kind dasselbe bekommt wie später auch zum Mittagessen. Bei schlechtem Wetter geht es ein paar Schritte rüber zur überdachten Kegelbahn.

Ersatzklamotten werden täglich gebraucht

Was sagen die Eltern? Die Rückmeldungen sind laut Evi Bacher fast ausschließlich positiv. „Die Eltern haben natürlich gewusst, auf was sie sich einlassen.“ Wichtig sind für sie deren Hinweise, worauf das Betreuerteam achten soll – etwa darauf, den beim Händewaschen nass gewordenen Pullover zu wechseln. Kein Problem, jedes Kind hat einen Behälter mit Ersatzklamotten. Und die werden – kein Wunder beim Spiel auf der nassen Wiese - beinahe täglich gebraucht.

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Alles bestens also? Nicht ganz: Es herrscht Not an Betreuern in der Kita. „Es gibt krankheitsbedingt diverse Ausfälle“, sagt Bacher. Ausfälle, die bei dem Naturkindergarten mehr ins Gewicht fallen, weil er wegen seiner großen räumlichen Ausdehnung mehr Aufsichtspersonal als konventionelle Einrichtungen erfordert.

Natur-Kita sucht Erzieher

Es sei in der heutigen Zeit extrem schwer, gute Erzieherinnen und Erzieher zu bekommen, ergänzt Svetlana Drubel, Trägerin der Babenshamer Kita. Sie hofft aber, dass das Konzept der Natur-Kita manche zukünftige Fachkraft neugierig macht. Evi Bacher betont: „Das Draußen-Sein ist wunderbar, das Allerschönste. Ich trauere meinem alten Gruppenzimmer nicht nach.“

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