„Aus reiner Jagdlust“: In Haager Revier treibt ein Wilderer sein Unwesen

Das Jagdrevier Winden: Hier und in Nachbarrevieren soll ein Wilderer sein Unwesen treiben.
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Das Jagdrevier Winden: Hier und in Nachbarrevieren soll ein Wilderer sein Unwesen treiben.

In Haag soll ein Wilderer sein Unwesen treiben. Seit Anfang Mai kommt es im Jagdrevier Winden zu illegalen Abschüssen, klagt Jäger und Pächter Oliver Badura. Haags Polizeichef Gerhard Baum bestätigt: „Wir ermitteln. Da ist anscheinend jemand unterwegs, der aus reiner Jagdlust handelt“.

Von Michaela Schneider und Heike Duczek

Haag – Jagdpächter Badura hoffte, dass eine zufällige Aufnahme einer Wildtierkamera den mutmaßlichen Wildereri zeigen würde. Zu sehen ist auf dem Bild eine unidentifizierte Person mit Gewehr und Jagdausrüstung. „Wir gehen jedoch davon aus, dass dies nicht der Wilderer ist“, sagt Baum.

Fuchs mit Einschusslöchern gefunden

Das Jagdrevier Winden: Hier und in Nachbarrevieren soll ein Wilderer sein Unwesen treiben.

Die Suche nach dem Unbekannten geht also weiter. Aufgefallen war sein Tun, nachdem im Bestand immer wieder Wildtiere abgegangen waren. Zudem seien in angrenzenden Revieren Schüsse zu hören gewesen, die definitiv nicht von einem genehmigten Abschuss stammen könnten, betont Badura. Auch verendet aufgefundene Tiere, zuletzt ein Fuchs mit Einschusslöchern, würden auf einen Wilderer hinweisen. Der Täter müsse über Jagdkenntnisse verfügen und sei wohl kein Sportschütze. Das verwendete Kaliber liefere für diese Vermutung Hinweise, so Badura. Auch in den Nachbarrevieren habe es Fälle von Wilderei gegeben.

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Die Polizeidienststelle in Haag geht davon aus, dass es nicht darum gehe, das geschossene Wild zu verwerten oder selber zu verzehren. „Dahinter steckt eher die Lust an der Jagd als Sport.“

Unsachgemäße Abschüsse können Leidenszeit verlängern

Die Jägerschaft sei deshalb ebenso wie die Polizei sehr bemüht, des Täters habhaft zu werden. Denn die Jagd sei ausschließlich Jagdberechtigten erlaubt, die das notwendige Know-how und Können mitbringen. Nur sie hätten gelernt, Waffen ordnungsgemäß zu gebrauchen. Nur sie würden die Regeln der Hege und Pflege im Wald kennen. Sie würden sich an behördlich festgelegte Abschusspläne halten und die Wildtierschonzeit beachten. Unsachgemäße Abschüsse könnten außerdem die Leidenszeit der Tiere verlängern, ergänzt Badura.

Kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat

Polizei und Jäger hoffen auf die Mithilfe der Bevölkerung bei der Ermittlung des Wilderers. Baum fordert zu verstärkter Aufmerksamkeit im Raum Haag auf. Wer etwa verdächtige Fahrzeuge im Wald sehe, sollte sich die Kennzeichen merken und das Beobachtete der Polizei melden. Auch bei Wilderei gelte das Prinzip: „Lieber fünf Mal die 110 anrufen, und es war nichts, als einmal nicht anrufen, wenn es wichtig gewesen wäre.“

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Bei Wilderei handele es sich nicht um ein Kavaliersdelikt, sondern um eine Straftat. Sie werde mit Geld- oder bei Wiederholungstätern mit Freiheitsstrafe geahndet.

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